PÄSSEPORT DER BERGSTEIGER
Klasse der Erstbegehung - TECHNISCH ZENTRALKAUKASUS HAUPT-KAUKASUS-GEBIRGSZUG USCHBINSK-HOCHFLÄCHE
MALY USCHBA 4309 m ÜBER DEN NORDOSTGRAT
Vorgeschlagene Schwierigkeitskategorie: 3B
Höhenunterschied - 200 m (von der Hochebene)
Länge der Abschnitte der Kategorie 5A - 5 m
Durchschnittliche Steilheit - 55° (Schlüsselstellen)

| Eingeschlagene Haken | Fels- |
| Für die Versicherung | 19 |
| Für die Schaffung von ITO | 1 |
Gehzeit auf der Route - 7,3 Stunden (von der Hochebene zur Hochebene). Übernachtungen auf der Route NEIN.
Leiter: ANDREJEW Nikolai Fotejewitsch 1. Sportklasse Teilnehmer:
- AKIMOW Nikolai Alexandrowitsch 1. Sportklasse
- WIDJAKIN Wladimir Anatoljewitsch 1. Sportklasse
- JASOWSKI Gennadi Stepanowitsch KMS
Trainer: LEWIN Michail Semjonowitsch MS der UdSSR
Datum der Erstbegehung - 29. Juli 1978
ALPINISMUS-FÖDERATION DER OBLAST TSCHELJABINSK, 1980.

- Route der Gruppe.
- Route von A. Sidorenko 1937 2B kat. sl. über den 3. Nordostgrat.
- Route von N. Kijanitsa 3A kat. sl. über den 3. Grat. (Abstiegsweg)

TABELLE DER HAUPTCHARAKTERISTIKA DER ERSTBEGEHUNGSROUTE: Uschba (M.) über den NO-Grat

| Datum, Uhrzeit | Bez.: Durchschn.: Pro÷ FDM | kr.:Schw. | Charakter des Reliefs | Kat.: Schw. | Zustand | Fels-Haken | Notizen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 29.07.78 | |||||||
| 08:30–08:50 | R0–R1 80° 30° | 3 | Schnee-Eis-Hang, von Bergschrund zerrissen | 3 | Fester Firn, stellenweise Eis | Wetterbedingungen in der ersten Hälfte des Tages normal. 2 Eishacken ITO; drei an den Seilen. Abwechselnd über den Eishacken. | |
| 08:40–09:10 | R1–R2 30° 25 | Haupt-Kombinationsgrat | 2B | Lose Steine auf Felsvorsprüngen. Überhängend! | Gehen, sich mit den Händen festhaltend. Gleichzeitig über die Vorsprünge. | ||
| 09:10–09:45 | R2–R3 35° 25 | Umgehung des 2. glatten „Gendarmen“ rechts | 3B | Eis auf unangenehmen Felsen. Felskamin des 2. „Gendarmen“ –5 m. | 4 | 10 m sorgfältiges Klettern. Seile–15 m. | |
| 09:25–10:35 | R3–R4 40° 20 | Umgehung des 3. überhängenden „Gendarmen“ rechts | 4 | Abweisende Felsen. Auf steilem angewehtem Eis 15 cm Schnee. | 4 | Abwechselnd mit dem Hacken von Stufen. 20 m Seile für das 2. Seil. | |
| 10:00–10:50 | R4–R5 45° 20 | Aufstieg auf den Grat über den kombinierten Hang | 3 | Felsen zerstört. In den Spalten und auf den Platten Eis. | Freies Klettern. Abwechselnd über die Vorsprünge. | ||
| 10:20–11:10 | R5–R6 45° 25 | Haupt-Kombinationsgrat | 3B | Grat ist zerklüftet. In den Senken Schneewehen. | 1 | —"— —"— —"— —"— | |
| 10:35–11:25 | R6–R7 80° 5 | Fels-Wand | 5A | Ziemlich glatter Monolith | 2 | Drei an den Seilen | |
| 11:25–11:45 | R7–R8 40° 40 | Fels-Grat und Umgehung des überhängenden 4. „Gendarmen“ | 3–4 | Unangenehme glatte Felsen mit Eis. Lose Steine! | Abwechselnd, die Vorsprünge überprüfend. Seile–25 m. | ||
| 11:45–12:30 | R8–R9 45° 40 | Umgehung des überhängenden 5. „Gendarmen“ | 3–4 | Schwere Felsen: Platten mit Eis, lose Steine | 4 | Seile–30 m. Auf dem Abschnitt des freien Kletterns - sorgfältig. | |
| 12:30–12:50 | R9–R10 40° 50 | Anstieg des Hauptkamms | 3 | Felsen zerstört. In den Senken Überhänge. | Freies Klettern. Abwechselnd über die Vorsprünge. | ||
| 12:50–13:30 | R10–R11 30° 50 | Vorgipfelgrat | 3B | Überhänge auf der Umgehung des 6. „Gendarmen“ | 2 | Seile–10 m. Viele Vorsprünge | |
| 13:40–14:00 | R11–R12 20° 45 | Gipfelgrat | 2 | Zerstörte Felsen, lose Steine. Schneewehen. | Freies Klettern. Gleichzeitig über die Vorsprünge. | ||
| 5,3 Geh-Stunden | 358 m | 19 + 1 ITO |
BEMERKUNGEN ZUR „TABELLE DER HAUPTCHARAKTERISTIKA“
- In der Spalte „1“ sind angegeben: Beginn des Abschnitts durch den Ersten im ersten Seil und Ende des Abschnitts durch den Letzten im zweiten Seil. Sich an diese Zeiten halten Gruppen der 3. und 2. Klasse NICHT.
- In der „Tabelle“ ist nicht der Aufstieg zur Uschbinsk-Hochebene aufgeführt, der sowohl über die Stufen des westlichen Eisfalls (zwischen Uschba und Ost-Shhelda) als auch über den nordwestlichen Eisfall zwischen Ost-Shhelda und dem Pik Schurowskis erfolgen kann. Diese Abschnitte sind wiederholt beschrieben worden; außerdem ändert sich das Eis-Relief jedes Jahr und sogar innerhalb einer Saison erheblich.
- Bei der beschriebenen Erstbegehung stieg die Gruppe vom Basislager am Fluss Dolra (siehe „Karten-Skizze“) in 6 Stunden zum Biwak „Bolschewik“ auf, und am nächsten Tag, dem 29. Juli, von 5:00 bis 8:30 Uhr ging sie im Leichtgepäck durch den westlichen Eisfall und die Brüche der Uschbinsk-Hochebene (unter Nutzung der Spuren des Erkundungs-Duos G. Berdjugin—G. Jasowskich vom 23. Juli 1980). Der Abstieg vom Gipfel der Maly Uschba auf der Route 2B kat. sl. zur Uschbinsk-Hochebene wurde von 14:30 bis 16:30 Uhr durchgeführt. Insgesamt benötigte die Route mehr als 12 Stunden („Bolschewik“—Gipfel—„Bolschewik“).
- Die Route wurde der Gruppe vom Leiter der Tscheljabinsker regionalen Kurse für das höchste Alpinismus-Meisterschaft, Genossen LEWIN M. S., vorgeschlagen, der 1958 vom 3. überhängenden „Gendarmen“ abgewichen war. Am Anfang des Abschnitts R3–R4 wurde ein von ihm damals hinterlassener Abseilhaken gefunden, der von der Gruppe als Souvenir herausgeschlagen wurde. Spuren des Aufenthalts anderer Gruppen auf dem gesamten Nordostgrat bis zum Abschnitt R11–R12 wurden nicht gefunden.
VORSCHLÄGE FÜR DIE KLASSIFIZIERUNG
Insgesamt ist die Route psychologisch sehr anspannend und technisch aufwändiger als bekannte Routen der Kategorie 3B - wie:
- Pik Kirowa („Ala-Arch“);
- Sarykol (Tal Adyr-Su);
- Pik Aristowa (Kleines Alma-Ata-Tal).
Der Nordostgrat der Maly Uschba (R0–R12) an sich übertrifft bereits die Konzentration der Schwierigkeiten auf Routen der Kategorie 3B auf:
- Pik Manschuk Mametowoi (Kleines Alma-Ata-Tal);
- Pik Spartakkiada („Ala-Arch“).
Aber man kann für ihn nicht die Kategorie 4A fordern - nebenan steht die Nord-Uschba auf dem „Kissen“...
Daher bittet die Gruppe, die von ihr begangene Route in die Klassifizierungs-Tabelle aufzunehmen als:
- Uschba (M.) 4309 m, 3B komb. über den NO-Grat N. Andrejew, 1978.

Foto Nr. 3. Nordostgrat von Uschba (M.). Frontal.
Abschnitt R0–R9 Foto Nr. 3;6;7.

Foto Nr. 9. ABSCHNITT R3–R4. Umgehung des 3. Gendarmen.

Foto Nr. 10. ABSCHNITT R6–R7. (zum Überblenden. Begehen der Wand.)
Foto Nr. 11. ABSCHNITT R7–R8. Umgehung des 4. überhängenden „Gendarmen“ mit glatten Felsen.

Foto Nr. 12. ABSCHNITT R7–R9. (zum Überblenden siehe Foto Nr. 13.)
Uschba (N.) 4694 m
Foto Nr. 17. ABSCHNITT R11–R12.
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