
PASPORt
AUFSTIEGS
PASPORt AUFSTIEGS
Klasse: Fels
Gebiet: TIEN-SCHAN, Uganer Kamm (7.II) Gipfel: AL'TUS Höhe lt. "KMGV-99": 3200 m BARS-I 3800 m Routen der ERSTBEGEHUNGEN und vorgeschlagene Schwierigkeitskategorien: Über das Sofija-Band zum Ostgrat: 3A komb. Über das Sofija-Band zum Westgrat: 3B komb. Höhenunterschied: 600 m Ausdehnung: 1000 m or. (415 m Wand.) Mittlere Steilheit des Wandteils: 47° 1200 m 2240 m (472 m Wandteil) 55° Sicherung: im Kouloir 10×40 m durch Eispickel + 10 Haken und 13 Sicherungen am Wandteil des Grats: 7 Haken 4 Haken + 25 Sicherungen Anzahl der Gehstunden: 8,5 Tage: ein – 31. Mai 1999 – ein
Leiter: LEVIN Mich. Semjon (MS, 1 Kat.) Unterschrift: Teilnehmer: Brjancev Vladisl. Vladim. (2. Sp. Rang) ŠUSTOV Konst. Vladim. (2. Sp. Rang) Agafonov Anat. Kondr. (1. Sp. Rang) Muslimov Ėnver Izet. (3. Sp. Rang) Trainer: Levin Mich. Semjon (MS, 1 Kat.) x) vom Biwak "2320" unter dem NW-Grat des Gipfels Solidarnost' und bis zum entsprechenden Gipfel
Hinweis: Beide Seilschaften stiegen gemeinsam zum Pass 3090 auf und trennten sich dann auf ihren Routen.

Foto Nr. 2: Blick von Norden auf den Gipfel BARS-I, seinen Westgrat; den Gipfel SOFIJA; die östliche und zentrale Spitze von AL'TUS. Aufgenommen am 4. Juni 1999 bei der Begehung des SW-K/F des Südgrats des Gipfels SOLIDARNOST' 3B Kat. sl. Die beschriebenen Routen über das Sofija-Band:
- Nordpfeiler von BARS-I 3B Kat. sl.
- 2 Varianten des rechten Teils der Nordwand des Westgrats von BARS-I 4A Kat. sl.
- Nordostgrat von SOFIJA 3A Kat. sl.
- Westgrat von SOFIJA 3B Kat. sl. (ebenso 4B Kat. sl. wie die beiden benachbarten Routen!)
- Ostgrat von AL'TUS 3A Kat. sl.
- Westgrat von BARS-I 3B Kat. sl.
- linker Nordgrat von AL'TUS 2B Kat. sl.
Siehe Foto Nr. 3. Da beide beschriebenen Routen auf den ersten Abschnitten identisch sind (490 m Höhendifferenz gemeinsam), sich dann aber auf demselben Grat in verschiedene Richtungen verzweigen, ist der Beginn der "Beschreibung" – gemeinsam.

Vom namenlosen Gipfel "4000", der die Uganer Viertausender ARSEN und AKTOR trennt, geht ein langer, nach Westen abfallender Sporn aus. Der zweite Gipfel in diesem Sporn, von der "namenlosen" Spitze aus gezählt, wurde 1977 von den Erstbesteigern aus dem KazKlub als "1. TURM DES ARSENALS" oder "BARS-I" bezeichnet: Von unten ist das abwechselnde Auftreten horizontaler Felsbänder und Schneeterrassen sichtbar. Besonders attraktiv ist der Nordpfeiler, der vom Gipfel BARS-I herabsteigt (3B Kat. sl., M. Skrochin–77); interessant ist auch der Westgrat, dessen linker Teil wiederholt als Fortsetzung der Wandroute von A. Denisenko–77 (4A Kat. sl.) begangen wurde: Beginnend links vom Gipfel SOFIJA auf dem rechten Teil der Nordwand des Westgrats, wählten sich die Gruppen auf den Grat etwa 300 m östlich der Einsattelung. Um den Westgrat des Gipfels BARS-I vollständig zu begehen, wählten wir für den Aufstieg zum Pass 3090 den Weg von Norden, um die Nordwestwand von SOFIJA rechts unten herum. Dieser Weg stimmt mit den ersten Seillängen der beiden 4B-Routen auf SOFIJA überein (Š. Rafikov–89, I. Rezaev–90). Nun zu AL'TUS: Der eingangs erwähnte "lange, nach Westen abfallende Sporn" endet in einem gegliederten – 3 Gipfel, 5 Grate und viele Pfeiler – Massiv. Es teilt die Schluchten und trifft als Erster im Gebiet auf die Alpinisten als hervorragender Panoramapunkt und Trainingsobjekt. Der Leiter der Erstbegehung, V. N. Šataev, benannte es 1974 nach dem Klub "AL'TUS" (Alpinisten, Touristen, Speläologen) aus Karaganda. Neben der damals begangenen rechten Nordroute 1B Kat. sl. (bis zum Westgipfel 2932 m, dann Abbiegung nach Osten zum Zentralgipfel 3200 m) wurden in den folgenden Jahren auch andere Routen begangen: 1977 – Ostgrat des rechten Nordgrats (3B Kat. sl.) 1996 – Südwest-"Barriere" (1B Kat. sl.) 1998 – Westgrat (2A Kat. sl.) 1998 – linker Nordgrat (2B Kat. sl.) Die Routen Nr. 2 und Nr. 4 führen ebenfalls zunächst auf den Westgipfel; Nr. 5 – auf den Zentralgipfel; Nr. 3 – auf den Ostgipfel von Al'tus von Süden. Von Norden aus gab es vor uns keine Routen auf den Ostgipfel. x) hier und im Folgenden bemühen wir uns nicht, die tatsächliche Orientierung anzugeben – NW usw.
Foto Nr. 3: Blick vom Ostgrat des AL'TUS nach Osten (VIII–98). Gut sichtbar ist das Profil des Nordpfeilers von BARS-I 3B Kat. sl.; im Schatten sind die oberen Teile der rechten Hälfte der Nordwand von BARS-I kaum zu erkennen. Sehr gut sichtbar ist jedoch, dass die sogenannte "3B" am Westgrat von SOFIJA sehr schwierig ist, obwohl sie kurz ist (ca. 200 m), und den benachbarten Routen auf der Nordwestwand kaum nachsteht. Diese sind jedoch als Winterrouten 4B klassifiziert!
Anfahrt
S. 5

Auf dem bekannten Weg zum Campingplatz – bis zur Durchquerung des Sajram-su und Kergelej (1800 m). Vom Campingplatz (30 Min.) auf dem Pfad, der auf das rechte (hier und im Folgenden orographisch) Ufer des Sajram-su wechselt, und weiter durch eine große Lichtung (1830 m) um die Nordhänge des AL'TUS herum. Man kann sie auch auf dem linken Ufer des Sajram-su umgehen, aber es ist einfacher, mit Rucksäcken vorzudringen, indem man die Nordhänge des Al'tus erklimmt und sie in Richtung der horizontalen, baumlosen Verbindung zwischen dem linken Nordgrat des Al'tus und dem Westgrat quert. Nach dem Abstieg zum Wasser verliert sich der Pfad in 30–40 Min. von der Mündung der Sajram-su-Zuflüsse (2300 m). Oberhalb der Mündung ist ein Biwak auf dem "Grünen Hügel" möglich, von wo aus die Routen 4A und 4B Kat. sl. auf den Gipfel SOLIDARNOST' beginnen (2–2,5 Std. von der Mündung, 1800 m). Foto Nr. 4: Blick vom "Grünen Hügel" nach Süden (I–99). Rechts – die Osthänge des linken Nordgrats des AL'TUS, links – der Westgrat des Gipfels SOLIDARNOST'. Das Sofija-Band ist verdeckt, aber der Pass 3090 ist auf dem Anmarsch sofort sichtbar, sobald man das Massiv des AL'TUS umgangen hat. Von hier aus ist es 1 Stunde bis zur Endmoräne 2750 m, die die südlichen Ausläufer der SOLIDARNOST' und den Fuß von SOFIJA verbindet. Der Beginn der Route öffnet sich nach dem Aufstieg auf die Moräne 2750 m. Die schräge Unterseite der Wand von SOFIJA endet in einem steilen Nord-Süd-Kouloir, und aus der Ferne sieht es so aus, als ob der Schnee am Übergang zwischen Kouloir und Kalksteinwänden leicht abflacht und ein "SCHRÄGES BAND" bildet. In Wirklichkeit helfen jedoch nur der Randschlucht und die Möglichkeit, auf den Felsen zuverlässige Stationen einzurichten, diese "Doppelneigungsfläche" zu überwinden – und der Weg ist eindeutig!

Foto Nr. 5: Hinter der Moräne 2750 m "versteckt" sich die Route. Foto Nr. 6: Blick von der Moräne 2750 m – Erkundung des "Bandes" (V–99).
Routenbeschreibung: AL'TUS 3A Kat. sl. komb. über das Sofija-Band auf den Ostgrat
S. 6
Von der Moräne 2750 m im Dunkeln unter die Wand von Sofija und entlang dieser auf Steigeisen bis zum Knick der Wand. Hier muss man sich aus der sicheren Zone nach rechts zur Achse des von zwei Seiten beschossenen Kouloirs bewegen (der Anlauf ist zum Glück nicht groß). Beim Umgehen des Grats wird der Schnee knapp, im Juli wird der obere Teil des Kouloirs eisig-steinig sein. Die Hänge der Kouloir-Schlucht werden mit Annäherung an den Grat allmählich flacher. Der Weg von der Passsattelung nach Westen ist durch einen Felsaufschwung mit zwei vertikalen Innenwinkeln versperrt, die durch eine geneigte Platte getrennt sind. Über dem zweiten Innenwinkel – ein schmaler Grat zum Ostgipfel (er besteht aus dunklen Gesteinen und liegt 10 m unter dem Zentralgipfel). Nach dem Abstieg und einem langen Traversieren – einfacher Aufstieg zum Kontrollturm auf dem Zentralgipfel.
Abstiegsvarianten:
a) nach Norden Vom Turm auf dem Grat nach Westen, dann rechts hinab in das sogenannte "große Kouloir". Der Abstieg hier wird empfohlen:
- zu Beginn der Saison
- wenn man zum Biwak "Grüner Hügel" zurückkehren muss
b) nach Süden Man muss nicht unbedingt zum Pass 3090 zurückkehren, sondern kann direkt vom Turm links hinab auf die "lebenden Schutthalden" des breiten Kouloirs zwischen dem Südwest-"Barrier" des Al'tus und dem Pfeiler des Westgrats von BARS-I (dieses Kouloir werden auf den Pass 3090 vom Süden her begangen). Nach einem Höhenverlust von ca. 800 m und Erreichen des rechten Ufers des Flusses Kop-Džajljaus auf den Pfaden absteigen bis zur Mündung der Flüsse Kop-Džajljaus und Kergelej (2000 m), dann bis zur Mündung von Kergelej und Sajram-su (1800 m).
Foto Nr. 7: Blick auf das Massiv des AL'TUS von Nordosten (VIII–98). Im rechten Teil des Bildes – die Hänge des "großen Kouloirs hinter dem linken Nordgrat"; im linken Teil – der Pass 3090.

Routentabelle (Al'tus 3A)
| Abschnitt (R) | Winkel (°) | Länge (m) | Kat. sl. des Abschnitts | Beschreibung | Sicherung |
|---|---|---|---|---|---|
| R0–R1 | 0–35 | 250 | 1 | Schnee auf Schutt | Rechter Teil der Moräne ist beschossen. Gleichzeitig. |
| R1–R2 | 40 | 80 | 2 | Aufstieg durch das Kouloir zur Wand von SOFIJA | Nur unter den Felsen sicher. Abwechselnd durch Eispickel. |
| R2–R3 | 45 | 160 | 2 | Aufstieg entlang der Wandunterseite | Sehr dichter Schnee. Abwechselnd: 5 Haken, 6 Sicherungen, durch Eispickel. |
| R3–R4 | 50 | 120 | 3 | Umgehung des Westgrats der Wand – SCHLÜSSEL! | Letzte 40 m Eis! Abwechselnd: 5 Haken, 7 Sicherungen, durch Eispickel. |
| R4–R5 | 30 | 120 | 2 | Aus dem Kouloir auf den Pass | Steine können von 2 Seiten rollen. Abwechselnd durch Eispickel. |
| R5–R6 | 30 | 50 | 2 | Aufstieg unter dem 1. inneren Winkel! | Nicht unter dem 2. Winkel durch! Gleichzeitig. |
| R6–R7 | 80 | 25 | 4 | 1. innerer Winkel. Wenige, glatte Griffe. | Abwechselnd: 4 Haken, Vorsprünge. |
| R7–R8 | 45 | 10 | 2 | Monolithische Platte. Rechts unter dem 2. Winkel queren. | Abwechselnd durch Vorsprünge. |
| R8–R9 | 80 | 20 | 4 | 2. innerer Winkel. Kleine Griffe, lose Steine. | Abwechselnd: 3 Haken, Vorsprünge. |
| R9–R10 | 40 | 40 | 2 | Zerstörter Aufschwung des Ostgipfels | Gleichzeitig. |
| R10–R11 | 20 | 120 | 1 | Fels-Schutt-Grat. Abstieg 20 m und Traversieren. | Gleichzeitig. |
| R11–R12 | 30 | 30 | 1 | Zerstörte Felsen. Gipfelaufschwung. | Gleichzeitig. |
Route auf den Westgrat von BARS-I
S. 11
Foto Nr. 16: und auf Foto Nr. 17, die Bewegungsrichtung auf dem sichtbaren Teil der Route auf den Westgrat von BARS-I ist nicht überall eingezeichnet, um nicht zu stören (vom Gipfel Solidarnost', VIII–97).
Bezeichnung der Gipfel:
- DG – Druschba Glavnaja
- S – Slowakei
- TT – Teke-tau
- O – Obmančivaja
- G – Gnom
- St – Studentov
- A.S. – A. Snesareva
- I.R. – I. Roščina
- K – Kergelej
- Ku – Kergelej Uzlovaja
Foto Nr. 17: Blick von den Südhängen des Gipfels Solidarnost' (VI–99).

Foto Nr. 8: Sichtbarer Teil der beschriebenen Route 3A Kat. sl. auf AL'TUS (vom Südsporn des Grats des Gipfels Solidarnost', VII–99). Foto Nr. 9: Beginn des Wegs entlang der NW-Wand von SOFIJA.

S. 9
Foto Nr. 10: Die zweite Seillänge entlang des Fußes der Wand endet in einer Randschlucht.

Foto Nr. 11: Dritte Seillänge.

Foto Nr. 12: Am Beginn der vierten Seillänge.

S. 10
Foto Nr. 13: Umgehung des Westgrats der Wand (Ende der fünften Seillänge).

Foto Nr. 14: Sechste Seillänge.

Foto Nr. 15: Endlich im Kouloir!

S. 13
Foto Nr. 18: Profil des Westsporns der UNBENANNTEN (siehe S. 4) vom Gipfel Koptau (VIII–98). Mit Fähnchen sind AL'TUS (links) und BARS-I markiert.
Andere Bezeichnungen:
- S – Sajram
- KT – Karatau
- B – Bezymjanka
- G – Gnom
- A – Ajutor
- TT – Teketor
- GS – Grat der Syputčej
- O – Hänge der Obmančivoj
Foto Nr. 19: Profil des Wandteils der Route auf BARS-I (Blick vom Ostgrat des Al'tus am 31. Mai 1999). Mit Pfeilen sind die Teilnehmer der Erstbegehung markiert.

S. 14

Foto Nr. 20: Beginn der zweiten Schlüssel-Seillänge an der Nordwand des Westgrats.

Foto Nr. 21: Blick vom Gipfel des Al'tus auf den beschriebenen Weg (X–95: damals lockte er mich zum ersten Mal...).

S. 15
Foto Nr. 22: Auf dem Westgrat (R9–R10).

Foto Nr. 23: Lang ersehntes Ende des Westgrats – und Turm BARS-I.
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