Be­richt

über die Be­stei­gung des Gip­fels A­CON­CA­GUA (6962 m) über den Nord­ost­grat 4. k/Tr. (Ori­en­tie­rung) („Klas­sik“) vom 10. bis 12. Feb­ruar 2009 der ver­ein­ten Man­schaft aus Mos­kau und Su­my Un­ter der Lei­tung der Ex­pe­di­ti­on: Scha­ta­jew W.N. (MS, ztr UdSSR)

Für alle Fra­gen, die mit dem BE­RICH­TEN zu­sam­men­hän­gen, wen­den Sie sich an Law­ri­nen­ko W.W. (8 916 439-0312)

Pas­port

11.5 .

A­CON­CA­GUA (6962 m)

über den Nord­ost­grat 1897 g. Kat. Sl.: 4A

  1. Klas­se: hö­hen­tech­nisch
  2. Ar­gen­ti­ni­en, An­den
  3. A­con­ca­gua (6962 m), über den Nord­ost­grat
  4. Nach Er­mes­sen der Klas­si­fi­zie­rungs­kom­mis­si­on (4A or.)
  5. Cha­rak­ter der Rou­te: kom­bi­nier­te Rou­te
  6. Hö­hen­dif­fe­renz: 2610 m

Län­ge: 5700 m

Durch­schn. Stei­gung der Rou­te: 30°, Län­ge der Ab­schnit­te 5. kat. tr.: 0 m, 6. kat. tr.: 0 m

  1. Ge­las­se­ne Haken auf der Rou­te: ins­ge­samt — 0; da­run­ter Schlam­bur­ner — 0

Ver­wen­de­te Haken auf der Rou­te:

  • Schlam­bur­ner sta­tio­när — 0

da­run­ter ITO — 0. Ins­ge­samt ver­wen­de­te künst­li­che Stütz­punk­te (ITO) — 0

  1. Ge­hen­de Stun­den der Man­schaft: 14,5 Std.: 3 (nach der Ak­klimati­sie­rung)
  2. Lei­ter der Ex­pe­di­ti­on: Scha­ta­jew W.N. (MS)

Ka­pi­tän der Man­schaft: Law­ri­nen­ko W.W. (MS). Teil­neh­mer: 5 Per­so­nen (außer den obe­ren 2)

  1. Trai­ner: Scha­ta­jew W.N. (MS, ZT UdSSR)
  2. Aus­gang auf die Rou­te: 10–30 10.02.09.

Gip­fel­aus­gang: 14:30 12. Feb­ruar 2009. Rück­kehr ins Ba­se Camp: 16:00 13. Feb­ruar 2009.

An die Klas­si­fi­zie­rungs­kom­mis­si­on der FAR

Ein­ge Ein­la­ge­run­gen zum BE­RICH­TEN.

Ge­ehr­te Kol­le­gen. Ob­wohl wir den Auf­stieg schon vor mehr als ei­nem Jahr (ge­nau im Feb­ruar 2009) durch­ge­führt ha­ben, wur­de ich von mei­nen Freun­den aus der Man­schaft „7 Gip­fel“, ge­nau von L. Ko­ro­besch­ko, ge­be­ten, den Be­richt zu er­stel­len. Viel­es ist aus dem Ge­dächt­nis ge­schwun­den, doch das da­mals auf­ge­nom­me­ne Fo­to­ma­te­ri­al half, das Bild je­ner Ta­ge wie­der­her­zu­stel­len. Da­bei ent­deck­te ich mit großer Über­ra­schung, dass die­ser Gip­fel nicht im neu­en „Klas­si­fi­ka­tor“ ent­hal­ten ist. Um da­mit die „Ge­rech­tig­keit“ wie­der­her­zu­stel­len, ging ich ge­dan­ken­lich noch ein­mal den gan­zen Weg mit mei­nen Freun­den aus der Man­schaft durch, al­ler­dings nicht mehr mit den Fü­ßen, son­dern sit­zend hin­ter dem Com­pu­ter. Der Be­richt ist ziem­lich ge­kürzt, doch das Ma­te­ri­al reicht aus, um den Auf­stieg sach­ge­mäß zu be­wer­ten. Zu ei­ni­gen nicht auf­ge­nom­me­nen Ab­schnit­ten ge­be ich Be­grün­dun­gen, wes­halb sie feh­len. So.

  1. „Kur­ze Über­sicht über das Ge­biet und das Ob­jekt des Auf­stiegs“. Ich glau­be, wenn Leu­te dort­hin wol­len, soll­ten sie wis­sen, dass Acon­ca­gua (6962 m) in Ar­gen­ti­ni­en (und nicht in Chi­le) liegt und nicht nur der höchs­te Punkt Süd­ame­ri­kas, son­dern auch der wes­t­li­chen und süd­li­chen Halb­ku­geln der Er­de ist. Das ist ein ziem­lich ho­her Berg, und auf ihm sind vie­le Rou­ten an­ge­legt, prak­tisch von al­len Sei­ten. Es gibt ziem­lich schwie­ri­ge, aber auch ein­fa­che (wo­hin wir ei­gent­lich auch gin­gen). Man muss dort­hin im Win­ter (wenn dort Som­mer ist).
  2. „Kur­ze Be­schrei­bung der Rou­te nach Ab­schnit­ten“. Das klei­ne Vo­lu­men an Fo­tos kann den Cha­rak­ter der Rou­te voll­kom­men er­hel­len. Dort gibt es kei­ne Wän­de und ge­fähr­li­che Koulua­re. Die gan­ze Rou­te geht man mit Skis­tö­cken auf ei­nem ziem­lich brei­ten Hang und dann auf dem Grat. Nach der letz­ten Über­nach­tung vor dem Gip­fel­an­griff be­ginnt ziem­lich dich­ter Schnee (man muss „Kat­zen“ an­le­gen). Die letz­ten Me­ter vor dem Gip­fel kann man die Stö­cke mit ei­nem Eis­pick­el tau. (für we­nig si­che­re Leu­te). Die Haupt­schwie­rig­kei­ten die­ses Ber­ges sind sei­ne Hö­he und die even­tu­el­le Ori­en­tie­rungs­ver­lus­te bei schlech­tem Wet­ter. Lei­der sind vie­le Sport­ler da­mit kon­frontiert wor­den und ha­ben den Gip­fel nicht er­reicht. Ein wei­te­rer ent­schei­den­der Fak­tor für ei­nen er­folg­rei­chen Auf­stieg ist ei­ne sach­ge­mäß durch­ge­führ­te Ak­klimati­sie­rung. Wie bei ei­nem „Sie­ben­tau­sen­der“ emp­fiehlt sich hier ei­ne lang­sa­me stu­fen­wei­se Ak­klimati­sie­rung. Un­be­stän­di­ges Wet­ter kann eben­falls sei­ne „Über­ra­schun­gen“ be­rei­ten.
  3. „Sche­ma der Rou­te in Sym­bo­len der UIAA“. Ei­ne be­son­de­re Not­wen­dig­keit da­für gibt es nicht. Die Be­we­gung ist über­all gleich­zei­tig. Es gibt kei­ne Haken­si­che­rung, kei­ne schwie­ri­gen und ge­fähr­li­chen Ab­schnit­te. Die Haupt­sa­che ist, sich in der Grup­pe zu hal­ten und nicht von der Rou­te ab­zu­kom­men.
  4. „Fo­to­pro­fil der Rou­te“. Tech­nisch und prak­tisch ist es sehr schwie­rig, es um­zu­set­zen. Es gibt ein „ge­zeich­ne­tes Pro­fil“, dort ist al­les ver­ständ­lich.
  5. „Vor­be­rei­tung auf den Auf­stieg“. Hier gibt es kei­ne Kom­men­ta­re. Me­i­ner Mei­nung nach wird die­ser Punkt nicht in die neue Fas­sung der „For­de­run­gen“ auf­ge­nom­men. Doch nichtsdestotrotz: Der­je­ni­ge ge­langt auf den Gip­fel, der trai­niert oder zu­min­dest sich in Form hält. Aus­nah­men gibt es, doch sel­ten.
  6. „Ta­bel­le der Aus­rüs­tung und Nah­rung“. Al­les ist auf der Fo­to­il­lus­tra­ti­on er­sicht­lich. Das Biwak­ge­rät ist das glei­che wie auf ei­nen ho­hen Berg. Die Nah­rung ent­spricht den all­ge­mein ak­zep­tier­ten For­de­run­gen.
  7. „All­ge­mei­nes Fo­to der Rou­te“ und „Tech­ni­sche Fo­to­gra­fie“ wur­den von mir aus Bro­schü­ren und Wer­be­druck­sa­chen ent­nom­men. Für die de­tai­lier­te Kar­te und die tech­ni­schen Cha­rak­te­ris­ti­ken der Ab­schnit­te (Zeit des Durch­gangs, Hö­he und Stei­gung) gilt mein be­son­de­rer Dank Wla­di­mir Ni­ko­la­je­witsch.
  8. „Tak­ti­sche Hand­lun­gen der Man­schaft“. Al­le Hand­lun­gen sind auf den Cha­rak­ter der Rou­te und die Teil­neh­mer der Man­schaft ab­ge­stimmt. Die Rou­te ist nicht sehr schwie­rig. Al­le Teil­neh­mer wa­ren auf das vor­be­rei­tet, was sie er­war­te­te, und ha­ben ihre Mis­si­on her­vor­ra­gend er­füllt.
  9. Do­ku­men­ta­ti­on (Kon­to­kar­ten, Ver­si­che­run­gen, An­trä­ge, Rou­ten­blät­ter usw.) wer­den nicht bei­ge­fügt, da die­ses Er­eig­nis nicht im For­mat von Meis­ter­schaf­ten statt­ge­fun­den hat. For­mal be­stan­den in der Man­schaft 3 Meis­ter des Sports, die In­struk­tor­ka­te­go­ri­en be­sa­ßen.

Jetzt zum Wich­tigs­ten. Über die Klas­si­fi­zie­rung der ge­ge­be­nen Rou­te. Hier prä­sen­ti­ere ich nur mei­ne ei­ge­ne Sicht­wei­se.

Die ge­ge­be­ne Rou­te wur­de als PD (nicht schwie­rig) klas­si­fi­ziert. Ja, das ist so, doch außer den tech­ni­schen Schwie­rig­kei­ten gibt es auf Rou­ten die­ses Typs auch an­de­re, wie z.B.:

  • Hö­he,
  • Berg­krank­heit,
  • Un­wet­ter,
  • Ori­en­tie­rungs­ver­lus­te usw.

All das ähnelt den „Sym­pto­men“ beim Auf­stieg über die Klas­sik auf un­se­re „Sie­ben­tau­sen­der“. Ich ver­ste­he, dass der Ver­gleich hier nicht sehr kor­rekt ist (un­se­re Ber­ge sind na­tür­lich „stren­ger“), doch vor ei­ni­gen Jah­ren wur­de be­reits der chi­ne­si­schen Kus­ku­lak als 4B klas­si­fi­ziert (er ist hö­her als 7 km). Das ist höchstwahr­schein­lich rich­tig.

Wei­ter. Al­le „ein­hei­mi­schen“ ho­hen „Sechs­tau­sen­der“ wie Is­wes­tja, Aba­la­kow, Len­ingrad, Marx, Freund­schaft, Demtschen­ko, Re­vo­lu­ti­on, 26 BK, K. Zet­kin, Gor­kij, To­po­gra­fow und vie­le an­de­re „sin­ken“ nicht un­ter 5A. Der Gip­fel „Vier“ ist 4A, Raz­del­nas­ja ist 3B. Und sie al­le sind nied­ri­ger als Acon­ca­gua.

Um auf Acon­ca­gua vom „Null­punkt“ aus zu ge­lan­gen, braucht man min­des­tens 10 Ta­ge, und man muss sich auch noch dorthin be­ge­ben. Des­halb glau­be ich, dass man es als 4A klas­si­fi­zie­ren soll­te. Nie­mand wird auf die­se „Vier“ als „Gip­fel­zie­len“ klet­tern, dort­hin geht man mit ei­ner an­de­ren Ziel­set­zung.

Ich wie­der­ho­le noch ein­mal: Das ist nur mei­ne per­sön­li­che Sicht­wei­se.

Zum Ab­schluss möch­te ich sa­gen, wie auch im­mer der Ver­dict der Klas­si­fi­zie­rungs­kom­mis­si­on aus­fal­len wird (und die Ent­schei­dung wird ab­so­lut kor­rekt sein), die Ber­ge der An­den wer­den da­durch nicht „lei­den“, ins­be­son­de­re Acon­ca­gua, des­sen ers­ter Auf­stieg be­reits 1897 er­folg­te.

Mit freund­li­chen Grü­ßen: Law­rin­ko Wla­di­mir (Teil­neh­mer des Auf­stiegs)

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Piedras Blancas (5930 m) Ber­lin

Ta­bel­le der tech­ni­schen Cha­rak­te­ris­ti­ken der Ab­schnit­te der Rou­te:

  • Zeit
  • Ent­fer­nung
  • Stei­gung
Nombre (Name)Alt (м)Desnivel Grades (м)Dist. (км)Pendiente (%)Tiempo (ч:мин)Desnivel acumul.Dis acumTiempo acumul.
Laguna Hercenes (Hercenes Lagoon)2950
Puente 1 (Bridge 1)30701202.724.4 %0:50
Campo Confluencia (Camp Confluencia)33903204.866.6 %1:504407.582.45
Piedra Roja (Red Stone)35701803.595.0 %1:20
Piedra Ibáñez (Ibáñez Stone)37902207.193.1 %2:25
Pla­za de Mu­las Infe­rior Low­er Pla­za de Mu­las40502604.895.3 %2:00
Ho­tel Pla­za de Mu­las Pla­za de Mu­las Ho­tel43703201.3430.8 %1:15
Cam­po Ba­se Pla­za de Mu­las Base Camp Pla­za de Mu­las4350-101.30-1.0 %0:2098016.717:00
PR El Se­má­fo­ro (0) Se­ma­fi­no45501900.5529.2 %0:45
PR Pie­dras Con­way Con­way Sto­nes47401900.5827.9 %0:50
PR Pla­za Ca­li­for­ni­a Pla­za Ca­li­for­ni­a48401000.4422.7 %0:30
PR No­ve­ro – Snow Pass4925850.3425.0 %0:25
Cam­po Pla­za Ca­na­dá Camp Pla­za Ca­na­dá50501250.4527.8 %0:356803.563.25
PR Pie­dra de los 5000 Sto­ne of the 500051701200.4725.5 %0:35
Cam­bio de Pen­dien­te Cha­nge Step Camp53702000.6630.3 %1:003201.131:35
Cam­po Ni­do de Cón­do­res55601900.5429.7 %1:001900.641:00
Des­can­so56901300.7517.3 %0:55
PR Bal­cón Ama­ril­lo58001100.4524.4 %0:45
Re­fu­gio Ber­lin Ber­lin She­lter59301300.5922.0 %0:403701.792:30
PR Pie­dras Blan­cas White Sto­nes60601300.4628.3 %0:50
PR Pie­dras Ne­gras Black Sto­nes61801200.3930.8 %0:50
Cam­po 3 Falso Fi­la­co Camp 3 Falso Filch6230500.3116.1 %0:25
Re­fu­gio In­de­pen­den­cia In­de­pen­den­cia She­lter63701400.4233.3 %1:00
PR El De­do – El De­do6460900.3625.0 %0:40
PR La Cue­va (Ca­na­le­ta) The Cave (Ca­na­le­ta)66602000.8324.1 %1:00
Sa­li­da al Fi­lo E­xit to the ri­dge68001400.2360.9 %1:00
Cum­bre Acon­ca­gua Acon­ca­gua Sum­mit69601600.3054.0 %1:3010303.308:25
To­tal Herce­nes – Cum­bre To­tal Herce­nes – Sum­mit401034.7123.4 %26:40

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2.82345678910111213

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| img-3.jpeg | img-4.jpeg | | img-5.jpeg | img-6.jpeg | | img-7.jpeg | img-8.jpeg | | img-9.jpeg | | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | Pro­y­den­nyi mar­shrut v gru­ppe Acon­ca­gua (6962 m)

Ca­ra No­roes­te North­west Face (se­ver­naya sto­ro­na)img-10.jpeg

Cara Este East Face (öst­li­che Sei­te)img-11.jpeg

Ruta Eire na de las Policos Puleh Glaciar (1934) AD Ruta Eircsta a Argentina Lineri ltrate or Argentina (1961) AD hö­hen­tech­nisch, Seit­ne­bel­le (1966) D

Ge­zeich­ne­tes Pro­fil der Rou­te.

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Quellen

Kommentare

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