Durchquerung des Nord- und Zentralturms
Gipfel Trekhglavaya mit Aufstieg über den NO-Grat des Nordturms über die Route der Kategorie 2B
1. Geografische Informationen
Der Massiv des Gipfels Trekhglavaya befindet sich im Tunkinsker Goltsy-Gebirge in den östlichen Sajan, in einem langen Seitenkamm, der die Wasserscheide zwischen den Flüssen Bugotoy und Kyngarga bildet.
Das Tunkinsker Goltsy-Gebirge ist der höchste Gebirgszug der östlichen Sajan, der sich in ost-westlicher Richtung über Hunderte von Kilometern erstreckt. Der höchste Punkt liegt bei 3266 m ü. M. im Oberlauf des Flusses Gang-Khairym.
Der Gebirgszug weist insgesamt scharfe alpine Formen auf. Auf einer Länge von 100 km vom Kurort Arshan im Osten bis zum Schumak-Pass im Westen gibt es zahlreiche Gipfel, die für Alpinisten von großem Interesse sind.
Die Täler sind tief und mit undurchdringlichem Taigawald bedeckt. Die Waldgrenze liegt an den südlichen Hängen bei 1880 m, an den nördlichen bei 1600–1700 m. Die Schneedecke schmilzt bis Ende Sommer fast vollständig ab. Eine Vergletscherung fehlt.
Das Massiv des Gipfels Trekhglavaya besteht aus drei Türmen – dem Süd-, Zentral- und Nordturm. Der höchste ist der Zentralturm mit einer Höhe von 2511 m ü. M.
Der nächste bewohnte Ort ist der Kurort Arshan, 225 km von der Stadt Irkutsk entfernt. Vom Kurort bis zum Basislager an der Mündung der Flüsse Pravaya und Levaya Kyngarga benötigt man 4 Stunden (Aufstieg ins Tal).
2. Routenbeschreibung
Vom Standplatz an der Mündung der Flüsse Levaya und Pravaya Kyngarga (auf der Referenzhöhe 1202 m) aufwärts entlang des Flusses Pravaya Kyngarga bis zum ersten Bach, der links mündet. Dann entlang des Bachs mit allmählicher Höhendifferenz nach rechts aufwärts.
Im Bereich der Waldgrenze:
- undurchdringliches Gebüsch auf sehr steilen Hängen.
Oberhalb des Gebüsches:
- Aufstieg zum Grat über verschneite grasbewachsene Hänge;
- darüber – verschneite feine Schutthalde.
Weiter entlang des sanften, aber scharfen Grats zum Fuß der Felsen. Hier befindet sich der erste Kontrollturm. Beginn der Route (Foto 1). Für den Anmarsch benötigt man 2–2,5 Stunden.
Vom Turm aufwärts durch große Felsbrocken entlang des Fußes der Felsen des Grats, der aus einem monolithischen Kamm besteht. Dann durch Queren eines breiten Schneehanges (mit einer Steilheit von 40°), der mit abwechselnder Sicherung über einen Eispickel überwunden wird, nähern wir uns dem ersten Gendarmen, zu seinem mittleren, engsten Teil. Der Grat des Gendarmen wird durch horizontales Queren auf monolithischen Felsen mittlerer Schwierigkeit in Seilschaften passiert. Die Sicherung erfolgt abwechselnd über Vorsprünge (Foto 2).
Eine 5 Meter hohe Wand wird frontal angegangen, 1 Felshaken, Selbstsicherung über Vorsprünge (Foto 3), vertikale Sicherungsseile, Aufstieg im Freiklettern.
Weiter aufwärts auf monolithischen Felsen nach links aufwärts (Foto 4). Allmählich bewegen wir uns nach links zum breiten Schneekouloir (Foto 5, 6). Wir gelangen in das Kouloir. Die Steilheit des Kouloirs beträgt 30–35°, der Schnee ist locker, 35–40 cm tief. Stufen können nicht ausgehoben werden, es ist rutschig, die Sicherung erfolgt stellenweise abwechselnd.
Das Kouloir mündet auf den Grat unter dem zweiten Gendarmen, hier befindet sich der 2. Kontrollturm (Foto 7).
Der zweite Gendarm wird rechts umgangen, über einen breiten Sims mit Ausstieg über eine innere Ecke auf einen schmalen Sattel zwischen den Felsen. Die Länge der inneren Ecke beträgt 7–8 m, die Steilheit 50°. Die Sicherung erfolgt abwechselnd über Vorsprünge.
Vom Sattel aus erfolgt ein kleiner Abstieg nach links unter überhängende Felsen auf lockeren, tiefen Schnee (Foto 8), zwei Seile an Sicherungsseilen, 2 Felshaken.
Nach Umgehung der Felsen und Überwindung eines sehr steilen, bis zu 50° geneigten Schneehanges von einer Seillänge, queren wir einen breiten Schneehang mit einer Steilheit von 35° zum Fuß einer Gruppe von Felsen (Foto 9). Das Queren erfolgt mit Höhendifferenz (Foto 1, Mitte von Abschnitt 3). Die Sicherung erfolgt abwechselnd über den Eispickel.
Nach Umgehung der Gruppe von Felsen gelangen wir in ein breites Kouloir, das auf den Grat zum Fuß des Vorgipfels führt (Foto 10).
Weiter aufwärts nach rechts, um die Felsen des Vorgipfels herum, die Felsen sind leicht, stellenweise von mittlerer Schwierigkeit. Die Sicherung erfolgt abwechselnd. Die Steilheit der Felsen beträgt 45–50°. Vorsicht, Steinschlag! (Foto 11, 12, 13).
Der Aufstieg auf den Vorgipfelgrat erfolgt über Felsen mittlerer Schwierigkeit, eine 4 m hohe Wand wird frontal angegangen – 1 Haken. Der Aufstieg auf den Gipfel des Nordturms erfolgt über den sanften Grat. Auf dem Gipfel befindet sich ein Turm. Vom 1. Turm bis zum Gipfel benötigt man 4,5 Stunden.
Der Abstieg auf den Grat mit zwei Gendarmen zwischen dem Nord- und Zentralturm erfolgt über eine Schneehalde, dann über leichte Felsen, die Sicherung erfolgt gleichzeitig (Foto 14).
Der Aufstieg auf den Zentralturm erfolgt mit abwechselnder Sicherung. Zwei Seillängen schwieriger monolithischer Felsen bilden den Schlüsselabschnitt (Foto 15, 16, 17, 18).
Ausrüstung:
- 2 Felshaken
- Sicherungsseile mit Prusik-Knoten
Der Übergang vom Nord- zum Zentralturm dauert 1 Stunde.
Abstieg auf den Sattel zwischen dem Süd- und Zentralturm:
- Zunächst auf dem Grat über Felsen mittlerer Schwierigkeit – 1 Seillänge, Sicherung abwechselnd.
- Dann Abstieg ins Kouloir nach rechts:
- Sicherungsseile – zwei Seillängen
- Abstieg – im Freiklettern
- 1 Felshaken
Vorsicht, Steinschlag! (Foto 19).
Der Ausstieg auf den Sattel erfolgt über verschneite, leichte Felsen. Der Abstieg vom Zentralturm bis zum Sattel dauert 1 Stunde.
Vom Sattel abwärts durch einen steilen Schneekouloir. Die Steilheit des oberen Teils des Kouloirs beträgt bis zu 60°.
Der Abstieg erfolgt an einem Seil an Sicherungsseilen, im Freiklettern mit Prusik-Knoten. Die Sicherungsseile werden oben an einem großen, geeigneten Stein befestigt.
Weiter unten wird das Kouloir flacher, bis auf 45–40°. Der Abschnitt bis zum Punkt 1 (Foto 1) wird mit abwechselnder Sicherung über den Eispickel überwunden – 7–8 Seillängen. Nach dem Verlassen der engen Schlucht des Kouloirs erfolgt eine gleichzeitige Bewegung.
Die gesamte Route vom Basislager und zurück dauert 1 Stunde.
3. Zusammensetzung der Gruppe
- Michailow A.A. – 2. Sportklasse – Leiter
- Popova L. – 2. Sportklasse + 3A, 3A, 3B
- Michailowa R.T. – 2. Sportklasse + 3A, 3A, 3A
- Alexejew S. – 3. Sportklasse + 3A, 3A, 3A, 3B, 3B
- Palamartschuk S. – 3. Sportklasse + 3A, 3A, 3A, 3B, 3B
- Popova L. – 3. Sportklasse + 3A
4. Ausrüstung
- Hauptseil – 3 × 40 m.
- Felshämmer – 2 Stück.
- Felshaken – 5 Stück.
- Reepschnur zum Verbrauchen – 5 m.
- Karabiner – 8 Stück.
- Eispickel – 6 Stück.
- Sicherheitsgurte – 6 Stück.
- Reepschnüre 4 m – 6 Stück.
Kyren–Irkutsk
TABELLE
DER HAUPTCHARAKTERISTIKA DER AUFSTIEGSROUTE
Die Aufstiegsroute – Durchquerung des Nord- und Zentralturms des Gipfels Trekhglavaya mit Aufstieg über den NO-Grat des Nordturms über die Route der Kategorie 2B.
Höhendifferenz der Route: Basislager – 1202 m – Zentralturm – 2511 m ü. M. Steilheit der Route – 40–45°
| Datum | Abschnitt | Steilheit | Länge | Relief | Technische Schwierigkeit und Art der Begehung, Kat. | Art der Überwindung und Sicherung | Wetter | Felshaken |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5.01.1969 | R1 | 20° | 4 km | Schnee | Klar, warm, sonnig | |||
| R2 | 35–40° | 400 m | Verschneite Felsen | Klettern, Sicherungsseile, 2. Kat. | Abwechselnde Sicherung über Vorsprünge und Haken, Sicherungsseile | «» | 1 | |
| R3 | 35–40° | 300 m | Verschneite Felsen, Schnee | Sicherungsseile, 2. Kat. | «» | «» | 2 | |
| R4 | 40–45° | 250 m | Verschneite Felsen | 2. Kat. | Gleichzeitige und abwechselnde Bewegung. Sicherung über Vorsprünge und Haken | «» | 1 | |
| R5 | 30–20° | 250 m | Schnee, verschneite Felsen | 1. Kat. | Gleichzeitige Bewegung | «» | ||
| R6 | 40–50° | 150 m | Felsen | Klettern, Sicherungsseile, 3. Kat. | Klettern, abwechselnde Sicherung über Vorsprünge, 4 Haken | «» | 2 | |
| R7 | 45–50° | 350 m | Verschneite, vereiste Felsen | Sicherungsseile, 3. Kat. | Abwechselnd über Vorsprünge, 4 Haken | «» | 1 | |
| R8 | 65–40° | 650 m | Schneekouloir | Abstieg im Freiklettern, abwechselnde Sicherung über Eispickel, 2. Kat. | 1 Seil an Sicherungsseilen, abwechselnde Sicherung | «» | ||
| R9 | 20° | 5 km | Schnee | Still, klar |
Leiter des Aufstiegs Michailow A.A.
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