
BESCHREIBUNG DER AUFSTIEGSROUTE ZUM PIK KORZHENEVSKOGO ÜBER DEN NORDOSTGRAT VOM NAZAROV-GLETSCHER AUS 5A k. Sch. (Erstbegehung)
Juli 1961, Pamir
Kurze geografische Beschreibung des Gebiets
Der Pik Korzhenevskogo mit einer Höhe von 6005 m ist im Trans-Alai-Gebirge gelegen. Östlich des Gipfels befindet sich der Pik Biletsky (6075 m), westlich der Pik VMF (5842 m).
Die nördlichen Hänge des Pik Korzhenevskogo sind die Quellen des Nazarov-Gletschers, die nordöstlichen die Quellen des At-Dzhailau-Gletschers. An die südlichen Hänge der Gipfel VMF, Korzhenevskogo und Biletsky schließt sich der Uysu-Gletscher an.
Die Erstbesteigung des Pik Korzhenevskogo gelang 1951 einer Gruppe unter der Leitung von Nozdryukhin V. über den Pik VMF. Die Route wurde als 4B k. Sch. bewertet.
Vom Pik Korzhenevskogo aus erstreckt sich nach Nordosten ein langer Grat, der auf der Nordseite mit einer mächtigen Eis-Schnee-Decke bedeckt ist. Über diesen Grat hinweg gelang den Teilnehmern des Hochgebirgstrainingslagers des Zentralrats der Sportvereinigung "Burevestnik" vom 26. bis 29. Juli 1961 die Erstbegehung des Pik Korzhenevskogo.
Beschreibung der Route
Vom Basislager, das 2 km vom Zungenende des Korzhenevsky-Gletschers entfernt liegt, führt der Weg am rechten Ufer des Flusses Dzhakai-Dartak entlang, dann über den mit Steinen bedeckten Gletscher, wobei man sich an dessen linker (in Laufrichtung) Seite hält.
Nach 2,5 Stunden Bewegung gelangt man zur Stelle, an der sich die Nazarov- und Korzhenevsky-Gletscher vereinigen, von wo aus man in 1,5 Stunden geeignete Übernachtungsplätze erreicht, die auf Terrassen der linken Seitenmoräne des Nazarov-Gletschers gelegen sind.
Am nächsten Tag, nachdem die notwendigen Beobachtungen der Route durchgeführt wurden, brach die Gruppe um 13:00 vom Biwak auf, überquerte den Nazarov-Gletscher in Richtung der Eis-Sattelstelle, die am Nordostgrat des Pik Korzhenevskogo deutlich sichtbar ist. Die Steilheit der Sattelstelle ermöglicht es, auf den Grat aufzusteigen, indem man auf den Steigeisen zickzackförmig vorrückt und Spalten umgeht. Der Aufstieg zur Sattelstelle dauert 1 Stunde. Die Höhe der Sattelstelle beträgt ungefähr 4300 m. Auf dem Profil-Schema ist der Aufstiegsweg zum Gipfel dargestellt.
Der Abschnitt R1 wird vergleichsweise leicht zurückgelegt, der Grat hat eine Steilheit von 30–35°, der Schnee ist tief. Die Bewegung erfolgt in Seilschaften, wobei Spalten umgangen werden.
Der 40 m lange Abschnitt R2 ist technisch ziemlich anspruchsvoll. Der Eis-Hang hat in seinem mittleren Teil eine Steilheit von 45–50°, man muss sich auf den Vorderzacken der Steigeisen bewegen, Felshaken sind für die Sicherung erforderlich (2 Haken). Eine Bewegung auf den links (in Laufrichtung) gelegenen Felsen ist wegen der großen Steinschlaggefahr nicht möglich.
Für einige Zeit bewegt man sich auf einem schneebedeckten Grat mit Überhängen. Auf seinem breiten, flachen Teil wird um 17:00 die Übernachtung aufgeschlagen. Bei Sonnenschein gibt es auf diesem Übernachtungsplatz Wasser. Aufbruch um 6:00, Weitermarsch um 7:00. Unmittelbar nach der Übernachtung bewegt man sich auf einem langen, überwiegend flachen Eisgrat (R3) vorwärts, wobei zwei 10–15 m hohe Wände auf den Vorderzacken der Steigeisen überwunden werden. Der Grat wird steiler (R4). Die Steilheit erreicht auf einer ziemlich großen Strecke (80–100 m) 55°, man bewegt sich hauptsächlich auf den Vorderzacken der Steigeisen mit Felshakensicherung (3 Eishaken). Nachdem zwei Eiswände von 15–20 m Länge und 40–45° Steilheit überwunden wurden, erreicht man um 9:30 einen steilen Schneehang (R5) (60–65°). Der Schnee ist sehr tief. Die Länge des Abschnitts beträgt 80 m. Die Sicherung erfolgt mittels Eispickel.
Um 10:30 erreicht man den Eisaufschwung "Serp" (R6). Höhe 5200 m. Die Länge des Aufschwungs beträgt 120 m, oben befindet sich ein ziemlich mächtiger Überhang. Dieser Abschnitt ist einer der schwierigsten und wird hauptsächlich auf den Vorderzacken mit Felshakensicherung (3 Haken) zurückgelegt.
Um 11:45 erreicht die Gruppe den Gipfel des "Serp", wonach sie sich auf einem flachen Gratabschnitt (R7) von 200 m Länge bewegt.
Weiter wird der Grat steiler (40–45°), die Gefahr, auf einen Überhang zu geraten, nimmt zu (R8). Deshalb bewegt man sich für einige Zeit auf Felsen, dann wieder auf Schnee mit abwechselnder Sicherung mittels Eispickel. In 2 Stunden 30 Minuten wird der Abschnitt (R8) zurückgelegt. Seine Länge beträgt 150–170 m.
Der Abschnitt (R9) hat eine Steilheit von 20–25°, der Schnee ist tief und trocken. Hier wird auf Steigeisen mit Felshakensicherung ein kleiner, aber ziemlich steiler Eisabschnitt traversiert.
Der Grat verbreitert sich und geht in ein breites Schneefeld über, das an den steil aufragenden Kuppelmassiv des Pik Korzhenevskogo angrenzt. Um 17:30 wird auf dem Schneefeld die Übernachtung aufgeschlagen. Der Platz ist nicht windgeschützt, daher werden die Zelte tief im Schnee aufgestellt und Windschutzwände errichtet. 100 m oberhalb ist ebenfalls ein Biwakplatz möglich; dort gibt es auf einem stark verwitterten, breiten Felsvorsprung tagsüber Wasser. Die Höhe der Übernachtung beträgt 5500 m. Am nächsten Tag Aufbruch um 6:00, Weitermarsch um 7:30. Man steigt teils auf dem stark verwitterten Felskamm auf, teils auf sehr tiefem, trockenem Schnee. Man gewinnt ziemlich schnell an Höhe. Auf einer Höhe von 5900 m erreicht man einen mächtigen Eisfall, traversiert unter ihm einen steilen Schneehang mit 60–65° Steilheit und gelangt zum Fuß einer steilen inneren Ecke, die von auseinandergebrochenen Eisblöcken gebildet wird.
Der Aufstieg auf diesem Abschnitt (R9) ist schwierig und erfordert sorgfältige Felshakensicherung. Die Steilheit des Abschnitts beträgt 70–80°, die Länge 30 m. Nach dem Abschnitt (R9) folgt ein langer Aufstieg zum Gipfel des Pik, der keine technischen Schwierigkeiten mehr bietet. Auf den Gipfel gelangte die Gruppe um 14:00.
Der Abstieg vom Pik Korzhenevskogo erfolgte nach Westen auf einem Grat über den Gipfel des Pik VMF auf dem Weg der 4B k. Sch.
Auf die Übernachtung auf der Moräne des Nazarov-Gletschers stieg die Gruppe um 18:00 ab.
Die zurückgelegte Route bewertete die Gruppe als 5A k. Sch. Die Route kann nur für Personen empfohlen werden, die die Schnee-Eis-Technik perfekt beherrschen.
Die Beobachtungsgruppe kann die ganze Zeit auf der linken Seitenmoräne des Nazarov-Gletschers bleiben und praktisch ununterbrochen visuelle Beobachtungen der Hauptgruppe durchführen.
Nach Schneefällen sollten folgende Stellen als lawinengefährdet angesehen werden:
- der Aufstieg zur Sattelstelle im Nordostgrat des Pik Korzhenevskogo;
- die Traversierung des Schneehanges unter den Eisfällen vor dem Abschnitt (R10).
- die oberen Hänge des Pik VMF beim Abstieg.
Nach der Besteigung des Pik Korzhenevskogo ist ein Abstieg auf dem Aufstiegsweg möglich. In diesem Fall sollte die letzte Übernachtung vor dem Gipfel auf dem Gipfel des Aufschwungs "Serp" aufgeschlagen werden. Die Gruppe muss für den Abstieg auf dem Aufstiegsweg über eine ausreichende Anzahl von Schlingen und 10–12 Eishaken verfügen.
Leiter des Trainingslagers (A. Chernobrovkin) Leiter des Ausbildungsteils (I. Bogachev) Trainer: — (V. Ivanov) — (S. Grebenyuk)
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