BERICHT

über die Erstbegehung des Gipfels des Österreichischen Komsomol von Osten, vom Chalta-Dzych-Pass, 9.-10. Juli 1972.

img-0.jpeg

I. Zusammensetzung der Gruppe

  • Gubanov Ju.D. — KMS, Senior-Instruktor KSP des Dombai-Gebiets, b/p, DSO "Burevestnik", Siedlung Dombai.
  • Chamtsov A.P. — 1. Sportklasse, Junior-Instruktor a/l "Alibek", b/p, DSO "Burevestnik", Siedlung Dombai.

II. Alpinistisch-geografische Charakteristik des Gebiets um den Gipfel des Österreichischen Komsomol (3650 m)

Der Gipfel des Österreichischen Komsomol liegt im Hauptkamm und hat einen langen Grat, der sich von West nach Ost erstreckt und mit einer steilen Wand zum Chalta-Dzych-Pass (3180 m) abbricht. Am Ende des östlichen Grats des Gipfels, der zum Pass abbricht, befindet sich eine Schulter in Form eines riesigen Zahns mit einer senkrechten Ostwand. Durch diese Schulter wurde 1969 eine Route der 4A-Kategorie von Süden, entlang des Konforses, auf den Gipfel des Österreichischen Komsomol begangen. Es gibt auch eine alte Route — die Traverse des Germanischen Komsomol-Gipfels — des Österreichischen Komsomol-Gipfels, 3A-Kategorie, die jedoch lange nicht mehr begangen wurde. Sie wurde von der Gruppe um Ju. Gubanov — Ju. Prima im Juni 1972 zur Erkundung anderer Routen in diesem Gebiet begangen, wodurch wir die beschriebene Route auswählten. Wir gingen davon aus, dass sie noch niemand begangen hatte, da alle Abstiege von der Traverse des Germanischen Komsomol-Gipfels — des Österreichischen Komsomol-Gipfels, 3A-Kategorie, und die Abstiege von der Route des Österreichischen Komsomol-Gipfels von Süden entlang des Konforses, 4A-Kategorie, nach Süden, auf einem anderen, einfacheren Konfors erfolgten. Anscheinend galt der Weg vom Pass aus als schwierig oder war überhaupt nicht bekannt. Bei der Begehung der Route fanden wir bis zum bereits begangenen Gratabschnitt keine Spuren.

III. Durchführung des Aufstiegs

  1. Juli 1972 — Tag des Anmarschs zum Chalta-Dzych-Pass, Organisation eines Biwaks auf dem Pass und Erkundung der Route. Arbeitsstunden — 8.

  2. Juli 1972. Das Wetter ist gut.

Tag des Aufstiegs und Rückkehr zum a/Lager "Alibek". Arbeitsstunden — 15. Das Wetter ist gut.

Die Taktik des Aufstiegs sah die Organisation eines vollwertigen Biwaks auf dem Pass und das weitere Begehen der Route mit leichtem Gepäck, ohne Biwak, nach sorgfältiger Erkundung am Vortag vor. Die Sicherheit der Gruppe wurde durch Funkkontakt mit dem a/Lager "Alibek" über das Funkgerät "Vitalka" (Dublett — Raketen) und Beobachtung aus dem Lager gewährleistet.

IV. Beschreibung der Route

Der Anmarsch zum Chalta-Dzych-Pass ist in dem Buch von F. Kropf "Westkaukasus" ausführlich beschrieben. Auf dem Pass gibt es ausgezeichnete Biwakplätze zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. In der Nähe gibt es immer Wasser. Vom Chalta-Dzych-Pass aus nach rechts — aufwärts nach Westen über die Schutthalden der Südseite des Grats — bis zur Einsattelung unter dem Aufschwung. Von der Einsattelung aus:

  • 30 m gerade aufwärts (Haken),
  • dann 40 m nach rechts über eine flache, geglättete Platte,
  • und 20 m nach rechts — aufwärts über eine steile, dann sehr schmale Platte über dem Abgrund (Hakensicherung), um den senkrechten Teil des Aufschwungs herum.

Von der Umbiegung aus:

  • 30 m nach rechts über eine geglättete, feuchte, geneigte Platte (Hakensicherung),
  • und Ausgang in den seitlichen Teil eines breiten, steilen Couloirs.

Aus dem Couloir heraus:

  • 30 m nach links — aufwärts über einen zerstörten Innenwinkel,
  • und weitere 30–40 m über steile und glatte, mit Gras bewachsene, geneigte Platten (Hakensicherung),
  • auf eine Plattform mit Schutthalden (möglicher Biwakplatz).

Von der Plattform aus:

  • 30 m nach rechts — aufwärts über steile Platten mit Rissen (Haken),
  • dann weitere 40–50 m nach rechts über Platten,
  • und Ausgang auf die Einsattelung im Gipfelgrat (möglicher Biwakplatz).

Vom Pass aus — 5–6 Stunden.

Weiter entlang des Felsgrats mit zahlreichen Aufschwüngen, teils entlang des Grats, aber ohne sich von ihm zu entfernen. Kleine Wände auf dem Grat werden mit Hakensicherung passiert. Von der Einsattelung bis zum Gipfel des Österreichischen Komsomol — 2–3 Stunden. Auf dem Gipfel — möglicher Biwakplatz.

Für den Abstieg nach Süden muss man:

  • zunächst 20–30 Minuten nach Westen entlang des Gipfelgrats auf den nächsten flachen Aufschwung gehen,
  • von dem aus man nach links (in Laufrichtung) nach Süden abbiegt,
  • und über einen nicht steilen, sehr zerstörten Konfors in seinem unteren Teil auf grasbewachsenem Terrain absteigt.

Vom unteren Teil des Konforses aus muss man nach links — abwärts auf die Firnfelder des südlichen Gletschers gehen. Vom Gipfel aus — 2–3 Stunden.

Über die Firnfelder — Traverse unter den südlichen Wänden des Österreichischen Komsomol-Gipfels nach Osten, und weiter, um die Wände und Konforse herum, aufwärts auf den Chalta-Dzych-Pass. Weitere 2–3 Stunden.

Wenn man vom Gipfel auf dem Weg des Aufstiegs absteigt, benötigt man Haken und Schlingen für drei bis vier Seilabseilungen von je 30 m.

V. Empfehlungen für Bergsteiger

  1. Anzahl der Teilnehmer in der Gruppe — 4–6 Personen.
  2. Beste Zeit für den Aufstieg: Juli–August.
  3. Ausgangsbiwak — Chalta-Dzych-Pass.
  4. Zeit des Aufbruchs vom Biwak — 5:00 Uhr.
  5. Spezialausrüstung für eine Gruppe von 4 Personen:
    • Hauptseil 2 × 30–40 m
    • Fels-Haken — 10–15 Stück
    • Karabiner — 10 Stück
    • Hämmer — 2 Stück

In der zweiten Hälfte des Sommers sind Steigeisen und Eishaken für den Aufstieg zum Chalta-Dzych-Pass erforderlich.

VI. Charakteristik der Route (nach Abschnitten)

ABSCHNITT Nr. 1 (Zerstörter Grat bis zum "Zahn") — felsig, Schutthalde, einfach. Länge 350–400 m. Durchschnittliche Steilheit 40°. Der gesamte Abschnitt wird simultan begangen, keine Haken wurden geschlagen.

ABSCHNITT Nr. 2 (Nordostwand des "Zahns") — felsig, mittelschwierig. Länge 250–300 m, durchschnittliche Steilheit 65–70°. Felsen insgesamt fest, geglättet. Mikro-Relief ist entwickelt (Winkel, Platten). Wenige Risse. Es gibt genügend Stellen für die Sicherung. Fast der gesamte Abschnitt wird im Wechsel begangen. 10–12 Fels-Haken wurden geschlagen. Ein Biwak ist an einer Stelle möglich.

Anmerkung: Bei starker Verschneitung ist dieser Abschnitt wesentlich schwieriger zu begehen (geglättete Platten und Felsen).

ABSCHNITT Nr. 3 (Grat vom "Zahn" aus), felsig, mittelschwierig. Länge 400–500 m. Durchschnittliche Steilheit 50–60°. Der Grat ist steil, teils scharf, stellenweise zerstört, aber insgesamt ziemlich fest. Das Relief ist reichhaltig, Bewegung ist fast überall simultan möglich. Sicherung — durch Vorsprünge und Haken. Es gibt keine geeigneten Biwakplätze.

Insgesamt ist die Route sehr logisch (vom Pass aus — zum Gipfel), sicher vor Steinschlag von der Seite und wertvoll im Hinblick auf die Ausbildung. Sie liegt nicht weit vom Lager entfernt (5–6 Stunden Anmarsch zum Pass). Nach Meinung der Teilnehmer der Gruppe entspricht die Schwierigkeitskategorie der Route der Kategorie 4A.

Anlagen zum Bericht

  1. Kartenskizze des Gebiets des Belalykai-Gletscher-Zirkus.
  2. Fotografie der Route (mit gestrichelter Linie ist der Anmarschweg markiert, mit punktierter Linie — die Route, mit Dreiecken — die Biwakplätze der Gruppe, mit Stangen — die Standorte der Kontroll-Touren).

Teilnehmer des Aufstiegs:

  • Gubanov Ju.D.
  • Chamtsov A.P.

img-1.jpeg img-2.jpeg

Angehängte Dateien

Quellen

Kommentare

Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen