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Klasse des Aufstiegs — Höhen- und Technikaufstieg.
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Gebiet — Pamir, Ishkashim-Kamm.
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Shater, 5568, in der Mitte der Nordwestwand.
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Vorgeschlagen wird — 6B Kat. Schw. Erstbegehung.
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Höhenunterschied — 1318 m, Länge — 1680 m, Länge der Abschnitte 5–6 Kat. Schw. — 920 m. Durchschnittliche Steilheit des Hauptteils der Wand — 82°, durchschnittliche Steilheit der Wand bis zum Beginn des Grats — 73°.
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Eingeschlagene Haken: Fels: 405/197 Bohrhaken: 160/6 Verankerungen: 352/174 Eishaken: 19
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Arbeitsstunden der Mannschaft — 56 Std. 50 Min. und Tage — 5.
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Übernachtungen: eine halbliegende und drei hängende (in einem Plattformzelt und Hängematten).
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Leiter: Balyberdin Vladimir Sergeevich, Zhak Viktor Vladimirovich, Razumov Yuri Mikhailovich, Glushkov Alexander Semenovich, Ayvazov Mikhail Borisovich, Ovsyannikov Dmitry Alexandrovich, Shustrov Nikolai Borisovich, Pozhidaev Yuri Evgenievich.
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Trainer der Mannschaft — Dzhigrayev Yuri Georgievich.
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Datum des Aufbruchs zum Aufstieg — 20. Juli 1985, auf den Gipfel — 24. Juli 1985, Rückkehr — 24. Juli 1985.


Foto des Wandprofils von rechts. Aufgenommen entlang der Wand vom Standort Grigorenko–Prigoda am 7. Juni 1985.



FOTOPANORAMA DES AUFSTIEGSGEBIETS. Aufgenommen aus einer Entfernung von 5–6 km. 25. Juni 1985.
Kurze Übersicht über das Aufstiegsgebiet
Der Gipfel Shater befindet sich im Ishkashim-Kamm. Nach Nordwesten (ins Tal Garmschamscha) stürzt der Gipfel mit einer steilen kilometerhohen Wand ab, die sich im Höhenbereich von 4300–5400 m befindet. Bis zum oberen Ende des Tals Garmschamscha sind es vom Dorf Garmschamscha aus 8–9 Gehstunden (ca. 30 km). Dabei:
- Bis zur Mitte des Weges führt ein guter Pfad durch bewaldetes Gebiet.
- Weiter (direkt hinter der Biegung des Tals nach Süden) führt der Pfad über Hochgebirgsgrasland entlang des Flusses Garmschamscha.
Vor uns arbeiteten in den Jahren 1973–1975 zwei Expeditionen aus der Ukrainischen SSR (Leiter: Grigorenko–Prigoda) in diesem Gebiet. Eine geografische Beschreibung des Gebiets und eine detaillierte Beschreibung der Anmarschwege sind im Bericht der Mannschaft der Ukrainischen SSR (Leiter: Grigorenko–Prigoda) enthalten; 1. Platz in der UdSSR-Meisterschaft 1973.
Unsere Mannschaft nutzte für den Transport von Ausrüstung und Gütern eine Karawane. Die I-Ponys konnten bei den Hirten der mittleren Täler gemietet werden. Ein Teil der Last wurde zuvor mit Hubschraubern aus der Stadt Chorog eingeflogen.
Das Basislager wurde auf einer Höhe von 3600 m auf einer großen flachen Fläche errichtet, die von einer Steinmoräne vor dem Hang geschützt wurde, am rechten (orografisch) Ufer des Flusses Garmschamscha in seinem oberen Ende. Vom Basislager bis zur Wand — 2 Std. 24 Min. (diese Markierung ist auf den Schemata der Mannschaft der Ukrainischen SSR als 3200 m angegeben).
Vom Basislager aus ist die Nordwestwand des Gipfels Shater und des benachbarten grandiosen Gipfels 5527 (Gipfel „Drei Türme“) mit seiner unbesiegten Nordwestwand gut sichtbar.
Das Wetter in diesem Gebiet ist in der Regel stabil, ohne Niederschlag. Der Juni dieses Jahres war ungewöhnlich schneereich, und erst am 4.–6. Juli nahm die Wand einen Zustand an, der dem mitt-sommerlichen Zustand nahekam.
Nach seinen alpinistischen Möglichkeiten ist das Gebiet des oberen Tals Garmschamscha sowohl für die Arbeit von Alpinistennachwuchsgruppen als auch für die Organisation von Veranstaltungen mit Beteiligung von erfahrenen Alpinisten geeignet.
In den angrenzenden Zirkusarealen sind Erstbegehungen möglich:
- 2A–5A Kat. Schw.
- Auf die Nordwestwand des Gipfels 5527 — Erstbegehung der 5B Kat. Schw.
Die Bewegung der Mannschaft auf der Route erfolgte in einem Modus, der die Umsetzung des taktischen Plans sicherstellte — 12–13 Stunden Arbeit und 8 Stunden Nachtruhe.
Täglich wurde vom Standort des Zeltes aus eine Doppelspitze mit der Bearbeitung der Route betraut, was es ermöglichte:
- Die Länge der an einem Tag zurückgelegten Strecke zu erhöhen;
- Die Führungsseilschaft am Arbeitstag aufzuwärmen und zu „erwärmen“.
Die Mannschaft benötigte für die Route 56,8 Gehstunden.
Die Sicherheit bei der Arbeit auf der Route wurde gewährleistet durch:
- Regelmäßigen Wechsel der Führungsseilschaften;
- Begehen der Peripherie auf einem Doppel-Seil;
- Bewegung des Ersten auf einem Doppel-Seil und mit einem Stoßdämpfer;
- Vorwiegende Platzierung der Sicherung unter Überhängen.
Die Mannschaft verfügte über 2 komplette Erste-Hilfe-Kits und Ersatzverpflegung für das Funkgerät. Trotz der Vielzahl von Überhängen und Vorsprüngen auf der Route gelang es der Mannschaft, sie mit minimaler Verwendung von Bohrhaken (6 Stück) zu bewältigen.
Das Haupt Kriterium für die Wahl der Biwakplätze war deren Schutz vor möglichen Steinschlägen. Dabei ist festzuhalten, dass die Mannschaft praktisch alle geeigneten Übernachtungsplätze auf der Route nutzte (d.h. sichere Übernachtungen unter Überhängen in der Nähe von Bändern).
Infolge dessen:
- Die 1. Übernachtung fand unter Überhängen auf Bändern statt, die es ermöglichten, ein Plattformzelt für 4 Teilnehmer aufzustellen, während sich die übrigen vier in Biwaksäcken (in Hängematten) einrichteten.
- Die Übernachtungen 2, 3, 4 waren hängend.
Infolge der Aktionen der Mannschaft wurde der taktische Plan des Aufstiegs vollständig ohne Abweichungen umgesetzt.
- Tag. Hauptaufgabe — Passage des unteren Teils der Wand mit einem Höhenunterschied von 500 m und Erreichen des Hauptteils der Wand mit der Einrichtung eines Biwaks in ihrem unteren Drittel.
Auf den Abschnitten:
- R0–R10 ging die Seilschaft Balyberdin–Pozhidaev;
- R10–R17 — Glushkov–Zhak.
Die Abschnitte R0–R10 wurden von der ersten Seilschaft in Steigeisen zurückgelegt. Um 15:00 erreichte die Mannschaft den geplanten Übernachtungsplatz.
Am selben Tag passierten Shustrov–Ovsyannikov weitere 35 m (Abschnitt R17–R18); diese „Seillänge“ hängt und wurde ausschließlich mit technischen Hilfsmitteln (ITO) zurückgelegt.
- Tag. Hauptaufgabe — Überwindung des Überhangs mit begrenzter Anzahl von Rissen und Erreichen des Biwaks am Fuße einer riesigen „Platte“ an der Wand.
Die Abschnitte R18–R24 wurden von der Seilschaft Balyberdin–Pozhidaev passiert.
Das Klettern ist äußerst schwierig und erfordert den Einsatz von ITO.
Die Abschnitte R23–R24 wurden bearbeitet.
- Tag. Hauptaufgabe — Erreichen des Biwaks am Fuße des Turms.
Auf den Abschnitten:
- R24–R25 arbeitete zuerst die Seilschaft Ovsyannikov–Ayvazov;
- R25–R31 — Balyberdin–Ayvazov.
Die Abschnitte R27–R31 wurden bearbeitet. Extrem schwieriges Klettern, erschwert durch die Brüchigkeit des Gesteins. 1. Schlüsselabschnitt.
- Tag. Hauptaufgabe — Überwindung des großen Überhangs. Es war nicht geplant, den Übernachtungsplatz an diesem Tag zu ändern.
Die Abschnitte R31–R34 wurden von der Seilschaft Zhak–Glushkov passiert, die Abschnitte R34–R38 — von der Seilschaft Shustrov–Balyberdin.
Der anstrengendste Tag des Aufstiegs. Das Gelände ist extrem schwierig zu passieren. Die Arbeit wurde ausschließlich mit technischen Hilfsmitteln (ITO) durchgeführt.
- Tag. Hauptaufgabe — Erreichen des „Dachs“ mit anschließendem Aufstieg auf den Gipfel.
Die Abschnitte R38–R39 wurden von der Seilschaft Pozhidaev–Balyberdin passiert.
Überwand einen inneren Eiskeil.
Um 16:00 Uhr befand sich die Mannschaft auf dem Gipfel und um 21:45 Uhr im Basislager.
Es gab keine Abstürze oder Verletzungen auf der Route.
Es gab keine verpassten Funk-Sitzungen.
Das Wetter war während des gesamten Aufstiegs gut.
Die Begehung der Route trug zur Anwendung von Verankerungen wie:
- „Friend“;
- „Hakenklotz“ sowie zur Ausrüstung der Mannschaft mit einem Plattformzelt bei.

| Abschnitt | Fels-Haken | Verankerungen | Eis-Haken | Bohrhaken | Skyhooks | Höhe (m) | Steilheit | Länge (m) | Kat. Schw. | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| R3 | 5 | 9 | - | - | - | 80° | 100 m | 5 | ||
| R4 | 3 | 2 | - | - | - | 55° | 30 m | 4 | ||
| R5 | 2 | - | - | - | - | 70° | 10 m | 5 | ||
| R6 | 5/4 | 3/2 | - | - | - | 90° | 10 m | 5 | ||
| R7 | - | - | 3 | - | - | 50° | 30 m | 4 | ||
| R8 | 1 | 1 | - | - | - | 70° | 10 m | 5 | ||
| R9 | - | - | 2 | - | - | 50° | 20 m | 4 | ||
| R10 | 2 | 2 | - | - | - | 90° | 10 m | 6 | ||
| R11 | 15/7 | 18/6 | - | - | - | 85° | 30 m | 5 | ||
| R12 | 8/4 | 6/2 | - | - | - | 75° | 20 m | 5 | ||
| R13 | 19/7 | 21/12 | - | - | - | 90° | 20 m | 6 | ||
| R14 | 14/8 | 16/2 | - | - | - | 75° | 40 m | 5 | ||
| R15 | 20/7 | 16/8 | - | - | - | 90° | 40 m | 6 | 14 Sicherungs-punkte | |
| R16 | 5/3 | 4/4 | - | - | - | 75° | 10 m | 6 | ||
| R17 | 21/18 | 14/10 | - | - | - | 4960 | 90° | 30 m | 6 | 20. Juli 1985 |
| R18 | 18/2 | 16/5 | - | 1/1 | 5 | 85° | 20 m | 6 | ||
| R19 | 13/4 | 11/7 | - | - | - | 80° | 30 m | 5 | ||
| R20 | 5/2 | 2/1 | - | - | - | 85° | 10 m | 5 | ||
| R21 | 3/2 | 4/4 | - | - | - | 90° | 10 m | 5 | ||
| R22 | 8/3 | 7/5 | - | - | - | 70° | 20 m | 5 | ||
| R23 | 18/9 | 19/8 | 1/1 | - | - | 5070 | 90° | 30 m | 6 | 21. Juli 1985 |
| R24 | 46/25 | 38/25 | - | 2/2 | 6 | 80° | 105 m | 6 | ||
| R25 | - | - | - | - | - | 75° | 30 m | 5 | ||
| R26 | 2 | - | - | - | - | 5240 | 65° | 10 m | 5 | 23. Juli 1985 |
| R27 | 13/5 | 8/4 | - | - | - | 5240 | 80° | 30 m | 5 | 22. Juli 1985 |
| R28 | 10/7 | 11/4 | - | - | - | 95° | 15 m | 6 | ||
| R29 | 14/9 | 6/4 | - | 4/1 | 1 | 95° | 10 m | 6 | ||
| R30 | 15/13 | 8/6 | - | - | - | 80° | 10 m | 6 | ||
| R31 | 4/4 | 2/2 | - | - | - | 90° | 5 m | 6 | ||
| R32 | 14/13 | 8/8 | - | - | - | 90° | 10 m | 6 | ||
| R33 | 8/8 | 12/12 | - | 1/1 | - | 95° | 15 m | 6 | ||
| R34 | 12/9 | 8/5 | - | - | - | 85° | 5 m | 6 | ||
| R35 | 11/8 | 9/6 | - | - | 4 | 85° | 15 m | 6 | ||
| R36 | 12/7 | 14/6 | - | - | - | 85° | 35 m | 5 | ||
| R37 | 18/6 | 14/9 | - | 3 | - | 5420 | 75° | 45 m | 5 | 12,5 Std. |
| R38 | - | - | 2 | - | - | 5420 | 30° | 360 m | 2 | 12 Std. |
| R39 | 18/6 | 14/9 | - | 5 | - | 5568 | 30° | 360 m | 2 | Gehzeit |
Beschreibung der Route nach Abschnitten
R0–R1. Fester Schnee mit Eisrinnen. R1–R2. Zerstörte Wand, in den Rissen Eis. R2–R3. „Widder-Stirnen“ mit Schnee und Eis. R3–R4, R4–R5, R5–R6. Reihe zerstörter Felsabschnitte und Grate. R6–R7. Aufschwung mit Überhang, wenige Risse. R7–R10. Steiler Schneehang mit steiler Wand. Unter einer dünnen Schneeschicht — hartes Eis. R10–R11. Vertikaler Spalt, Fels zerstört. R11–R12. Innerer Winkel mit Überhang, der auf der linken Seite umgangen wird. R12–R13. Aufwärts über eine stark gegliederte Wand und Quergang nach rechts. R13–R15. Links-aufwärts über eine vertikale Wand und einen breiten inneren Winkel. R15–R16. Quergang nach rechts und aufwärts über die Wand. Der Überhang wird links passiert. R16–R17. Durch den inneren Winkel aufwärts und rechts auf ein breites (1 m) Band. Übernachtung. R17–R18. Beginn eines der Schlüsselstellen der Route. Vom Biwak aus durch den Überhang aufwärts durch einen vertikalen inneren Winkel mit vielen kleinen Überhängen. Nach 30 m Ausstieg unter eine Wand mit einer Kaskade von Überhängen. R18–R19. Über die Wand mit Überhängen aufwärts-rechts. Wenige Risse. Passage mit „Skyhooks“. R19–R20. Über die Wand Ausstieg in den Fuß eines inneren Winkels, der von unten wie ein Etagenaufbau aussieht. R20–R21, R21–R22, R22–R23. Durch den inneren Winkel aufwärts, leicht nach links, unter eine vertikale Platte, oberhalb derer ein weniger steiler innerer Winkel nach links-aufwärts führt. Durch den inneren Winkel Ausstieg auf ein Band. Unter dem Überhang Biwak. R23–R25. Vom Biwakplatz aus nach links über große Blöcke unter einen großen Überhang über einer Nische. Quergang nach rechts unter dem Überhang, Ausstieg auf einen stumpfen äußeren Winkel mit kleinem Relief. Über glatte Wände mit kleinen Überhängen und kleinen Rissen aufwärts und leicht nach rechts. Allmählich wird das Relief größer, es gibt mehr Risse. R25–R27. Über die rechte Kante einer großen „Platte“ an ihren oberen Rand und über einen einfachen inneren Winkel auf ein Band. Übernachtung. R27–R28. Aufwärts durch einen Bruch mit vielen losen Steinen auf die Spitze einer Abbruchstelle. R28–R29. Quergang nach rechts über ein Band. Fels äußerst brüchig. Es ist äußerst schwierig, eine zuverlässige Sicherung zu organisieren. Der problematischste Abschnitt der Route. Am Ende des Bandes — auf einem Bohrhaken — ein Kontroll-Tour. Vom Haken aus abwärts und rechts in einen inneren Winkel. Aufwärts und rechts — Ausstieg auf eine Wand und weiter über große Blöcke aufwärts auf die Fortsetzung des zerstörten Bandes (siehe Abschnitt R28–R29). R29–R30. Rechts-aufwärts über ein Band aus brüchigem Gestein, um einen Überhang zu umgehen. R30–R31. Links-aufwärts über unterbrochene Bänder. Fels nicht stabil. R31–R33. Quergang nach rechts und weiter aufwärts durch einen Spalt, der allmählich enger wird. Gestein hart, glatt. R33–R37. Aufwärts unter den linken Rand eines großen Überhangs. Der Riss endet. Bis zur Höhe des zweiten Überhangs Bewegung auf Bohrhaken oder „Skyhooks“. Quergang nach links unter dem Überhang durch große Risse. R37–R38. Aufwärts zunächst über die linke, dann über die rechte Wand eines inneren Winkels. Abends unter einem Wasserfall, morgens über Naheis. Ausstieg auf ein Band mit Schnee. R38–R39. Innerer Winkel, steiler im oberen Teil. Ausstieg auf ein breites Band und links auf den Gipfelgrat. R39–R40. Schneegrat mit Felsausbrüchen und Abschnitten steilen Eises. Links Überhänge. 1–2 Paar Steigeisen erforderlich.

TECHNISCHES FOTO DER ROUTE. Aufgenommen am 7. Juli 1985 aus einer Entfernung von 8 km. Höhe 4000 m. Zeit 17:00.
Nr. 5. Abschnitt R23–R24 beim Abstieg von der Bearbeitung.
Nr. 6. Abschnitt R23–R24 von oben.
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