Moskauer Föderation für Alpinismus und Klettersteiggehen
Bericht über die Erstbesteigung des Gipfels 5368 (Alexander-Gubajew-Gipfel) über den Nordwesthang, Kategorie 3B
Moskau, Touristenklub MAI, 2008
1. Angaben zur Besteigung
- Gebiet: Transalaigebirge.
Tal: Kyzylsu (Ost-Kyzylsu-Gletscher). Nummer des Abschnitts gemäß Klassifizierungstabelle 2001 — 4.4
- Name des Gipfels: 5368, vorgeschlagen — Alexander-Gubajew-Gipfel.
Name der Route: über den Nordwesthang
- Kategorie — vorgeschlagen 3B.
- Charakter der Route: Eis-Schnee-Route.
- Höhenunterschied der Route: 268 m (gemäß GPS-Messung)
Länge der Route:
- Hauptteil der Route — 245 m.
- Gesamtlänge der Route — 428 m.
Länge der Abschnitte: Kategorie IV — 245 m. Durchschnittliche Steilheit: Hauptteil der Route — 51°, Gesamtroute — 40,5°.
- Anzahl der Haken auf der Route: Fels — 0, Eis — 22, davon ITO — 0.
- Arbeitsstunden der Mannschaft: 4 Stunden.
- Leiter: Lebedew, Andrei Alexandrowitsch (Moskau), Meistersportler (Tourismus), 1. Kategorie (Alpinismus)
Teilnehmer:
Schharow, Andrei Wiktorowitsch (Moskau, Selenograd), 1. Kategorie (Tourismus)
Schdanow, Iwan Nikolajewitsch (Moskau), 1. Kategorie (Tourismus), 2. Kategorie (Alpinismus)
Komarow, Dmitri Alexandrowitsch (Moskau), 1. Kategorie (Tourismus)
Maximowitsch, Juri Alexandrowitsch (Moskau), Nachwuchs-Meistersportler (Tourismus)
Timoschenkow, Alexei Sergejewitsch (Moskau, Selenograd), 1. Kategorie (Tourismus), 2. Kategorie (Alpinismus)
Schapowalow, Dmitri Sergejewitsch (Kiew), 1. Kategorie (Tourismus), Jantschewski, Oleg Zigmundowitsch (Kiew), Nachwuchs-Meistersportler (Tourismus).
- Trainer: Chochlow, Juri Wladimirowitsch (Moskau), Meistersportler (Alpinismus).
- Aufbruch zur Route: 11:30 Uhr, 24. August 2008.
Erreichen des Gipfels: 15:40 Uhr, 24. August 2008. Abstieg zum Gletscher: 17:50 Uhr, 24. August 2008.
2. Fotografien des Gipfels
Abb. 2.1–2.2. Ansicht von Westen aus der östlichen Kammer des Ost-Kyzylsu-Gletschers. Aufgenommen am 28. August 2008. Abb. 2.3. Ansicht von Westen vom linken Ufer des Ost-Kyzylsu-Gletschers. Abb. 2.4. Ansicht von Nordwesten vom linken Ufer des Ost-Kyzylsu-Gletschers.
3. Fotografien des Routenprofils
Abb. 3.1. Ansicht von Südwesten auf das Sturm-Lager und die Route. Abb. 3.2. Ansicht von der Route (vom Hang des Gipfels) nach Südwesten in Richtung Kurumdy.
- FOTOPANORAMA DES GEBIETS. Abb. 4.1. Ansicht vom Transport-Pass (N4 auf Schema 1) ins Tal des Ost-Kyzylsu-Gletschers. Rechts vom Gipfel 5368 m erhebt sich der Zarya Vostoka (6349 m).
5. Schema des Gipfelgebiets
Schema 1. Gebiet des Ost-Kyzylsu-Gletschers und des Gipfels 5368.
- KURZBESCHREIBUNG DES GIPFELS 5368
Der Gipfel 5368 erhebt sich über dem rechten Ufer des Ost-Kyzylsu-Gletschers, liegt nördlich des Massivs Zarya Vostoka (6349) und ist der höchste Punkt der nördlichen Kämme, die vom Hauptkamm des Transalaigebirges zwischen den Gletschern Ost-Kyzylsu und Nura getrennt sind.
Der Gipfel 5368:
- ist ein idealer Aussichtspunkt;
- ist von überall sichtbar.
Entlang des Nordosthangs des Gipfels erstreckt sich eine geneigte Platte, von der nach Westen-Südwesten ein Gletscher fließt. Dieser Gletscher bildet den nördlichen Arm des ersten rechten Zuflusses des Ost-Kyzylsu-Gletschers. Über diesen Gletscher erfolgt der einfachste Zugang zum Gipfel.
7. Gezeichnetes Profil der Route
Abb. 1. Schwarze Zahlen entlang des Graphen — Nummern der Routenabschnitte (eingetragen an den Enden der entsprechenden Abschnitte).
8. Aufteilung der Route in Abschnitte
| Tab. 1. Abschnitte der Route | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| N | Charakter des Abschnitts | Höhe des Beginns[m] | Höhe des Endes[m][\mathrm{m}]$ | Techn. Schwierigkeit | Schwierigkeit mit Höhenberücksichtigung | Länge[m] | Durchschnittliche Steilheit[Grad] |
| 1 | Schneehang | 5100 | 5170 | 2 | 3 | 133 | 29 |
| 2 | Eishang | 5170 | 5360 | 3 | 4 | 245 | 51 |
| 3 | Grat mit Überhängen | 5360 | 5368 | 2 | 3 | 50 | 9 |
Durchschnittliche Steilheit der Route — 40,5 Grad. Durchschnittliche Steilheit des Hauptteils der Route (Abschnitt 2) beträgt 51 Grad. Länge der Route — 428 m. Abb. 9.1. Technische Fotografie der Route. Zahlen bezeichnen die Enden der entsprechenden Routenabschnitte, vgl. Tab. 1.
-
BESCHREIBUNG DES WEGES VOM BASISLAGER ZUM STURMLAGER. Das Basislager (BL) kann in einer Tasche der linken Seitenmoräne des Ost-Kyzylsu-Gletschers vor einem riesigen Moränenwall des Gletschers am Nordhang des Gipfels 4834 aufgeschlagen werden. Wasser kann aus dem Fluss entnommen werden, der unter diesem Moränenwall hervorquillt. Es gibt auch einen sauberen Bach, der aus dem Boden oberhalb der Lichtung am Hang in ihrem östlichen Winkel austritt. Der Weg zum BL entlang des Flusses Kyzylsu und der Moräne des Gletschers ist wohlbekannt, sehr offensichtlich und bedarf keiner Beschreibung, vgl. Schema 1. Die Gruppe brach am Morgen des 21.08. vom Basislager auf. Vom Basislager aus sollte man den hügeligen und mit Moränenschutt bedeckten Ost-Kyzylsu-Gletscher zum rechten Ufer überqueren, hier ist der Gletscher in der Nähe des rechten Ufers eben. Den Ost-Kyzylsu-Gletscher hinaufsteigen zum großen rechten Zufluss, rechts um den 1. Eisbruch herumgehen und in die Achse dieses rechten Zuflusses eintreten, vgl. Schema 1. Über das offene Eis zum 2. Eisbruch aufsteigen, der etwas unterhalb des Zusammenflusses der beiden Gletscherarme liegt. Hier kann man in der Nähe des rechten Ufers des Gletschers auf Felsen der Mittelmoräne das Lager aufschlagen. Die Gruppe erreichte diesen Ort am Mittag des 22.08. Nach dem Mittagessen führten sie eine Erkundung durch und fanden einen Umgehungsweg für den 2. Eisbruch. Hier beschlossen sie, für eine bessere Akklimatisation zu übernachten (dies war der 4. Tag in den Bergen). Der 2. Eisbruch wird rechts umgangen unter den Hängen des Gipfels Zarya Vostoka. Auf einem kurzen Abschnitt dieses Umgehungsweges muss man etwa 50–70 Meter über Eistrümmer in der Zone eines Eisschlags "laufen". Oberhalb dieses Abschnitts — Ausgang auf das Plateau, wo sich die beiden Gletscherarme vereinigen. Auf das Plateau treten und zum rechten Rand des 3. Eisbruchs — des Eisbruchs des nördlichen Arms des Gletschers, der vom Gipfel 5368 herabsteigt, vgl. Abb. 11.1. Den Eisbruch rechts (entlang des orografisch linken Ufers) passieren. Hier ist er nicht schwierig — möglich sind zwei oder drei 50-Grad-Steilwände von 5–10 Metern Höhe, und am Ausgang aus dem Eisbruch — eine breite Spalte (bis zu 2 m), vgl. Abb. 11.2. Höchstwahrscheinlich kann die Spalte mit Hilfe eines Eispropfen überwunden werden. Oberhalb des Eisbruchs gibt es auf dem Gletscher viele Spalten, das Umgehen der Spalten endet oberhalb 4600 m, wenn eine dicke Schneedecke beginnt, vgl. Abb. 11.3. Auf dem Schneeplateau auf einer Höhe von 5100 m gegenüber dem eisigen Nordosthang des Gipfels 5368 ist es zweckmäßig, das Sturm-Lager aufzuschlagen, vgl. Abb. 11.4. Auf das Plateau auf 5100 m stieg die Gruppe am Morgen des 24.08. Sie schlugen die Zelte auf und brachen etwa um 11:30 Uhr zur Besteigung auf, vgl. Abschnitt 12.
11. FOTOILLUSTRIERTER WEG ZUM STURMLAGER
Abb. 11.1. Eisbruch der Mündung des nördlichen Arms des rechten Zuflusses des Ost-Kyzylsu-Gletschers (3. Eisbruch, vgl. Schema 1). Abb. 11.2. Abschließende Spalte des 3. Eisbruchs. Abb. 11.3. Weg zum Sturm-Lager oberhalb des 3. Eisbruchs. Abb. 11.4. Sturm-Lager (5100 m) und Route auf den Gipfel 5368.
12. Beschreibung des Aufstiegs auf den Gipfel
Gegenüber dem Sturm-Lager auf 5100 m erhebt sich der unterschnittene Eis-Hang des Gipfels 5368, vgl. Abb. 9.1 (technische Fotografie).
Die Länge des Hangs oberhalb des Bergschrunds beträgt 240–250 m, die Steilheit etwa 50°.
Der Bergschrund ist nicht breit und kann leicht auf einer Schneebrücke überwunden werden.
Um herabfallende Steine zu vermeiden, ist es zweckmäßig, über den Eis-Streifen zwischen den Felsausbissen aufzusteigen, der etwas rechts vom Gipfel herausführt, vgl. Abb. 9.1, 11.4 und 13.1.
Weiter:
- 5 Seile Perlen bis zum Ausgang auf den Grat.
Auf dem Grat gibt es große und gefährliche Überhänge nach Osten. Hier muss man nach links abbiegen und entlang der Abbruchkante des Überhangs zum Gipfel aufsteigen, vgl. Abb. 13.2. Der höchste Punkt liegt auf dem Überhang, der Aufstieg dorthin ist gefährlich wegen der Überhang-Abbruchgefahr. Es ist besser, bei der Abbruchkante des Überhangs zu bleiben. Abstieg ins Sturm-Lager auf dem Wege des Aufstiegs.
Die Gruppe brach am 24. August etwa um 11:30 Uhr aus dem Sturm-Lager (5100 m) auf und erreichte den Gipfel in 4 Stunden um 15:40 Uhr. Zum Sturm-Lager (5100 m) stiegen sie um 17:50 Uhr ab und gingen nicht weiter, da die Besteigung auch zur Akklimatisation durchgeführt wurde und daher für die Erfüllung des Plans für die Zukunft eine Übernachtung auf 5100 m erforderlich war. Am nächsten Tag (25. August) stieg die Mannschaft gegen Abend ins BL ab.
- FOTOILLUSTRIERTER AUFSTIEG AUF DEN GIPFEL. Abb. 13.1. Zu Beginn des Abschnitts 2. Abb. 13.2. Letzte Meter des Gipfelgrats (Andrei Lebedew). Abb. 13.3. Auf dem Gipfel an der Abbruchkante des Überhangs (Andrei Scharow). Abb. 13.4. Panorama vom Gipfel nach Osten auf die Berge, die den Nura-Gletscher umgeben. Abb. 13.5. Beginn des Abstiegs vom Gipfel. Im linken unteren Winkel hinter dem absteigenden Teilnehmer ist ein Felsausbiss sichtbar, auf dem man ein Schild anbringen kann. Abb. 13.6. Abschluss des Abstiegs vom Gipfel. Abb. 13.7. Ansicht aus dem Sturm-Lager auf die absteigende Gruppe.
Autor des Berichts — Lebedew, Andrei Alexandrowitsch, 6. September 2008.
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