1. Pasport des Aufstiegs

  1. Gebiet: Kongur Muztagh (Kunlun). Tal: Chimgan. Nummer des Abschnitts gemäß der Klassifizierungstabelle von 1999 Nr. 11.3

  2. Name des Gipfels: Pik Kyzylzel Name der Route: über den Ostgrat vom Gletscher Süd-Chimgan.

  3. Vorgeschlagen — 5A Kat. sl.

  4. Charakter der Route: Eis-Schnee

  5. Höhenunterschied der Route: 1685 m (nach Höhenmesser).

Länge der Route: 4712 m. Länge des Abschnitts:

  • Ѵ Kat. sl. – 2 m
  • VI Kat. sl. – 0 m. Durchschnittliche Steilheit:
  • Hauptteil der Route — 43,4°
  • Gesamtroute — 21,6°
  1. Hinterlassene „Haken“ auf der Route:

insgesamt — 0; davon Schraubhaken — 0. Verwendete Haken auf der Route:

  • Eishaken — 12
  • Felshaken — 0. Schraubhaken stationär — 0, davon ITO — 0. Schraubhaken entfernbar — 0, davon ITO — 0. Insgesamt verwendete ITO — 0
  1. Gehzeit der Mannschaft: 19 Std., 3 Tage

  2. Leiter: Lebedev Andrej Aleksandrovich Teilnehmer: Gerov Il'ja Valer'evič, Malakhov Boris Vladimirovich, Rykalov Pëtr Vladimirovich, Chkhetiani Otto Guramovich.

  3. Trainer: Lebedev Andrej Aleksandrovich

  4. Aufbruch zur Route: 10:00 22. August 2000

Aufbruch zum Gipfel: 16:40 24. August 2000. Abstieg über den Westgrat ins Tal Karaköl: 14:15 25. August 2000

2. Gesamtfotografie des Gipfels

img-0.jpegAbb. 1. Blick auf den Pik Kyzylzel vom rechten Moränenwall des Gletschers Süd-Chimgan. Aufgenommen am 19. August 2000

3. Schemata des Gebiets

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Schema 1. Kongur Muztagh und Route der Expedition

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Schema 2. Weg der Expedition durch den Pik Kyzylzel

4. Übersicht des Gebiets

Pik Kyzylzel liegt in der Wasserscheide des Kongur Muztagh, südlich des Kongur (7719). Der Gebirgszug hat in diesem Bereich eine meridionale Ausrichtung. Nördlich des Gipfels erhebt sich hinter einer Sattelung (6059) der Gipfel Keksel (6715). Südlich, hinter einer Sattelung (5608), steht der Berg Saryakyakuji (6220). Pik Kyzylzel hat ausgedehnte östliche und westliche Grate.

Der Westgrat steigt hinab ins Tal des Sees Karaköl. Am See entlang führt die Karakorum-Highway, daher waren hier bereits viele Expeditionen. Laut Daten der Datenbank des Englischen Alpenvereins wurde der Pik Kyzylzel erstmals im Jahr 1982 über den Westgrat bestiegen. Die Schwierigkeitskategorie ist nicht zugänglich. Informationen über diese Expedition sind in Russland nicht verfügbar. Uns gelang es nicht, weitere Informationen über nachfolgende Aufstiege auf diesen Gipfel zu finden. Möglicherweise hat es keine gegeben.

Der Ostgrat des Pik Kyzylzel steigt hinab ins Becken des Flusses Chimgensu — eines linken Quellflusses des Khanteresksu. In das Tal des Chimgensu kann man mit einer Karawane gelangen, indem man dem Tal des Khanteresksu folgt. Andere Wege führen hierher über Pässe. So kann man beispielsweise vom See Karaköl über den Karawanenpass Karatash-Davan ins Tal des Karatashsu — eines rechten Quellflusses des Khanteresksu — gelangen. Alle genannten Täler sind besiedelt. Es gibt ausgezeichnete, für Saumpfade geeignete Wege. Wir führten ein Programm für Fußwanderungen durch und waren nicht an eine Karawane gebunden, daher konnten wir den Weg vom See Karaköl nach Chimgensu erheblich abkürzen, indem wir einen nicht in der Karte verzeichneten (aber den Einheimischen bekannten) selten besuchten Pass überquerten, den wir Pass Süd-Chat (1B) nannten. Im Tal des Chimgensu führt ein Weg bis zur rechten Seitenmoräne des Gletschers Süd-Chimgan.

Die Aufstiegsroute über den Ostgrat planten wir anhand der Karte ohne Beschreibungen und Fotos. Der Weg zum Beginn der Route (zum oberen Plateau des Gletschers Süd-Chimgan) wird durch einen mächtigen und schwierigen Gletscherbruch versperrt. Für die Überwindung der unteren Stufe des Gletscherbruchs benötigten wir einen Tag (19. August 2000). Ein weiterer Tag (20. August 2000) war erforderlich, um die zweite Stufe des Gletscherbruchs entlang eines linken Zuflusses des Gletschers Süd-Chimgan zu umgehen.

5. Technische Fotografien der Route

img-3.jpegAbb. 2. Ostgrat des Pik Kyzylzel. Aufgenommen am 20. August 2000 von einer Verbindungsstelle zwischen dem Gletscher Süd-Chimgan und seinem linken Zufluss. Mit Zahlen sind die Enden der entsprechenden Abschnitte markiert.

img-4.jpegAbb. 3. Blick vom Ostgrat auf die abschließenden Abschnitte der Route. Aufgenommen am Morgen des 24. August 2000

6. Tabelle der Routenabschnitte

Nr.Bezeichnung des AbschnittsHöhe AnfangHöhe EndeFotoSchwierigkeitLänge (m)Steilheit (Grad)
13Breiter Eis-Schnee-Grat64006525317005–10, stellenweise bis 25
12Eis-Hang63656400335045
11Schnee-Eis-Hang620063653233030
10Schnee-Hang587062003196020
9Schmaler Schnee-Grat mit Überhängen58705870232000–10
8Breiter Schnee-Grat mit Anstiegen5460587022136015–25, bis 40 bei Anstiegen
7Schmaler Schnee-Grat mit Überhängen54605460222000–10
6Schnee-Überhang545854602,45290
5Steiler Eis-Hang536054582,4412050, oben bis 60
4Eis-Schnee-Hang514053602331045
3Schnee-Hang501251402222035–40
2Eis-Wand49805012244050, stellenweise 60
1Schnee-Hang484049802222040

7. Profil der Route

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8. Beschreibung des Aufstiegs (Auszüge aus dem Bericht über die touristische Wanderung)

  1. August. Aufbruch um 8:20 Uhr. In der Nacht waren 20 cm Schnee gefallen. Die Oberfläche war schwach gefroren, und wir sanken teilweise ein. Das Gletscherplateau war stark zerklüftet, die Schneebrücken über den Spalten waren unzuverlässig, daher war der Übergang über das Plateau am Nachmittag ein großes Problem, siehe Abb. 2.

In zwei Etappen erreichten wir den Fuß der Nordwand des Ostgrats des Pik Kyzylzel. Im unteren Teil der Wand befindet sich ein großer Eissturz, der aus der Ferne wie ein ernstes Hindernis aussieht. Oberhalb des Eissturzes liegen kurze, geneigte Schneefelder, darüber ein steiler Schnee-Eis-Hang mit Überhängen.

Im Zentrum des Eissturzes fanden wir einen vergleichsweise einfachen Durchgang. Wir gingen größtenteils simultan, lediglich einmal sicherten wir mit einem Seil (dies war Abschnitt 2, tiefer, lockerer Schnee, 50°, 15 m, dann Eis, anfangs 60°, 6 m, dann 45–50°, 20 m).

Oberhalb des Eissturzes folgten kurze Abschnitte mit Kletterei und eine zugeschneite Spalte. Den Eissturz überwanden wir in zwei Stunden. Vom Schneefeld (Abschnitt 3) wechselten wir auf einen nicht klar definierten Gegenfortsatz. Die Steilheit betrug anfangs 35–40°, weiter oben 45° (Abschnitt 4). Innerhalb von 40 Minuten gingen wir simultan über gute Stufen. Als die Folgen eines möglichen Absturzes Besorgnis erregten, wechselten wir zur Seilsicherung. Die Seile sicherten wir:

  • an Eispickeln,
  • und im oberen Teil des Hanges (dies war Abschnitt 5, verschneites Eis, 55–60°) — an Eisbohrern, siehe Abb. 2, 4.

Bis zum Überhang sicherten wir 7 Seile. Das letzte, 8. Seil, wurde über einen zwei Meter hohen Überhang geworfen (Abschnitt 6), den wir mit Schaufeln passierten. Der Aufstieg an den Seilen dauerte 4 Stunden und 30 Minuten. Die letzten zwei Stunden gingen wir im Schneesturm, daher waren alle mehr oder weniger nass.

Der Grat war scharf mit Überhängen nach Norden. Die Südseite war ein Schnee-Hang mit einer Steilheit von 40°, siehe Abb. 2 und 4. Wir folgten dem Gegenfortsatz und kamen auf den Grat etwas östlich der Sattelung (5460). Nachdem wir 200 m auf dem Grat gegangen waren (Abschnitt 7) und die Sattelung des Passes passiert hatten (keine Plattform), erreichten wir in 20 Minuten eine für ein Lager geeignete Mulde auf einer Höhe von 5470 m. In der Nacht klarte es auf.

  1. August 2000. Aufbruch um 9:20 Uhr. Tiefer Schnee, Firn war praktisch nicht vorhanden. Wir gingen 4 Stunden bis 13:35 Uhr, wobei wir ständig den Führenden wechselten (Abschnitt 8). Auf dem Weg überwanden wir mehrere 50-Meter-Abschnitte mit einer Steilheit von bis zu 40°.

Vom Ostgrat des Kyzylzel bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Kaschghar-Berge. Besonders gut präsentieren sich die Alpengipfel des Agalistan. In der Ferne sind die Gipfel des Karakorum sichtbar. Durch den Kaschghar-Gebirgszug lugt der Muztag Ata hervor. Doch über allem dominiert der mächtige Südhang des Kongur, siehe Abb. 5. Das Wetter verschlechterte sich allmählich. Wir hielten an, um zu Mittag zu essen, und stellten vorsorglich ein Zelt auf.

Nach dem Mittagessen konnten wir nicht mehr aufbrechen. Ein starker Wind setzte ein, die Sicht war null. Wir befanden uns auf einem ebenen Absatz in einer sehr guten Lagerposition. Vor uns lagen ausgedehnte, möglicherweise lawinengefährliche Schneefelder vor dem Gipfel. Daher beschlossen wir, das Schicksal nicht herauszufordern und am Ort des Mittagessens zu übernachten. Höhe 5870 m.

  1. August. Klarer Morgen, die Sicht war sensationell. Es schien, als ob man im Südosten die Gipfel des tibetischen Knotens Aqsayqin sehen konnte. Aufbruch um 7:20 Uhr. Wir stiegen etwas zur Sattelung ab. Hier war der Grat sehr scharf (Abschnitt 9). Wir gingen Seilschaft für Seilschaft. Hinter der Sattelung geht der Grat in einen vorgipfelnahen Hang über, siehe Abb. 3. Steilheit 20°, loser und tiefer Schnee (Abschnitt 10). Es war sehr schwierig zu gehen. Der Führende hielt nicht mehr als 30 Schritte durch — und dann abgelöst! Um 12:15 Uhr erreichten wir einen Serak auf einer Höhe von 6200 m, siehe Abb. 3. Mittagessen. Während wir das Essen zubereiteten, trampelten Ilja und Boris einen Pfad auf einem etwa 200 m langen Abschnitt.

Nach dem Mittagessen brachen wir um 14:15 Uhr auf. Steilheit 30°. Hier war es nicht mehr so tief, manchmal traf man auf Eis (Abschnitt 11). Der letzte Abschnitt vor dem Erreichen des Nordgrats des Kyzylzel — ein Eis-Hang mit einer Steilheit von 45°, in dessen unterem und mittlerem Teil sich nicht breite Bergschründe befanden (ein Seil Sicherungen, Abschnitt 12). Auf den Nordgrat stiegen wir um 15:40 Uhr. Ein starker Südwestwind wehte. Auf dem sanften und breiten Grat erreichten wir in 1 Stunde den Gipfel des Kyzylzel (6525 m).

Vom Gipfel des Kyzylzel stiegen wir in 10 Minuten auf eine Verbindungsstelle vor dem westlichen Vorgipfel ab. Hier, in einer vor dem Wind geschützten Mulde, richteten wir unser Nachtlager ein. Höhe 6490 m. Einige nahmen „zur Vorbeugung“ Citramon. Alle schliefen gut.

  1. August. Klarer Morgen. Den Abstieg über den Westgrat begannen wir um 9:20 Uhr. Hier lag deutlich weniger Schnee als auf dem Ostgrat. Offenbar wird er durch die vorwiegend südwestlichen Winde auf die gegenüberliegende Seite des Berges geweht. Offenes Eis war praktisch nicht vorhanden.

Wir gingen simultan, ab und zu mit abwechselnder Sicherung, siehe Abb. 7. Auf einem Abstieg des Grats sicherten wir ein Seil (Eis, 45°, unten ein nicht breiter Bergschrund). Weiterhin umgingen wir Eiszacken und Überhänge des Grats, indem wir mal auf der Nord-, mal auf der Südseite vorankamen. Manchmal überquerten wir:

  • offene und halbverschüttete Spalten,
  • Ausbisse offenen Eises,
  • kleine Abstürze.

Um 12:35 Uhr erreichten wir eine Schutt-Sattelung auf 5400 m. Dies ist der erste akzeptable Ort, um vom Grat abzusteigen, siehe Abb. 8. Ein Abstieg nach Süden schien bevorzugt. Auf- der Sattelung nahmen wir die Klettergurte ab und aßen einen Imbiss.

Ein einstündiger Abstieg über feinen Schutt von der Sattelung (5400 m) nach Süden führte uns in eine Tasche des Gletschers. Hier richteten wir auf einer Höhe von 4725 m unser Mittagessen ein.

9. Fotoillustrationen

img-6.jpegAbb. 4. Aufstieg auf den Ostgrat. Abschnitte 5 und 6.

img-7.jpegAbb. 5. Blick vom Ostgrat des Kyzylzel auf die Südwand des Kongur. 1 — Uzun Muztagh (7245), 2 — Hauptgipfel (7719), 3 — Ostgipfel (7625) (Dongbei).

img-8.jpegAbb. 6. Gruppe auf dem Gipfel des Pik Kyzylzel. Abend des 24. August 2000

img-9.jpegAbb. 7. Abstieg vom Gipfel über den Westgrat. Morgen des 25. August 2000

img-10.jpegAbb. 8. Weg des Abstiegs vom Pik Kyzylzel über den Westgrat. Blick von Südwesten. 1 — p. Kongur (7719), 2 — p. Keksel (6715), 3 — p. Kyzylzel (6525). (Foto eines unbekannten Autors aus dem Internet)

Quellen

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