Beschreibung der Route zum Gipfel 4350 «Malaia Igla» über den Südostgrat

/Erstbegehung/

Zusammensetzung der Gruppe:

  1. Rudnew W.S. — Leiter
  2. Malychin J.M. — Trainer
  3. Egorow L.A.
  4. Zhelonkin E.F.
  5. Pawlowski E.S.
  6. Sofronow I.D.

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Der Gipfel 4350 «Malaia Igla» befindet sich im oberen Teil des Zeravshan-Gletschers (Pamir-Alai), im nördlichen Teil des Zeravshan-Gebirges. Nördlich davon befindet sich der Knotenpunkt des Alai-, Zeravshan- und Turkestan-Gebirges — der Gipfel Igla (später wurde festgestellt, dass Igla aus einem Massiv völlig eigenständiger Gipfel besteht, die bedingt als Pik Pacharkowa, Zentral-Igla und Haupt-Igla bezeichnet werden). Südlich vom Gipfel 4350 befindet sich der Gipfel Belaja — 5000 m. Die Höhe von «Malaia Igla» wurde mit einem Höhenmesser mit einer Genauigkeit von ±20 m bestimmt. Der Name wurde gemeinsam mit der Gruppe Chochrjakow vorgeschlagen, die am 20. Juli 1969 die Erstbesteigung auf diesen Gipfel über den Südwestgrat durchführte (siehe Karte-Skizze Abb. 1 und Foto 1 und 2). Die Gruppe der Zusammenkunft in Arzamas 16 bestehend aus: Rudnew W.S. — Leiter, Malychin J.M. — Trainer, Egorow L.A., Zhelonkin E.F., Pawlowski E.S., Sofronow I.D. — Teilnehmer, bewertete die Route zum Gipfel Malaia Igla über den Südostgrat mit 4A Kategorie voraus und führte die Erstbegehung dieser Route am 20. Juli 1969 durch (siehe Foto 3 und 4). Die Gruppe verließ das Basislager am Pass Mattscha um 7:00 Uhr, erreichte den Gipfel um 16:30 Uhr und kehrte am selben Tag um 20:30 Uhr zum Biwak zurück. Vom Pass Mattscha führt der Weg nach links — hinunter zum Zeravshan-Gletscher, um den Südgrat des Piks Ostrokonechny herum, hinauf zur schnee- und eisbedeckten Hochebene unter den südlichen Hängen des Gipfels Igla (Vorsicht — Spalten! Hier ist es notwendig, in Seilschaften zu gehen) und um den Südwestgrat von Malaia Igla herum zum Pass, der bedingt als «Karnis» bezeichnet wird (siehe Foto 1, 2, 5). Der Pass ist ein kurzer Schneehang mit 50–55° Neigung und einem Höhengewinn von 50–60 m. Unten und in seinem mittleren Teil — kleine Bergschründe, oben — Ausstieg über Felsen 8–10 m mit gleicher Steilheit. Links in die Felsen ist ein Eishaken eingeschlagen. Der Weg vom Basislager zum Pass dauert 1,5–2 Stunden, die Überwindung des Passes — 0,5 Stunden.

Der Aufstieg zum Grat — der 1. Schlüsselabschnitt der Route. Er stellt einen Turm mit nicht deutlich ausgeprägten Wänden oder den ersten Gendarm dar (siehe Foto 3). Umgehung rechts auf einem Travers von 80 m über einen Schneehang mit 40–50° Neigung, zunehmender Steilheit bis zu einem nicht deutlich ausgeprägten Gratkamm, der nach Osten abzweigt. Sicherung durch Eispickel. Aufstieg über Felsbänder aufwärts 60–70 m. Felsen mit mittlerer Blockstruktur, mittlerer Schwierigkeit, Steilheit 50–55° (siehe Foto 6). Sicherung abwechselnd durch Vorsprünge. Der Gratkamm geht in eine 10-m-Wand mit 75° Steilheit über. In ihrem linken unteren Teil ist ein Haken eingeschlagen. Ausstieg nach rechts-aufwärts 3–4 m — 2. Haken. Weiter gerade — aufwärts unter einem großen dreieckigen Vorsprung — Sicherung (Perlon-Leitern). Bis zum Gipfel des Gendarms gerade — aufwärts 40–60 m Klettern mittlerer Schwierigkeit mit abwechselnder Sicherung. Auf dem Gipfel — ein Kontroll-Tour. Höhengewinn — 120 m, durchschnittliche Steilheit 55–60°, Aufstieg vom Pass — 2 Stunden 30 Minuten.

Vom 1. Gendarm zum 2. führt eine steile Schneeverbindung, an der Ostseite sind die Felsen stellenweise mit Firn bedeckt, an der Westseite — Überhänge (siehe Foto 7). Die ersten 10–15 m werden mit sorgfältiger Sicherung überwunden. Der 2. Gendarm wird rechts umgangen und dann aufwärts über einen Schneehang mit 45–50° Steilheit 10–15 m (siehe Foto 8). Zwischen dem 1. und 2. Gendarm 80–90 m. Dann 80 m Felsgrat mittlerer Schwierigkeit bis zum 3. Gendarm. Sicherung durch Vorsprünge, manchmal gleichzeitig. Der 3. Gendarm stellt große, überhängende Felsformationen dar. Er wird frontal mit einem Abweichen nach links in eine 5-m-Spalte zwischen den Felsformationen überwunden. Weiter Felsgrat 50 m bis zum Fuß des 4. Gendarms. Bewegung gleichzeitig (siehe Foto 9). Die zweite Schlüsselstelle der Route — der 4. Gendarm wird rechts auf Felsbändern 40 m mit sorgfältiger Haken-Sicherung umgangen (lose Steine!). Es ist auch möglich, den Gendarm frontal zu überwinden, aber in diesem Fall muss eine 2,5-m-überhängende Wand überwunden werden. Auf dem 4. Gendarm — zweite Kontroll-Tour. Dann 50–60 m abwechselnde Bewegung über einen Schneegrat bis zum vorgelagerten Aufschwung. Abweichen nach links und aufwärts über eine 13-m-Wand mit 65° Steilheit. Klettern über mittlerer Schwierigkeit. Bis zum Fuß des Gipfelturms 45–50 m Felsgrat mittlerer Schwierigkeit. Höhe des Turms 15–20 m, Steilheit 75–80°. Klettern schwierig, Sicherung durch Haken. Dies ist die dritte Schlüsselstelle der Route, wird gerade aufwärts überwunden (siehe Foto 10). Der Gipfel — eine kleine Felsplattform.

Abstieg nach Osten — zuerst ein Abstieg von 15–20 m, dann sportlich über stark verwitterte Felsbänder eines nicht deutlich ausgeprägten Couloirs. Weiter über den Gletscher zum Pass Karnis und zum Basislager.

Also ist der Aufstieg zum Gipfel Malaia Igla über den Südostgrat eine kombinierte Route. Vom Pass Mattscha bis zum Gipfel — 9 Stunden 30 Minuten, Abstieg und Rückkehr zum Basislager — 4 Stunden. Höhengewinn vom Pass Karnis — 200 m.

Schlüsselstellen:

    1. Gendarm
    1. Gendarm
  • Gipfelturm

7 Felsenhaken eingeschlagen. Gute Stellen für eine Übernachtung auf der Route gibt es nicht. Bei Bedarf ist ein Abstieg vom Grat zum Gletscher an der Ostseite möglich.

Bei der Bewertung der Schwierigkeitskategorie der überwundenen Route gingen die Teilnehmer der Gruppe, die alle Aufstiege der 5. Kategorie durchgeführt haben, von ihrer Erfahrung bei Aufstiegen auf klassifizierten Routen aus. Die gegebene Route:

  • ist technisch schwieriger als die Grate: Sarykol (3B, Adyr-Su), MNR (3B, Travers, Baksan), Kitschkidar-Junom (3B, Adyr-Su);
  • steht nicht zurück hinter: Nakra-tau über den NO-Vorsprung (4A, Baksan), 1. Turm der Krone (4A, Kirgisische Ala-Too), Ullu-tau-tschana (4A, Adyr-Su);
  • ist nach Schwierigkeit und Charakter analog Adyr-Su mit Granowski (4A, Adyr-Su).

Ausgehend davon schlägt die Gruppe vor, den Aufstieg zum Gipfel 4350 «Malaia Igla» über den Südostgrat als Route der Kategorie 4A zu klassifizieren.

Empfehlungen für die Bergsteiger:

  1. Teilnehmerzahl — 4–6 Personen.

  2. Ausgangsbiwak — Pass Mattscha.

  3. Aufbruchszeit — 3–4 Stunden.

  4. Ausrüstung: Seil Haupt- 2×40 m, Reepschnur Verbrauchs- 6–8 m, Felsenhaken 6–8, Eishaken 1–2, Hammer Fels- — 2, Karabiner — 8, Zelt — 1.

  5. November 1969

Rudnew

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Foto 1. Blick auf das Massiv Igla vom Pass Mattscha.

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Foto 2. Pass Karnis. I, II, III, IV — Gendarmen, V — Gipfel.

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Foto 3. Blick auf den Südostgrat von Malaia Igla von Osten.

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Foto 4. Blick auf den Südostgrat von Malaia Igla vom Grat der Zentral-Igla.

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Quellen

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