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Ohne Titel

Be­richt

über die Be­stei­gung des Pik Re­vo­lu­tion über den rech­ten Teil der Südostwand, Eis-Schnee-Route, (Route von A. Zayd­ler, 1976) 5B kat. kompl. der Man­nschaft des Al­pi­nis­mus­klubs MAI (Mos­kau), 21. Au­gust 2013

Mos­kau, 2013 Pass­port der Be­stei­gung

  1. Klas­se der Be­stei­gung: Hö­hen­be­stei­gung
  2. Ge­biet der Be­stei­gung: Pa­mir, Jagnob­gju­lem-Ket­te
  3. Gip­fel, sei­ne Hö­he, Route der Be­stei­gung: Pik Ok­tyabr­skoy Re­vo­lu­zi­on, 6940 m, über den rech­ten Teil der Südostwand vom Glet­scher Cha­bar­vi­v­hats.
  4. Ka­te­go­rie der Schwie­rig­keit: 5B
  5. Be­schrei­bung der Route:

Hö­hen­dif­fe­renz: ca. 2400 m. Län­ge der Ab­schnit­te 5–6 km: 700 m. Mit­tlere Nei­gung: 45°

  1. Ge­schla­ge­ne Haken:

Fels­haken — 0, Eis­ha­ken — 90, Sch­lam­bur­ger­haken — 0

  1. An­zahl der Geh­stun­den: 72 Std.
  2. An­zahl der Über­nach­tun­gen und de­ren Be­schaf­fen­heit: 9 Über­nach­tun­gen auf der Route, al­le auf Schnee und Eis
  3. Lei­ter: Zwet­kow P.N. — 1. sp. Rang

Teil­neh­mer: Frank­e­witsch A.S. — 2. sp. Rang, Kau­no­wa N.M. — 1. sp. Rang

  1. Trai­ner der Man­nschaft: Wol­kow M.E.
  2. Auf­bruch aus dem Ba­sisl­ager: 14. Au­gust 2013

Rück­kehr ins Ba­sisl­ager: 23. Au­gust 2013

Über­sicht über das Ge­biet

Pik Re­vo­lu­ti­on ist der viert­höchs­te Gip­fel (nach den Pi­ken Kom­mu­niz­ma, Le­nin und Kor­zhe­new­sk­aya) Ta­dschi­kis­tans, mit ei­ner Hö­he von 6940 m (nach an­de­ren Kar­ten — 6974 m), ge­le­gen im Pa­mir in des­sen mitt­le­rem Teil, in der Jagu­lem-Ket­te. Koor­di­na­ten des höchs­ten Punk­tes im WGS-84-Sys­tem: 38°30.59′ N 72°21.25′ E.

Un­ter der Nord­wand des Gip­fels be­fin­det sich das große Firn­mul­de, aus dem der größ­te Glet­scher Eu­ro­pas — der Fed­tschen­ko-Glet­scher — ent­springt.

Am Fu­ße der Süd­west­wand ent­springt der Nord­ost­arm des Jagu­lem­da­ra-Glet­schers, am Fu­ße der Südost­wand be­ginnt der Cha­bar­vi­v­hats-Glet­scher, und von den Nord­ost­hän­gen des Gip­fels fließt der zweit­größ­te Glet­scher des Pa­mirs — der Gru­mm-Grzhi­may­lo-Glet­scher.

Die ers­te Be­stei­gung des Pik Re­vo­lu­ti­on er­folg­te im Rah­men ei­ner Ex­pe­di­ti­on von Al­pi­nis­ten des WZ­SP unter der Lei­tung von E. A. Ka­za­ko­wa. Auf den Gip­fel stie­gen 11 Al­pi­nis­ten unter der Lei­tung von A. Ugarow.

Pik Re­vo­lu­ti­on ist ein Kno­ten­gip­fel der von West nach Ost ver­lau­fen­den Jagu­lem-Ket­te. Nach Nor­den geht ein mäch­ti­ger Aus­läu­fer ab, der die Was­ser­schei­de zwi­schen den Ein­zugs­ge­bie­ten der Glet­scher Fed­tschen­ko und Gru­mm-Grzhi­may­lo bil­det. Die­sen Aus­läu­fer nennt man oft Hoch­wand-Ket­te. Die Gip­fel die­ses Aus­läu­fers wer­den oft auch als Gip­fel der "Süd­li­chen Fed­tschen­ko-Grup­pe" be­zeich­net. Nach Sü­den geht vom Pik Re­vo­lu­ti­on ein Aus­läu­fer ab, der die Was­ser­schei­de zwi­schen den Glet­schern Jagu­lem­da­ra und Cha­bar­vi­v­hats bil­det.

Die Zu­gangs­wege zur Nord- und Nord­west­wand des Gip­fels füh­ren über den Fed­tschen­ko- Glet­scher, auf den die Be­stei­ger nor­maler­wei­se aus dem Van­tsch-Tal über den Ab­du­ka­gor- Pass ge­lan­gen.

Die Zu­gangs­wege zu den Nord­ost­hän­gen füh­ren:

  • aus dem Tal von Ta­nys­mas
  • über den Gru­mm-Grzhi­may­lo-Glet­scher.

Zu der Süd­west­wand ge­lan­gen die Al­pi­nis­ten vom Jagu­lem­da­ra-Glet­scher, auf den man über den Pfad aus den Dör­fern Ro­shorv und Sav­nob ge­lan­gen kann.

In der Mo­rä­ne des Jagu­lem­da­ra-Glet­schers auf ei­ner Hö­he von 3600 m be­stand in der Ver­gan­gen­heit meh­re­re Sai­so­nen lang ein Aus­flug­sal­pi­nis­ten­la­ger, des­sen Ver­pfle­gung per Hub­schrau­ber er­folg­te.

Zu den Ober­läu­fen des Cha­bar­vi­v­hats-Glet­schers am Fu­ße der Südost­wand des Pik Re­vo­lu­ti­on ge­lan­gen die Al­pi­nis­ten nor­maler­wei­se:

  • vom Jagu­lem­da­ra-Glet­scher über den Re­vo­lu­ti­on-Süd-Pass (5702), der zwi­schen dem Pik Re­vo­lu­ti­on und dem süd­lich da­von ge­le­ge­nen Gip­fel Schip­ka (6237) liegt,
  • über den Schip­ka-Pass (5261), der süd­lich des Gip­fels Schip­ka liegt.

Auch ein Weg durch das Tal des Cha­bar­vi­v­hats-Flus­ses aus den Dör­fern Sav­nob und Ro­shorv ist mög­lich. Der Weg über den Cha­bar­vi­v­hats-Glet­scher ist durch schwie­ri­ge Glet­scher­brü­che er­schwert.

Struk­tur des Gip­fels. Pik Re­vo­lu­ti­on stürzt mit stei­len Fel­swän­den nach Nor­den zum Fed­tschen­ko-Glet­scher, nach Süd­wes­ten zum Jagu­lem­da­ra-Glet­scher und nach Süd­os­ten zum Cha­bar­vi­v­hats-Glet­scher ab und ist nach Nord­os­ten zum Gru­mm-Grzhi­may­lo- Glet­scher mit san­fte­ren Schnee-Eis-Hän­gen zu­ge­wandt.

Der obe­re Teil des Ber­ges ist wie ein Kra­ter ge­stal­tet (s. Abb. 1), der von

  • dem Haupt­gip­fel (6940 m)
  • der knapp dar­un­ter lie­gen­den Zen­tral­spit­ze (Pik N. Ch­rus­chtsch­ow)
  • ei­ner noch nie­drig­ren Süd­spit­ze

um­ge­ben ist.

Auf dem Grund des Kra­ters be­fin­det sich ein klei­ner Glet­scher, der mit ei­nem Eis­bruch zur Süd­west­wand des Gip­fels ab­stürzt.

Der Süd- und der Ost­grat des Pik Re­vo­lu­ti­on tre­ten im Be­reich der Süd­spit­ze zu­sam­men. Der West- und der Nord­ost­grat des Ber­ges tre­ten im Be­reich des Haupt­gip­fels zu­sam­men.

Am An­fang des Nord­ost­grats (au­ßer­halb des Kra­ters) be­fin­det sich die nie­drig­s­te der vier Haupt­spit­zen des Pik Re­vo­lu­ti­on — die Nord­spit­ze.

Die Schul­ter des Ost­grats bei 6448 m wird Pik Tu­man­ny (Ne­bel­gip­fel) ge­nannt, und die Schul­ter des Nord­ost­grats bei 6424 m Pik Ver­ti­kal­ny (Ver­ti­kal­gip­fel).

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Abb. 1 Haupt­gip­fel des Pik Re­vo­lu­ti­on:

  • 1 — Süd­spit­ze
  • 2 — Zen­tral­spit­ze
  • 3 — Nord­spit­ze
  • 4 — Haupt­gip­fel (Fo­to aus dem Be­richt von A. A. Le­be­de­w)img-1.jpeg

Abb. 2 Kar­ten­skiz­ze des Be­stei­gungs­ge­biets. Be­schrei­bung der Route nach Ab­schnit­ten

IBe­ge­hung des ers­ten Glet­scher­bruchs. Brei­te Spal­ten. Be­we­gung in Bin­dung im rech­ten Teil des Glet­scher­bruchs. Über­nac­htung am En­de des ers­ten Glet­scher­bruchs.500 m 40° III
IIBe­ge­hung des zwei­ten Glet­scher­bruchs. Be­we­gung in Bin­dung im rech­ten Teil des Glet­schers. Brei­te Spal­ten über den gan­zen Glet­scher. Über­nac­htung am An­fang des drit­ten Glet­scher­bruchs.600 m 50° III
IIINach Been­digung des zwei­ten Glet­scher­bruchs Über­gang zum lin­ken Teil des Glet­schers. Be­ge­hung des drit­ten Glet­scher­bruchs. Brei­te Spal­ten. Es gibt meh­re­re Eis­wän­de (20–25 m). Gleich­zei­ti­ge und ab­wechs­eln­de Be­we­gung.1000 m 40° III+
IVTra­ver­sie­rung des Han­ges des Pik Tu­man­ny. Ge­schlos­se­ner Glet­scher. Be­we­gung in Bin­dung. Über­nac­htung in der Mul­de un­ter der Südost­wand des Pik Re­vo­lu­ti­on.300 m 20° II
VAuf­stieg über den rech­ten Teil der Südost­wand auf den Ost­grat des Pik Re­vo­lu­ti­on. Be­we­gung an Hand von Füh­rungs­tau­en. 8 Sei­le (à 60 m).400 m 75° V–VI
VIBe­we­gung über den schma­len Grat zur Süd­spit­ze. Kar­nis­se in Rich­tung des Gru­mm-Grzhi­may­lo-Glet­schers. Es gibt meh­re­re Wän­de von 15–20 m. Be­we­gung in Bin­dung, gleich­zei­tig und ab­wech­selnd.300 m 30° IV

Ab­stieg er­folg­te auf dem Weg des Auf­stiegs.img-2.jpeg

Abb. 3. Skiz­ze der Route in UIAA-Sym­bo­lenimg-3.jpeg

Abb. 4. Hö­hen­pro­fil der Be­stei­gung

Be­schrei­bung der Be­stei­gung

An­ge­kom­men in Duschanbe (27. Au­gust 1953), be­sorg­ten wir Le­bens­mit­tel und Gas, fan­den Trans­port und brach­ten am 28. Au­gust 1953 auf 2 Wa­gen auf. Auf der Stra­ße fuh­ren wir ca. 2 Ta­ge bis zur Mün­dung des Bar­tang-Flus­ses. Nach der Ab­zwei­gung auf Bar­tang war die gu­te Stra­ße zu En­de, es folg­te ei­ne Schot­ter­stra­ße. Nach zwei Ta­gen Fahrt wur­den wir schließ­lich im Dorf Ro­shorv aus­ge­la­den. Am sel­ben Tag ver­han­del­ten wir über die "Zug­kraft" — die E­sel.

In der Zeit vom 29. Juli bis 12. Au­gust be­fan­den wir uns im Tal des Jagu­lem­da­ra-Glet­schers, wo wir Be­stei­gun­gen (in die Ar­me­y­zew, auf den Pik Schip­ka) un­ter­nah­men und da­bei ak­tiv ak­kli­ma­ti­si­er­ten und Vor­be­rei­tun­gen für die zu­künf­ti­ge Be­stei­gung tra­fen. Das Wet­ter war meist gut. Am 12. Au­gust 1953 stie­gen wir ins Dorf Ro­shorv ab und fuh­ren von dort ins Dorf Sav­nob.

  1. Au­gust. Auf­bruch aus dem Dorf Sav­nob auf dem Pfad den Cha­bar­vi­v­hats-Fluss hin­auf. Der Pfad führt am rech­ten (oro­gra­phisch rech­ten) Ufer des Flus­ses ent­lang (es gibt zwei Pfa­de — ei­nen un­te­ren, di­rekt am Fluss, und ei­nen obe­ren; wir gin­gen auf dem obe­ren, der be­que­mer ist). Der Pfad en­det an der An­fang des Stei­nen Mo­rä­ne des gleich­na­mi­gen Glet­schers. Nach dem En­de des Pfads bo­gen wir links ab und stie­gen wei­ter am Bach ent­lang, der aus dem Kars­ten­hang rechts (in Be­we­gungs­rich­tung) des Haupt­fluss­ses ent­springt. Die­ser Bach ent­springt aus ei­nem See im Kar­man der rech­ten Mo­rä­ne des Cha­bar­vi­v­hats-Glet­schers. Am See la­ger­ten wir.

Wet­ter­be­din­gun­gen: Be­wölkt, Re­gen 14. Au­gust.

Wir be­weg­ten uns ent­lang der Mo­rä­ne­wan­d hin­auf bis zu ih­rem En­de. Dann stie­gen wir auf den Glet­scher ab. Der Glet­scher am rech­ten Ufer ist stark zer­bro­chen. Wir be­weg­ten uns vor­wärts und kreuz­ten da­bei den rech­ten Zu­fluss des Cha­bar­vi­v­hats-Glet­schers und fan­den ei­ne ge­eig­ne­te Pas­sa­ge nach rech­ts nä­her zur mitt­le­ren Li­nie des Haupt­glet­schers. Die Spal­ten sind hier fast nicht vor­han­den.

Auf den Mo­rä­nen vor dem ers­ten Glet­scher­bruch, auf ei­ner Hö­he von 3980 m, rich­te­ten wir das Vor­der­la­ger ein.

Wet­ter­be­din­gun­gen: Wech­seln­de Be­wöl­kung, ohne Nie­der­sch­lag.img-4.jpeg

Abb. 5. Fo­to­gra­fie der Glet­scher­brü­che. 1 — ers­te Stu­fe, 2 — zwei­te Stu­fe, 3 — drit­te Stu­fe (Fo­to aus dem Be­richt von A. A. Le­be­de­w).

  1. Au­gust. Wir be­gan­nen den Auf­stieg über die ers­te Stu­fe des Cha­bar­vi­v­hats-Glet­schers. Wir be­weg­ten uns über den rech­ten Teil des Glet­schers (wo es am we­nigs­ten Spal­ten gibt), doch di­rekt an der Glet­scher­wand zu­rück­zu­hal­ten, war nicht mög­lich — es be­stand die Ge­fahr von Eis­stür­zen von den hän­gen­den Eis­brü­chen. Be­we­gung in Bin­dung. Manch­mal muss­ten wir Eis­spal­ten über­win­den. Im obe­ren Teil des Glet­scher­bruchs gin­gen wir nä­her zur Mit­te. Die ers­te Stu­fe des Glet­scher­bruchs en­de­te mit Fels­wän­den. Wir um­gin­gen sie links. Ei­ne klei­ne Eis­wand. Oben, nach der Wand, rich­te­ten wir das La­ger auf dem Eis ein. Hö­he 4700 m.

Wet­ter­be­din­gun­gen: Klar, ohne Nie­der­sch­lag.

  1. Au­gust. Wir be­gan­nen den Auf­stieg auf die zwei­te Stu­fe des Glet­scher­bruchs. Wir be­weg­ten uns ent­lang der Fels­wän­de am rech­ten Teil des Glet­scher­bruchs. Der Glet­scher war stark zer­ris­sen. Wir kreuz­ten die Spal­ten über Brü­cken, de­ren es we­nig gab, manch­mal mussten wir die Spal­ten über­sprin­gen. Mehr­re­re Spal­ten kreuz­ten den Glet­scher in sei­ner gan­zen Brei­te. Wir über­quer­ten sie an den schmals­ten Stel­len. Be­we­gung gleich­zei­tig und ab­wech­selnd. Ge­gen En­de des Ta­ges ver­schlech­ter­te sich das Wet­ter, es be­gann zu schnei­en, und wir brach­ten die Nacht zu, oh­ne den gan­zen zwei­ten Glet­scher­bruch be­gan­gen zu ha­ben. Hö­he 4900 m.

Wet­ter­be­din­gun­gen: An­fangs klar. Dann ver­schlech­ter­te sich das Wet­ter, es be­gann zu schnei­en. Sicht­wei­te Null.

  1. Au­gust. Wir be­gan­gen die zwei­te Stu­fe des Glet­scher­bruchs. Ge­nau­er ge­sagt, den obe­ren Teil da­von. Wir be­weg­ten uns ent­lang des rech­ten Glet­scher­ran­des. Es gab auch hier vie­le Spal­ten, doch es gab Brü­cken (wenn auch schwa­che). Am En­de der zwei­ten Stu­fe des Glet­scher­bruchs, vor dem An­fang der drit­ten, er­blick­ten wir ei­ne ge­neig­te Eis­rin­ne, über die man den Glet­scher über­que­ren und in der lin­ken Hälf­te den Auf­stieg zur drit­ten Stu­fe des Glet­scher­bruchs be­gin­nen konn­te.

Nach dem Auf­stieg zur lin­ken Hälf­te des Glet­schers bis zu des­sen sanf­ter Par­tie, gin­gen wir nä­her zur Mit­te des Glet­schers. Dort gab es we­ni­ger Spal­ten. Der Über­gang war ziem­lich un­an­ge­nehm und wur­de durch das Über­win­den von Eis­wän­den und schwa­chen Brü­cken über brei­te Spal­ten er­schwert.

Be­we­gung:

  • in Bin­dung
  • gleich­zei­tig — ab­wech­selnd

Wir über­nac­hte­ten nach der Be­ge­hung der drit­ten Stu­fe des Glet­scher­bruchs. Hö­he 5500 m.

Wet­ter­be­din­gun­gen:

  • Wech­seln­de Be­wöl­kung
  • Ohne Nie­der­sch­lag
  • Star­ker Wind
  1. Au­gust. Wir über­quer­ten den Zir­kus des Pik Tu­man­ny. Die­ser Zir­kus wird von den Wän­den des Pik Re­vo­lu­ti­on, des Ost­grats und den Fel­sen des Pik Tu­man­ny be­grenzt. Am An­fang des Zir­kus be­weg­ten wir uns gleich­zei­tig in Bin­dung, es gab nicht vie­le Spal­ten, doch sie wa­ren ge­schlos­sen. Auf dem gan­zen Glet­scher gab es vie­le Eis­bro­cken von Eis­stür­zen vom Pik Re­vo­lu­ti­on. Es ist nicht emp­feh­lens­wert, hö­her nach rech­ts (in Be­we­gungs­rich­tung) zu ge­lan­gen und den Hang des Pik Tu­man­ny zu tra­ver­sie­ren — auf die­sem Hang ent­ste­hen Schnee­plat­ten, die manch­mal zum Berg­schrund un­ter dem Pik Tu­man­ny her­un­ter­ge­hen.

Wir gin­gen über den Zir­kus­grund, wei­ter von den Wän­den des Pik Re­vo­lu­ti­on ent­fernt, oh­ne auf die Hän­ge des Pik Tu­man­ny zu ge­lan­gen. Über 6000 m be­gann der Auf­stieg zum Fuß des Eis­han­ges. Es gab sehr viel Schnee. Wir muss­ten trampeln. Man muss ge­ra­de­aus hoch­ge­hen, um den Hang nicht zu un­ter­gra­ben. Be­we­gung in Bin­dung. Vor dem Eis­hang des Ost­grats des Pik Re­vo­lu­ti­on gab es fla­che Stel­len, wo wir uns ni­der­lie­ßen. Hö­he 6300 m.

Wet­ter­be­din­gun­gen:

  • An­fang des Ta­ges be­wölkt ohne Nie­der­sch­lag
  • Ge­gen En­de des Ta­ges be­gann es zu schnei­en
  1. Au­gust 1953. Das Wet­ter ver­schlech­ter­te sich. Wind und Schnee. Wir sa­ßen im Zelt — war­te­ten auf bes­se­res Wet­ter.

Wet­ter­be­din­gun­gen:

  • Schnee
  • Be­wölkt
  • Sicht­wei­te Null

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Abb. 6. Auf­stieg auf den Ost­grat des Pik Re­vo­lu­ti­on (Fo­to aus dem Be­richt von A. A. Le­be­de­w)

  1. Au­gust 1953. Das Wet­ter war nicht gut, doch es schnei­te am Mor­gen nicht. Wir be­gan­nen den Auf­stieg auf den Ost­grat des Pik Re­vo­lu­ti­on.

Die Va­ri­ant des Auf­stiegs auf den Grät durch den Fels­ei­land (50–70 m links von un­se­rer ge­wähl­ten Li­nie), den die Ersts­tei­ger gin­gen, wird von die­sen und an­de­ren Man­nschaf­ten als ob­jek­tiv ge­fähr­lich be­wer­tet. Nach der Emp­feh­lung von A.A. Le­be­de­w und nach ei­ge­ner Ein­schät­zung wähl­ten wir den Weg über den Eis­hang. Da der Hang ziem­lich steil ist (50°–65°), sam­melt sich dort kein Schnee, da­her ist die Lawi­nen­ge­fahr ge­ring. Auf dem Auf­stieg hän­g­ten wir Füh­rungs­t­au­e — 8 Sei­le (à 60 m). Hö­he 6600 m.

Wir über­nac­hte­ten be­reits auf dem Grat des Pik Re­vo­lu­ti­on. Wet­ter­be­din­gun­gen:

  • Be­wölkt
  • Star­ker Wind
  • Manch­mal Schnee

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Abb. 7. Be­ge­hung des Ost­grats des Pik Re­vo­lu­ti­on (Fo­to aus dem Be­richt von A. A. Le­be­de­w)

  1. Au­gust. Sturm­tag. Auf­bruch um 6:30 Uhr, wir gin­gen leicht. Es war sehr kalt, star­ker Wind. Sofort nach dem La­ger über­quer­ten wir den "Messer" — den Grat mit Kar­nis­sen auf der Nord­sei­te und stei­lem Firn auf der Süd­sei­te. Wech­seln­de Ver­si­che­rung. Dann wur­de der Grat brei­ter, das Ge­hen wur­de leich­ter, doch auf dem brei­ten Grat gab es ver­deck­te Spal­ten. Im obe­ren Teil des Grats über­quer­ten wir zwei Steil­hei­ten. Die ers­te war 50 Grad steil mit einem Berg­schrund am Fu­ße. Beim Be­ge­hen muss­ten wir ei­ne Grub­be aus­he­ben, da der Schnee über dem Berg­schrund tief und lock­er war. Die zwei­te Steil­heit war auch von ei­nem Berg­schrund un­ter­gra­ben, doch von ge­rin­ge­rem Aus­maß. Nach der Steil­heit ge­lang­ten wir auf den Haupt­grat des Pik Re­vo­lu­ti­on zwi­schen der Süd­spit­ze und dem Haupt­gip­fel (viel nä­her zur Süd­spit­ze).

Da das Wet­ter vom Mor­gen an schlecht war und sich zu die­sem Zeit­punkt völ­lig ver­schlech­ ter­te (Sicht­wei­te Null und star­ker Schnee­fall), wur­de be­schlos­sen, nur auf die Süd­spit­ze des Pik Re­vo­lu­ti­on zu ge­hen.

Nach dem Er­rei­chen des Gip­fels be­gan­nen wir den Ab­stieg ins La­ger. Sicht­wei­te Null. Die Spu­ren wa­ren ver­weht.

Lang­sam auf dem Grat zu­rück­ge­hend, er­reich­ten wir um 16:00 Uhr das La­ger.

Wet­ter­be­din­gun­gen: Star­ker Wind, Be­wöl­kung, Schnee.img-7.jpegimg-8.jpeg

Abb. 7–9. Die Grup­pe auf dem Gip­fel des Pik Re­vo­lu­ti­on Süd. 22–23. Au­gust — Ab­stieg vom Gip­fel auf dem Weg des Auf­stiegs. Der Ab­stieg war durch das schlech­te Wet­ter er­ schwert — Wind, Be­wöl­kung, Schnee.

Tak­ti­sches Vor­ge­hen der Man­nschaft

Nach der An­kunft im Ge­biet un­ter­nahm die Man­nschaft meh­re­re Akk­li­ma­ti­sa­ti­ons­aus­ flü­ge ins Tal des Jagu­lem­da­ra-Glet­schers (auf die Ar­me­y­zew nach Kat. kompl., auf den Pik Schip­ka 4B kat. kompl.). Wäh­rend die­ser Aus­flü­ge wur­de der Zu­gang zum Be­stei­gungs­ge­biet er­kundet.

Auf­grund der Er­kun­dung und der Emp­feh­lung von A.A. Le­be­de­w wur­de die Zu­gangs­rou­te über den Cha­bar­vi­v­hats-Glet­scher ge­wählt.

Wäh­rend der Be­ge­hung der Rou­te zeig­te die Man­nschaft ei­ne ho­he Or­ga­ni­sa­ti­on, star­ke sport­li­che und mo­ralisch-wil­lens­mä­ßi­ge Vor­be­rei­tung. Al­le Teil­neh­mer der Be­stei­gung hat­ten Vor­be­rei­tungs­t­ra­inings ab­ge­hal­ten, was sich wäh­rend der Be­stei­gung po­si­tiv aus­ wirk­te.

Wäh­rend der gan­zen Be­stei­gung war die Grup­pe mit Sa­tel­li­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on aus­ge­rüs­tet.

Ein Teil­neh­mer der Grup­pe hat­te ei­ne me­di­zi­ni­s­che Aus­bil­dung.

Die Man­nschaft hat­te wäh­rend der gan­zen Rou­te kei­nen Man­gel an Aus­rüs­tung, Le­bens­ mit­teln und Gas, was die Si­cher­heit und Zu­ver­läs­sig­keit der Be­stei­gung ge­währ­leis­te­te.

Wäh­rend der Be­stei­gung be­fand sich ei­ne wei­te­re Man­nschaft von Al­pi­nis­ten des Al­pin­ klubs MAI im Ge­biet, was die Si­cher­heit ge­währ­leis­te­te.

Er­geb­nis­se und Emp­feh­lun­gen

In An­be­tracht der Schwie­rig­keit des Zu­gangs und der Ent­fer­nung des Ge­biets muss man im Fall ei­nes Not­falls oder ei­ner Er­kran­kung ei­nes der Teil­neh­mer auf die ei­ge­nen Kräf­te bau­en und auf ei­nen lan­gen Aus­marsch aus dem Ge­biet vor­be­rei­tet sein.

Die Be­stei­gung soll­te für ei­nen frü­he­ren Zi­ter­ter­min ge­plant wer­den, vor­aus­sicht­lich im Juli, was durch den un­zu­frie­den­stel­len­den Zu­stand des Glet­scher­bruchs (zer­ris­sen­heit des Glet­schers, Feh­len von Schnee­brü­cken, Spal­ten über den gan­zen Glet­scher) be­dingt ist. Un­ter Be­din­gun­gen von schlech­tem Wet­ter und vor al­lem be­gren­zter Sicht­wei­te ist es drin­gend emp­feh­lens­wert, ei­nen GPS-Na­vi­ga­tor mit vor­her ein­ge­spei­cher­ten Rou­ten­punk­ten zu ver­ wen­den.

Als Er­geb­nis kann man fes­t­hal­ten, dass die­se Rou­te ei­ne her­vor­ra­gen­de Mög­lich­keit bie­tet, ei­nen Sie­ben­tausen­der über ei­nen "nicht klas­si­schen" Weg zu be­stei­gen.

Quellen

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