Pas­port des Auf­stiegs

  1. Klas­se — tech­nisch.
  2. Sierre-Ne­vada, Yo­se­mi­te-Tal (USA)
  3. Gip­fel "El Ca­pi­tan", Rou­te "Die Nase".
  4. Vor­ge­schla­gen — 6B Kat. der Schw. (nach ame­ri­ka­ni­scher Klas­si­fi­ka­ti­on: VI 5.11 A3).
  5. Hö­hen­dif­fe­renz: 870 m; Län­ge 1020 m.

Län­ge der Ab­schnit­te 5. Kat. der Schw. — 210 m; 6. Kat. der Schw. — 810 m; mitt­le­re Steil­heit: 82°.

  1. Ge­schla­ge­ne Haken:

Felshaken Bohrhaken

17 *46044^{*}
7 *21032^{*}
  • — Wie­der­ver­wen­dung be­reits ge­schla­ge­ner Haken.

Im Nen­ner — für künst­li­che Ver­siche­rungs­punk­te (KVP) ver­wen­det.

  1. Be­we­gungs­stun­den der Man­nschaft: 46 Std. und Ta­ge: 4.

  2. Über­nach­tun­gen: 1. auf ei­ner Platt­form; 2. auf ei­nem Podest; 3. auf ei­ner Platt­form.

  3. Lei­ter: Tel­pow Alex­an­der Alek­s­e­je­witsch KMS 143400 Mos­kau­er Re­gion, Kras­no­gor­sk, Le­nin 34–125 Teil­neh­mer: Wi­no­ku­row Ana­to­li Phi­l­ip­po­witsch MS Gesch­ken­bein Wa­dim Bo­ris­so­witsch KMS

  4. Trai­ner: Wi­no­ku­row Ana­to­li Phi­l­ip­po­witsch MS Mos­kau­er Re­gion, Bio­kom­bi­nat, 5–10

  5. Aus­gang auf die Rou­te: 7:00 22. Mai 1996.

Aus­gang auf den Gip­fel 22:00 1996 Rück­kehr ins Ba­sis­la­ger 26. Mai 1996.

  1. Or­ga­ni­sa­ti­on: Mos­kau­er Re­gio­na­ler Sport­aus­schuss. All­ge­mei­nes Fo­to des Gip­fels.img-0.jpeg

Auf­ge­nom­men am 19. Mai 1996 mit ei­ner "Pen­tax"-Ka­me­ra.img-1.jpeg

Auf­ge­nom­men am 19. Mai 1996 mit ei­ner "Ze­nit"-Ka­me­ra und "Ge­lio­s-44"-Ob­jek­tiv.img-2.jpegwww.alp­fede­ration.ru ↗

Tak­ti­sche Aktio­nen der Man­nschaft.

Die Rou­te "Die Nase" ist reich an Pen­del­schwin­gun­gen und Tra­ver­sen von ei­ner ver­ti­ka­len Spal­te zur an­de­ren. Da­her muss die Man­nschaft auf Fol­gen­des vor­be­rei­tet sein:

  • Schwie­ri­ge Ar­beit
  • Ruck­sack­trans­port.

Ins­be­son­de­re emp­fiehlt es sich, mit der Be­ar­bei­tung der ers­ten vier Seil­ab­schnit­te bis zur ho­ri­zon­ta­len Kon­so­le "Sickle Ledge", de­ren Tra­ver­sie­rung und ei­nem ver­ti­ka­len Ab­stieg mit Si­che­rung der Seile an be­reits vor­han­de­nen Bohr­ha­ken­sta­tio­nen zu be­gin­nen, um am fol­gen­den Tag mit Ge­päck wie­der auf­zu­stei­gen und die­sen Tra­vers zu ver­mei­den. Ge­nau so hat­te un­se­re Man­nschaft den Aus­gang auf die Rou­te ge­plant.

Al­ler­dings wur­den wir un­ter­halb des Rou­ten­be­ginns am 21. Mai 1996 von ei­nem hef­ti­gen Re­gen­fall er­fasst, der bis zum Abend an­hielt. Nach­dem wir so ei­nen Tag ver­lo­ren hat­ten, bra­chen wir am 22. Mai oh­ne Vor­be­rei­tung mit vol­lem Ge­päck auf.

Die Rou­te ist größ­ten­teils mit zu­ver­läs­si­gen 11-mm-Bohr­ha­ken an den Si­che­rungs­punk­ten aus­ge­stat­tet, wäh­rend man sich in den Zwi­schen­räu­men meis­tens mit Fels­freun­den si­chern muss. Be­son­ders hilf­reich sind "Friends", die ur­sprüng­lich für die Yo­se­mi­te-Beding­un­gen ent­wi­ckelt wur­den, mit ih­ren glat­ten Spal­ten. Um auf die aus­ge­bau­ten Sta­tio­nen zu ge­lan­gen, benö­tigt man 50-m-Seile.

Die Man­nschaft ver­wen­de­te:

  • ein 50-m-Seil "Edel­rid";
  • zwei Seile aus Ka­li­ningrad.

Wir hat­ten:

  • einen doppel­ten — drei­fa­chen Satz "Friends" al­ler Grö­ßen;
  • eine große Men­ge an Felshaken.

Be­son­ders hilf­reich war der Satz aus­ein­an­der­fahr­ba­rer Stop­per, ins­be­son­de­re auf dem pro­ble­ma­ti­schen Ab­schnitt 4. Kat. der Schw. A3.

Man muss be­den­ken, dass nach Ein­füh­rung mo­der­ner Si­che­rungs­mit­tel die al­ten Bohr­ha­ken von der Rou­te ent­fernt wur­den, und für das Be­ge­hen der Rou­te mo­der­nes Ma­te­ri­al er­for­der­lich ist, da ein ge­wöhn­li­cher Felshaken nicht über­all ein­ge­schla­gen wer­den kann. Für die Ar­beit an den KVP wur­den Haken­nä­gel und Ring­lei­tern ver­wen­det.

Ob­wohl es auf der Rou­te auch Kon­so­len gibt, nah­men wir eine Häng­platt­form mit, um an je­dem Ort über­nac­hten zu kön­nen. Die 5,5 kg schwe­re Platt­form wur­de von L. Mar­ty­now ent­wi­ckelt und über vie­le Jah­re von Man­ns­chaf­ten der Mos­kau­er Re­gion bei Be­ge­hun­gen auf:

  • die "Kholod­naja Ste­na",
  • Pik K. Marx,
  • Pik 4810.

Für die Rou­te nah­men wir 20 l Was­ser mit, Es­sen wur­de mor­gens und abends auf ei­nem Gas­bren­ner aus im ört­li­chen Al­pi­nis­ten-La­den ge­kauf­ten Fer­tig­pro­duk­ten ge­kocht, wäh­rend tags­über Tro­cken­ra­tio­nen ver­zehrt wur­den, die eben­falls dort ge­kauft wor­den wa­ren.

Die ers­te Seil­län­ge der Rou­te ging A.F. Wi­no­ku­row. Da­nach ar­bei­te­ten zu­erst W. Gesch­ken­bein und A. Tel­pow. Am 23. Mai 1996 ge­rie­ten wir in ei­nen un­er­war­te­ten hef­ti­gen Re­gen mit Schnee­fall, der für die­se Re­gion ty­pisch ist. Bei kla­rem Him­mel er­schien ei­ne schwar­ze Wol­ke von der Sei­te der Sier­ra. In ei­ner hal­b­en Stun­de ge­lang es uns, auf ein Sims ab­zu­stei­gen und die Platt­form auf­zu­bau­en, und so­fort be­gann ein Wol­ken­bruch bei star­kem Wind. Glück­li­cher­wei­se dauer­te er nur 2 Stun­den, der Fels trock­ne­te schnell ab, und wir setz­ten un­se­re Ar­beit auf der Rou­te fort.

Ob­wohl man in den Yo­se­mi­tes häu­fi­ger un­ter Son­nen­stich lei­det, sind in der gan­zen Ge­schich­te:

  • vier Men­schen an Un­ter­küh­lung ge­stor­ben.
  • mehr als ein Dut­zend wur­den in schwerem Zu­stand von der Wand ge­ret­tet.

Des­halb hält man es für not­wen­dig, et­was Was­ser­dich­tes bei sich zu tra­gen, da ein aus­ge­trock­ne­ter Or­ga­nis­mus der Käl­te schlecht Stand hält.

Bei der Vor­be­rei­tung auf den Auf­stieg nutz­ten wir das Buch von George Meyers & Don Reid "Yosemite climbs" und er­hiel­ten nütz­li­che Tipps von Egor Tim­me.

Scha­bild der Rou­te

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Scha­bild der Rou­te

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Scha­bild der Rou­te

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Scha­bild der Rou­te

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Be­schrei­bung der Rou­te nach Ab­schnit­ten.

Die in ei­nem Kreis ein­ge­fass­ten Zah­len auf der Schem­a be­zeich­nen all­ge­mein ak­zep­tier­te Si­che­rungs­punk­te, die oft mit gu­ten Bohr­ha­ken aus­ge­stat­tet sind.

0–4. Hin­auf durch die Ecke, dann Pen­del­schwin­gung und ein Ab­schnitt sehr kom­pli­zier­ten Klet­terns bis zum Aus­gang auf das Sims "Sickle Ledge".

4–8. Nach rechts über das Sims bis zum En­de und hin­auf, Pen­del­schwin­gung nach rechts. Auf­stieg in die "Dolt­sche Lücke", Pen­del­schwin­gung nach rechts und wei­ter hin­auf durch die Spal­te.

8–12. Hin­auf durch die gu­te Spal­te bis zum "Dolt-Turm". Podest. 12–15. Dul­fer nach rechts-un­ten und wei­ter nach rechts-oben bis zum "El Cap-Turm". Podest.

15–16. Hin­auf durch den Ka­min zwi­schen der Wand und der ab­ge­split­ter­ten Plat­te bis zur Ober­sei­te des Ab­split­ter­lings.

16–18. Bohr­ha­ken-Pfad nach links — oben bis zur Spal­te, dann hin­auf bis zur Schlin­ge. Sehr schwie­ri­ge und lan­ge Pen­del­be­we­gung nach links — un­ten in ei­ne gu­te Spal­te. Dann hin­auf.

18–21. Hin­auf durch die Spal­te, dann Pen­del­schwin­gung nach links bis zum Sims. Über das Sims nach links bis zum En­de und dann hin­auf bis zum "La­ger 4". Podest.

21–23. Auf­stieg un­ter die "Dach" und Tra­vers nach rechts. Sehr schwie­ri­ges KVP an klei­nen Felshaken ent­lang ei­ner ver­ti­ka­len, nas­sen Ris­se zwi­schen der Decke und der Wand.

23–25. Hin­auf durch die Spal­te bis zum "La­ger 5". Podest. 25–28. In­ter­es­san­ter Fels mit schüs­sel­ar­ti­gen Vor­sprün­gen aus schwar­zem Ge­stein in gra­ni­t­grau­em Ge­stein. Bäch­lein, man kann Was­ser schöp­fen. Hin­auf bis zum "La­ger 6". Podest.

28–34. Hin­auf durch stei­le und über­hän­gen­de Spal­ten bis zur Bohr­ha­ken-Stre­cke. Hin­auf über die Bohr­ha­ken auf das Pla­teau.

Vom Gip­fel führt der Weg nach rechts zum Big Yo­se­mi­te-Was­ser­fall und hin­un­ter zum La­ger Sun­ny­si­de.

Fo­to­il­lus­tra­tio­nen des Be­rich­tes

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A.F. Wi­no­ku­row be­rei­tet sich auf die Ar­beit an der ers­ten Seil­län­ge vor. (Abschn. 1)

Fo­to­il­lus­tra­tio­nen des Be­rich­tes

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An­nä­he­rung an das "Dach". Ab­schnitt 22. Fo­to­il­lus­tra­tio­nen des Be­rich­tesimg-9.jpeg

"Das Dach". Ab­schnitt 23. Fo­to­il­lus­tra­tio­nen des Be­rich­tesimg-10.jpeg

Ab­schnitt 28.

Quellen

Kommentare

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