Traversierung des Gipfels Koptau (4100 m), Schwierigkeitsgrad 2B, Beschreibung der Erstbegehungsroute aus dem Jahr 1962.
-13- 32 Beschreibung des Traversierens des Gipfels KOPTAU (4100 m) Nr. 2. (Erstbegehung). Abmarsch vom Biwak am See bei Morgengrauen, um 5 Uhr oder 5:30, aber nicht später. Unmittelbar hinter dem See beginnt der Anstieg der Endmoräne des alten Gletschers (40–50 m hoch); wir halten uns rechts und steigen weitere leichte Erhebungen hinauf und gelangen auf mittlere Schutthalden. Vor uns liegen links zwei Platten. Eine ragt stufenförmig über die andere hinaus (1,5–2 m); die Platten sind bis zu 30° geneigt und glatt. Wenn auf den Platten Schnee liegt, können sie begangen werden; wenn sie schneefrei sind, ist es besser, sie auf der rechten Seite (in Marschrichtung) auf feinem Schutt zu umgehen. Auf den rechts gelegenen Schutthalden steigen wir über die Schlucht hinaus, die seit dem frühen Morgen Steinschlag ausgesetzt ist. Dann halten wir uns rechts und gehen auf einen falschen Sattel zu. Der Weg führt über ein ziemlich steiles Schneefeld (ca. 45–50°). Links von uns bleibt ein langer Grat, der zum Gipfel führt. Wenn wir auf gleicher Höhe mit dem Beginn des Grates sind, müssen wir steil links zum Fuß des Grates aufsteigen. Die Nordwestwand ist völlig senkrecht und ohne Schnee oder loses Gestein; unter ihr liegt dichter, tiefer Schnee. Bis dahin liegt der Schnee meist auf den Platten, und beim Traversieren im unteren Teil besteht Lawinengefahr. Der gesamte Weg zum Fuß des Grates wird etwa 1,5 bis 2 Stunden beanspruchen.