Pas­sport für die Be­stei­gung des Gip­fels Jel-Te­ger­men 4570 m.

  1. Tian-Shan, mitt­le­rer Teil des At-Ba­shi-Gebir­ges, Ge­biet Bos­kur­bu. Die­ser Abschnitt fehlt im Klas­si­fi­zie­rungs­sys­tem.
  2. Jel-Te­ger­men — 4570 m. Über den west­li­chen Cou­loir und dann über den süd­li­chen Grat.
  3. Vor­ge­schla­ge­ne Schwie­rig­keits­klas­se: 3B. Erst­be­stei­gung.
  4. Kom­bi­nier­te Route.
  5. Hö­hen­dif­fe­renz — 520 m (GPS).

Län­ge der Route — 800 m.

Ab­schnit­te:

  • 2B: 600 m, 40–55°
  • 4A: 200 m, 40°
  1. 8 Si­che­run­gen wur­den ver­wen­det.
  2. 12 Geh­stun­den.
  3. Ab­stieg über den­sel­ben Weg wie der Auf­stieg.
  4. Lei­ter: Paolo Rab­bia.

Teil­neh­mer: Ales­san­dro Bel­tra­me

  1. Be­ginn der Route: 8:00, 29. März 2015.

Er­rei­chen des Gip­fels: 17:30, 29. März 2015. Rück­kehr: 20:00, 29. März 2015.

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Jel-Te­ger­men, die Müh­le

Die­ser Berg er­in­nert in Form und Hö­he an das Mat­ter­horn und be­fin­det sich im mitt­le­ren Teil des At-Ba­shi-Gebir­ges in Kir­gi­sis­tan.

Nach An­ga­ben der kir­gi­si­schen Rei­se­ge­sell­schaft, die die Lo­gis­tik si­cher­stell­te, war dies nur die zwei­te Ex­pe­di­ti­on in die­sem Ge­biet über­haupt. Die ers­te Er­kun­dungs­ex­pe­di­ti­on wur­de von Gi­a­co­mo Pa­ra und Pa­o­lo Rab­bia im Win­ter 2011 auf Ski durch­ge­führt. Dank der In­for­ma­tio­nen, die wäh­rend die­ser Ex­pe­di­ti­on ge­won­nen wur­den, war es mög­lich, eine zwei­wö­chi­ge Tour (dav­on 10 Ta­ge auf dem Berg) vom 20. März bis 3. April 2015 zu or­ga­ni­sie­ren.

Von dem letz­ten Dorf, das mit dem Auto er­reich­bar war, brauch­ten wir einen Tag, um auf Pfer­den zum Berg zu ge­lan­gen und etwa 80 kg Nah­rung und Aus­rüs­tung mit­zu­füh­ren. Das Ba­sis­la­ger wur­de auf 3070 m Höhe auf Schnee in der Nä­he ei­ner Was­ser­quel­le er­rich­tet.

Die­ser Ort ist im­mer star­ken Win­den aus­ge­setzt (bis zu 100 km/h). Des­halb wird der Berg von den kir­gi­si­schen No­ma­den Jel Tegermen (die Müh­le) ge­nannt.

Die fol­gen­den 1000 m Rich­tung Gip­fel wur­den auf Ski zu­rück­ge­legt. Nach­dem wir den Eis­bruch am Bo­den des Ta­les über­wun­den hat­ten, konn­ten wir die bes­te Auf­stiegs­rou­te zum Gip­fel fin­den. Wir ent­schie­den uns, zwei La­ger ein­zu­rich­ten:

  • auf 3070 m
  • auf 4050 m

Wäh­rend des ers­ten Ver­suchs am 25. März er­reich­ten wir das En­de ei­nes Eis-Cou­loirs auf 4450 m Höhe.

Nach vier Ta­gen Zwangs­pau­se we­gen schlech­ten Wet­ters ver­such­ten wir am 29. März, den Gip­fel di­rekt aus dem Ba­sis­la­ger zu er­rei­chen. Nach 4 Stun­den auf Ski und 2 Stun­den Klet­tern im Cou­loir stie­gen wir die letz­ten 120 m zum Gip­fel.

Die­ser letz­te Ab­schnitt war ein sehr schwie­ri­ger Fel­sen mit be­grenz­ten Mög­lich­kei­ten zur Si­che­rung. Die­ser Ab­schnitt wur­de mit:

  • Eis­bei­len und Steig­ei­sen
  • Haken
  • Mut­tern
  • Friends

durch­stie­gen. Der Gip­fel wur­de um 17:30 Uhr von Paolo Rab­bia und Ales­san­dro Bel­tra­me er­reicht. Mar­co Ber­nini brach den Ver­such we­gen Atem­pro­ble­men ab.

Wäh­rend des Ab­stiegs wa­ren wir ge­zwun­gen, un­se­re Seile auf den ers­ten 1000 m we­gen Steinschlag­ge­fahr zu­rück­zu­las­sen.

Das Zwi­schen­la­ger wur­de um 20:00 Uhr er­reicht.

Dann gin­gen wir auf Ski ins Ba­sis­la­ger hin­un­ter, im Ne­bel, mit der ge­sam­ten Aus­rüs­tung und dem ge­sam­ten Ma­te­ri­al der hö­he­ren La­ger auf un­se­rem Rücken.

Wir er­reich­ten das Ba­sis­la­ger ge­gen Mit­ter­nacht.

Un­se­re neue Route (TD+ nach der UIAA-Ska­la) wur­de „Die Her­zen der Vier“ ge­nannt.

Do­ku­men­ta­ti­on

Ich ver­such­te, un­ser Ab­en­teu­er durch vi­suel­le Bil­der zu be­schrei­ben und pro­fes­sio­nel­le Aus­rüs­tung zu ver­wen­den, um hoch­wer­ti­ge Bil­der und Vi­deos zu er­stel­len, die eine gu­te Vor­stel­lung von den Emotio­nen ver­mit­teln, die wir er­lebt ha­ben.

Ich mach­te das dank:

  • Leich­tig­keit und Qua­li­tät der Aus­rüs­tung;
  • gu­ter Or­ga­ni­sa­ti­on der Syn­chro­ni­sa­ti­on.

Ich ver­such­te, schnell in Echt­zeit zu ar­bei­ten, um die Stim­mung und die schwie­ri­gen Mo­men­te zu­sam­men mit den un­ter­schied­li­chen Wet­ter­be­din­gun­gen ein­zu­fan­gen. Es ist eine Ge­schich­te von Ab­en­teu­ern und Er­kun­dun­gen, er­zählt di­rekt von den Haupt­per­so­nen, eine Ge­schich­te von:

  • Nie­der­la­gen,
  • Re­sig­na­ti­on,
  • ge­zwun­ge­nem Zu­sam­men­le­ben,
  • En­thu­si­as­mus,
  • Be­stimmt­heit,
  • und Be­las­tung.

Es ist eine Auf­zeich­nung dar­über, wie man Tag für Tag Mut be­weist in ei­ner Zeit, in der vir­tu­el­le Rea­li­tät at­trak­ti­ver er­scheint als die ech­te.

Die­ser Film ist eine Auf­for­de­rung, sich in Fel­der zu be­ge­ben, in de­nen Eis­bei­le und Steig­ei­sen nicht er­for­der­lich sind, aber Be­stimmt­heit und Mut not­wen­dig sind.

Jel Teger­men, the Wind­mill

This moun­tain is si­mi­lar to the Mat­ter­horn in shape and height and is si­tu­a­ted in the cen­tral part of the At Ba­shi range in Ky­rgyz­stan. Ac­cord­ing to the Ky­rgyz a­gen­cy, that sup­plied the lo­gis­tics, this is the se­cond ex­pe­di­tion in this a­rea ever. The first ex­plo­ra­tion was in win­ter 2011 on ski by Gi­a­co­mo Pa­ra and Pao­lo Rab­bia.

Thanks to the in­for­ma­tion got du­ring that ex­pe­di­tion it was pos­si­ble to or­ga­nize a two-week-tour (of it 10 days have been spent on the moun­tain), from 20 мар­та 2015 г. to 3 ап­ре­ля 2015 г.

From the last village reachable by car, it took us one day to ap­proach the moun­tain on horse­back, carrying about 80 kilos of food and equip­ment with us. The base camp was orga­nized at 3070 м, on snow, near the high­est source of wa­ter. This place is al­ways beat­en by strong winds (up to 100 km/hour). That's way the moun­tain is called Jel Tegermen (The Wind­mill) by Kyrgyz nomads.

The fol­low­ing 1000 me­tres to­wards the moun­tain were done by ski. Once we over­came the ice­fall at the bot­tom of the val­ley, we were a­ble to find the best line to the top. We de­cid­ed to in­stall two camps, one at 3070 м and the oth­er at 4050 м.

Dur­ing the first at­tempt to the sum­mit, on March 25th, we reached the end of an ice cou­loir at 4450 м. Af­ter four days of forced stop due to bad weath­er, on March 29th, we tried to reach the sum­mit di­rect­ly from the base camp. Af­ter 4 hours by ski and 2 hours of climb­ing in the cou­loir, we climbed the last 120 me­tres to the top.

В dieser letzten Teilstrecke trafen wir auf sehr schlechte Felsqualität und hatten nur begrenzte Möglichkeiten zur Sicherung. Dieser Abschnitt wurde mit Hilfe von:

  • Eispickeln und Steigeisen
  • Haken
  • Sets von Nüssen
  • Freunden

durchstiegen. Der Gipfel wurde um 17:30 Uhr von Paolo Rabbia und Aless­andro Beltrame erreicht. Marco Bernini brach den Versuch wegen Atemproblemen ab.

Während der ersten 1000 m des Abstiegs waren wir gezwungen, unsere Seile wegen Steinschlaggefahr zurückzulassen. Das Ende des Couloirs wurde um 20:00 Uhr erreicht. Dann stiegen wir auf Skiern durch den Nebel ins Basislager ab, wobei wir die gesamte Ausrüstung und das gesamte Material der höheren Lager auf unserem Rücken trugen. Das Basislager erreichten wir gegen Mitternacht.

Unsere neue Route (TD+ nach der UIAA-Skala) erhielt den Namen „Four Hearts“.

DOKUMENTATION Ich versuchte, unser Abenteuer durch visuelle Bilder zu beschreiben und professionelle Ausrüstung zu verwenden, um hochwertige Bilder und Videos zu erstellen, die eine gute Vorstellung von den Emotionen vermitteln, die wir erlebt haben. Ich machte das dank Leichtigkeit und Qualität der Ausrüstung und guter Organisation der Synchronisation. Ich versuchte, schnell in Echtzeit zu arbeiten, um die Stimmung und die schwierigen Momente zusammen mit den unterschiedlichen Wetterbedingungen einzufangen. Es ist eine Geschichte von Abenteuern und Erkundungen, erzählt direkt von den Hauptpersonen, eine Geschichte von:

  • Niederlagen,
  • Resignation,
  • erzwungenem Zusammenleben,
  • Enthusiasmus,
  • Bestimmtheit,
  • und Belastung.

Es ist eine Aufzeichnung darüber, wie man Tag für Tag Mut beweist in einer Zeit, in der virtuelle Realität attraktiver erscheint als die echte. Dieser Film ist eine Aufforderung, sich in Felder zu begeben, in denen Eispickel und Steigeisen nicht erforderlich sind, aber Bestimmtheit und Mut notwendig sind.

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Quellen

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