Pass

  1. Klasse Eis-Schnee

  2. Tian Shan, Terskei Ala-Too, Tal Djety-Oguz

  3. Gipfel Oguz-baschi II West (5000 m) über die Nordwand "durch den Eisbruch"

  4. Vorgeschlagene Kategorie der Schwierigkeit — 6A Erstbegehung

  5. Charakteristik der Route:

    Höhenunterschied — 750 m, Länge — 990 m, Länge der Abschnitte mit 5. Kategorie der Schwierigkeit — 600 m, 6. Kategorie der Schwierigkeit — 190 m, durchschnittliche Steilheit des Hauptteils der Route — 57° (4200–4850), davon 6. Kategorie der Schwierigkeit 65° (4650–4725), 85° (4770–4850), 105–120° (4830–4880)

  6. Eingeschlagene Haken:

    Fels: 0, Bohrhaken: 0, Klemmkeile: 0, Eis: 430* * — davon 130 pro Seilschaft bei unabhängiger Bewegung und weitere 40 bei Interaktion (130 × 3 + 40).

  7. Gehzeit der Mannschaft — 18 Stunden (vom Bergschrund bis zum Gipfel), 1 Tag

  8. Übernachtungen — unter der Route auf dem Gletscher

  9. Leiter — Schustrow Alexei Borissowitsch, MS

    Teilnehmer:

    • Gerstein Alexander Semjonowitsch, KMS
    • Naidyschew Alexei Alexejewitsch, KMS
    • Poschidaew Juri Jewgenjewitsch, MS
    • Simonow Waleri Pawlowitsch, KMS
    • Schustrow Nikolai Borissowitsch, MS
  10. Trainer — Rasumow Juri Michailowitsch

  11. Aufbruch zur Route: 12. August 1988

    Gipfel — 12. August 1988 Rückkehr — 12. August 1988 img-0.jpeg

Bezeichnungen:

  • — — — von der Mannschaft zurückgelegte Route
  • — — — Route über die Nordwand (Odessa, 1984)
  • — — — Übernachtung auf dem Gletscher

Aufgenommen am 11. August 1988 gegen 13:00 Uhr. Objektiv der Kamera "Smena" T-43, F = 43 mm. Entfernung vom Aufnahmepunkt (Nr. 2) etwa 3 m.

Taktische Aktionen der Mannschaft

Chronologie des Aufstiegs:

    1. August 1988, 0:00 — Aufbruch aus dem Sturm-Lager auf dem Gletscher
  • 1:00 — Ankunft unter dem Bergschrund
  • 2:00 — Überwindung der vertikalen Wand des Bergschrunds
  • 9:00 — Ankunft unter der Wand des oberen Eisbruchs (Abschnitt 7)
  • 18:00 — Ankunft auf dem Vorgipfelplateau
  • 19:15 — Ankunft auf dem Gipfel
  • 21:30 — Abstieg über den Westgrat zum Gletscher Asan-tuka zum Sturm-Lager

Bis zum oberen Eisbruch folgte die Gruppe genau dem taktischen Plan. Die unvorhergesehen gestiegene Schwierigkeit des Eisbruchs (Abschnitt 7-II) brachte einige Korrekturen in die Taktik und den Zeitplan. Die Abweichung vom taktischen Plan erklärt sich durch die Unmöglichkeit, die Steilheit und Schwierigkeit des oberen Eisbruchs vor dem Aufstieg genau zu bestimmen.

Organisation der Sicherung: Auf der gesamten Route bewegten sich alle Teilnehmer auf einem Doppel-Seil. Bis zum Eisbruch ging die Gruppe in parallelen, unabhängigen Seilschaften vor. Die Teilnehmer jeder Seilschaft bewegten sich gleichzeitig auf einem 20 m langen Doppel-Seil, so dass zwischen ihnen zu jedem Zeitpunkt mindestens 3 Haken waren. Der Wechsel des Führenden in der Seilschaft erfolgte, sobald dieser keine Haken mehr hatte. Das verkürzte Seil und die parallele Bewegung der Seilschaften gewährleisten die Sicherheit des Zweiten in der Seilschaft vor herabfallenden Eisstücken und ermöglichen eine gute Stimmbindung in der Dunkelheit.

Alle Teilnehmer bewegten sich unter Einsatz von Eisgeräten, was die Kräfte wesentlich schont und eine hohe Aufstiegsgeschwindigkeit gewährleistet.

An den Zwischenhaken wurden kurze Schleifen mit zwei Karabinern verwendet, um das Seil leichter durchziehen zu können.

Im oberen Eisbruch (Abschnitt 7-II) bewegte sich die Gruppe an den von der ersten Zweiergruppe (Schustrow A. und Simonow W.) angelegten Sicherungsseilen (mit Obersicherung) vorwärts. Aufgrund der großen Steilheit (bis 120°) wurden hier die Haken häufiger — alle 3 m oder weniger — eingeschlagen.

Besonderheiten der Route: Die Route zeichnet sich durch eine Vielfalt von Eisformen aus:

  • Schnee mit Einschlüssen von Eisplatten (R0–R1)
  • Firn (R10–R11)
  • Eis, bedeckt mit einer dünnen Schneeschicht (R1–R2)
  • normales "zähes" Eis
  • dünnes, an Felsen anliegendes Eis (R5–R6)
  • sehr hartes — "gläsernes" Eis (R7–R10)

Dies erforderte besondere Aufmerksamkeit bei der Bewegung, da der Wechsel des Eis-Zustands manchmal sehr abrupt erfolgte. Darüber hinaus erforderte die Überwindung des oberen Eisbruchs eine spezielle Technik — das vorherige Ausmeißeln einer kleinen Mulde für das Eisgerät mit Hilfe eines Eishammers.

Das Bewegungstempo war bis zum Abschnitt R8 kontinuierlich. Unter der Wand des Eisbruchs mussten zwei Seilschaften anhalten, während die erste Seilschaft die Sicherungsseile anbrachte, und hatten etwa 3 Stunden Zeit, um heißen Tee zu trinken. Eine halbstündige Pause gab es auch beim Erreichen des Plateaus.

Beim Übergang vom Eisbruch zum Plateau stürzte der Erste in der Seilschaft (Schustrow A.) ab und fiel 6 m (3+3), bevor er an der nächsten Sicherung (Eispickel, horizontal in den Überhang eingeschlagen) aufgefangen wurde. Er hing am Seil, kletterte dann selbstständig zur Sicherung hoch und setzte den Weg fort. Es gab keine Verletzungen oder Prellungen.

Auf der gesamten Route hielt die Gruppe alle 4 Stunden eine stabile Funkverbindung zur Beobachtungsgruppe. Es wurde eine Funkstation "Kaktus" verwendet.

Schema der Route in Symbolen M 1:2000

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Insgesamt 18 Gehstunden

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Beschreibung der Route nach Abschnitten

Abschnitt R0–R1. Der Abschnitt ist ein breiter Bergschrund, der über eine Schneebrücke überwunden wird, und danach eine fast senkrechte Wand aus lockerem Schnee mit Eisstreifen. Die Wand wird direkt frontal von unabhängigen Seilschaften mit Hilfe von Eisgeräten und Eispickeln überwunden, mit Haken-Sicherung des Ersten durch einen Eisbohrer. Man muss viel Schnee wegräumen, um Eisstreifen für die Sicherung zu finden.

Abschnitt R1–R2. Eishang, leicht mit Schnee bedeckt. Die Bewegung erfolgt gleichzeitig mit Sicherung durch Eisbohrer (mindestens 3 auf ein 20-m-Seil).

Abschnitt R2–R3. Die Steilheit des Hangs nimmt allmählich zu. Der Schnee auf der Oberfläche verschwindet. Das Eis ist dicht, zäh. Bewegung und Sicherung analog zum Abschnitt R1–R2.

Abschnitt R3–R4. Mit zunehmender Steilheit erscheinen:

  • Abschnitte mit angefrorenem Eis,
  • Hohlräume mit dünner oberer Kruste.

Dieser Abschnitt erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, da Ausrisse von Eisgeräten und Durchstoßen der oberen Schicht durch Steigeisen möglich sind. Man muss Abschnitte ohne Hohlräume für das Einschlagen von Eisbohrern suchen. Bewegung in parallelen Seilschaften.

Abschnitt R4–R5. Abschnitt mit "gutem" — dichtem Eis. Die Rinne wird enger, ist aber noch breit genug für die Bewegung von drei Seilschaften.

Abschnitt R5–R6. Die Rinne wird durch Felsen in mehrere Arme aufgeteilt, die "Schafstirnen" darstellen, die mit Eis überzogen sind. Das Eis enthält Hohlräume. Die Bewegung mit Eisgeräten ist sehr schwierig. Es gelingt nicht immer, einen Platz zu finden, um einen Eisbohrer vollständig einzuschlagen. Gleichzeitig können sich nur zwei Seilschaften bewegen (sehr eng), die dritte muss unter dem Überhang der linken Seite der Rinne warten (intensive Eisstücke fallen von der ersten Seilschaft). Die Bewegung ist stellenweise wechselweise.

Abschnitt R6–R7. Bewegung nach oben-rechts unter die Wand des oberen Eisbruchs. Das Eis ist sehr hart — beginnt, in Linsen zu splittern; das Einschlagen eines Eisbohrers erfordert große Anstrengung. Im oberen Teil des Abschnitts ist das Eis mit einer Schicht Pulverschnee bedeckt. Die Bewegung erfolgt gleichzeitig in unabhängigen Seilschaften.

Abschnitt R7–R8. Das Eis ist extrem hart — "gläsern". Es knackt, splittert in Linsen. Das Eisgerät dringt sehr wenig ein (einige mm), die Platzierung des Eisgeräts ist nur mit Schlag möglich. Ein Eisbohrer kann nur nach 2–3 Versuchen und unter Vorwärmung eingeschlagen werden. Die Bewegung erfolgt in unabhängigen Seilschaften, wechselweise.

Abschnitt R8–R9. Der Zustand des Eises ist derselbe wie im vorherigen Abschnitt. Der Erste bewegt sich mit Eisgeräten, die Übrigen an den Sicherungsseilen. Die Bewegung ist extrem schwierig. Vor der Platzierung des Eisgeräts muss man mit einem dünnen Eishammer eine spezielle Mulde schaffen. Dies ist einer der Schlüsselabschnitte der Route.

Abschnitt R9–R10. Das Eis ist anfangs sehr hart, wird dann allmählich weicher und geht am Ende des Abschnitts stellenweise in Firn über. Die Steilheit ist für die Bewegung mit Eisgeräten maximal. Am Ende des Abschnitts ergeben sich Schwierigkeiten bei der Organisation einer zuverlässigen Sicherung — das Eis ist weich — es sind mehrere blockierte Haken erforderlich. Der Erste bewegt sich mit Eisgeräten, die Übrigen an den Sicherungsseilen.

Abschnitt R10–R11. Traversieren unter dem Schneekarren des Plateaus nach rechts-aufwärts bis zum Zusammenstoß zweier Überhänge, danach, unter Durchstoßen des Überhangs, direkt aufwärts (etwa 3 m) bis zum Erreichen des Plateaus. Der Erste bewegt sich unter Einsatz von:

  • Eisgeräten mit Schaufel,
  • einem Eispickel, der mit dem Stiel in die Wand eingeschlagen wird,
  • unter Bildung von Stufen und "Taschen" für die Hände.

Sicherung durch Eisbohrer (wo möglich) und Eispickel, die in den Überhang eingeschlagen werden. Die gesamte Gruppe — an den Sicherungsseilen.

Abschnitt R11–R12. Zunächst über das Plateau, dann über einen einfachen Schnee-Fels-Grat zum Gipfel. Die Bewegung erfolgt in autonomen Seilschaften mit gleichzeitiger Sicherung an Vorsprüngen.

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Foto 3.3. Als Erster auf dem Abschnitt R9–R10 geht Schustrow A., der Zweite — Simonow W. — befindet sich auf der Sicherung am Ende des Abschnitts R8–R9. img-4.jpeg

Foto 3.4. Abschnitt R9–R10. Die Struktur des Eises ist gut sichtbar — Mulden im Vordergrund. Der Abstand zwischen den Haken beträgt etwa 3 m. img-5.jpeg

Foto 3.5. Abschnitte R9–R10 und R10–R11. Der Erste befindet sich am Rande des Plateaus, steigt durch den Überhang aufwärts. Aufnahmepunkt Nr. 3, etwa 17:00 Uhr.

Angehängte Dateien

Quellen

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