
Die Vulkane Kamen und Kljutschewskaja Sopka
Die Begehung der Route zum Vulkan Kamen über den Westgrat.
Begangen. Nr. 347 vom 18. Januar 1972, Kategorie 3B/m. Vulkan Kamen, über den Grat.

Die Vulkane Kamen und Kljutschewskaja Sopka. Gesamtansicht.

Vulkan Kamen

P — Gipfel des Vulkans Kamen. Begehung der Route
Beschreibung
Der Aufstieg zum Gipfel des Kamen über den Westgrat, Kategorie 3B.
Der Vulkan Kamen ist der zweithöchste unter den Gipfeln Kamtschatkas nach Kljutschewskaja Sopka. Er ist einer der schönsten Vulkane Kamtschatkas. Sein Gipfel ragt empor als eine riesige und zugleich ungewöhnlich leichte, spitz zulaufende Kuppel von bizarrer Form.
Von Norden führt ein sichelförmiger, scharfer Grat zum Gipfel. Im Westen fließen riesige Gletscher herab.
- Von Süden ist der Zugang zum Gipfel durch rot-schwarze Felsen versperrt.
- Im Osten befindet sich eine gigantische Felswand von etwa 3.000 m Höhe.
- Bis heute ist nicht geklärt, welche biologische Katastrophe diese Felswand hervorgerufen hat.
- Der Gipfel des Kamen ragt empor wie ein riesiger steinerner Tisch.
- Der höchste Punkt des Gipfels liegt auf 4.595 m.
1. Annäherung zum Beginn des Aufstiegs
Die Annäherung erfolgt auf demselben Weg wie zum Vulkan Besymjanny. Aber nach Erreichen des Schlackenkegels wendet man sich nach Norden entlang des rechten Randes des Bogdanowitsch-Gletschers. Der Schlackenkegel, der vorne am nächsten Bergrücken hängt, wird von Westen umgangen. Dahinter liegt ein breites Tal mit dem Namen "Tal der Parasiten".
Seinen Namen erhielt es wegen:
- der Vielzahl an seitlichen Schlackenkegeln.
Wir durchqueren dieses Tal in nördlicher Richtung und gelangen auf einen Grat, der vom Bogdanowitsch-Gletscher in östlicher Richtung zum Gipfel führt. Der Grat bietet bis zu einer Höhe von 2.500 m keine technischen Schwierigkeiten. Vom Grat aus ist der Schlackenkegel sichtbar, der das "Tal der Parasiten" im Süden begrenzt. Auf ihm ist ein Fixpunkt mit der Marke 2.150 m angebracht. Auf einer Höhe von 2.500 m sollte man für ein Biwak anhalten. Die Gehzeit vom Basislager beträgt 10 Stunden.
2. Beschreibung des Aufstiegs in Abschnitten
Die Zählung beginnt vom Lager auf 2.500 m Höhe. Die relative Höhe bis zum höchsten Punkt beträgt 2.095 m.
R1
Höhenunterschied 350 m. Steilheit 15°. Der Grat besteht aus mittlerem und großem Geröll ohne Fels. Gehzeit 1 Stunde 45 Minuten.
R2
Höhenunterschied 320 m. Steilheit 20–25°. Der Grat besteht aus großem Geröll mit einzelnen Platten von 10–15 m. Bewegung in Seilschaften mit gleichzeitiger Sicherung. Die Platten sind mit einer Eisschicht überzogen. Gehzeit 2 Stunden 25 Minuten.
R3
Höhenunterschied 290 m. Steilheit 35–45°. Felsgrat. Die Felsen sind stellenweise verwittert. Platten bis zu 10 m. Werden mit abwechselnder Sicherung über Vorsprünge begangen.
Gehzeit 3 Stunden.
Am Ende des Abschnitts befindet sich eine gute Plattform für eine Übernachtung. Weiterhin gibt es keine guten Plätze. Hier sollte man für die Nacht anhalten.
R4
Höhenunterschied 290 m. Steilheit 45°, stellenweise bis zu 60°. Felsgrat. Felsen mit Eisauflage. Zwei Felswände von 15 und 20 m. Werden mit abwechselnder Sicherung begangen. Gehzeit 3 Stunden 20 Minuten.
R5
Höhenunterschied 300 m. Steilheit 30–40°. Schneehang mit Eis, wird mit gleichzeitiger Sicherung begangen, stellenweise mit abwechselnder Sicherung über den Eispickel. Gehzeit 2 Stunden 45 Minuten.
R6
Höhenunterschied 410 m. Steilheit 45°. Am Anfang des Abschnitts beträgt die Steilheit auf einer Strecke von 80 m bis zu 55°. Reines Eis. Wird mit abwechselnder Haken-Sicherung begangen. Der restliche Weg wird mit gleichzeitiger Sicherung begangen.
- Steilheit: 45°
- Auf den ersten 80 m beträgt die Steilheit bis zu 55°
- Oberfläche: reines Eis
- Sicherung am Anfang: abwechselnd mit Haken
- Sicherung danach: gleichzeitig
- Gehzeit: 3 Stunden 15 Minuten
R7
Höhenunterschied 135 m. Steilheit 40°. Am Ende des Aufstiegs beim Aufstieg auf die Säule — Felsgrat 80 m. In der Mitte dieses Grates befindet sich eine Wand mit 85° Neigung — 15 m. Wird mit abwechselnder Haken-Sicherung begangen. Der Grat wird ebenfalls mit abwechselnder Sicherung über Vorsprünge begangen. Gehzeit 2 Stunden 15 Minuten.
3. Abstieg vom Gipfel
Der Abstieg erfolgt auf dem Weg des Aufstiegs. Der Vorgipfelgrat wird mit abwechselnder Sicherung begangen. Weiter 340 m mit gleichzeitiger Sicherung: 90 m werden an Seilen abgelassen, 320 m — über einen schnee- und eisbedeckten Felsabhang und am Ende des Abschnitts — über einen Hang mit gleichzeitiger Sicherung. Die Stufen werden mit der Dülfer-Methode abgestiegen und weiter in Seilschaften bis zur Übernachtungsstelle. Gehzeit 3 Stunden 40 Minuten.
Von der Übernachtungsstelle aus geht es über den Grat bis zum Schneefeld, das ins "Tal der Parasiten" hinabführt. Abstiegszeit 1 Stunde 30 Minuten. Durch das Tal hindurch gelangen wir auf den Weg über den Grat. Auf diesem Weg kehren wir zum Basislager zurück. Gehzeit 10 Stunden.
4. Berechnung der Gesamtgehzeit
Tag 1. Annäherung vom Basislager bis zum Beginn des Aufstiegs — 10 Stunden.
Tag 2
- R1: 1 Stunde 45 Minuten.
- R2: 2 Stunden 25 Minuten.
- R3: 3 Stunden
Insgesamt: 7 Stunden 10 Minuten.
Tag 3
- R4: 3 Stunden 20 Minuten.
- R5: 2 Stunden 45 Minuten.
- R6: 3 Stunden 15 Minuten.
- R7: 2 Stunden
Zeit, die für den Abstieg bis zur Übernachtungsstelle benötigt wird: 3 Stunden 45 Minuten.
Insgesamt: 15 Stunden 5 Minuten.
Tag 4
- Zeit, die für die Fortsetzung des Abstiegs benötigt wird: 1 Stunde 30 Minuten.
- Zeit für den Rückweg zum Basislager: 10 Stunden
Insgesamt: 11 Stunden 30 Minuten.
5. Empfehlungen für Bergsteiger
Alle sollten Steigeisen tragen. Die Gruppe kann bis zu 6 Personen umfassen. Es ist notwendig, Schlafsäcke für mindestens zwei Personen mitzunehmen, sowie spezielles Equipment für die Gruppe von 6 Personen.
Ausrüstungsliste für die Gruppe:
- Hauptseile: 3 × 40 m.
- Fels-Haken: 3 Stück.
- Eis-Haken: 6 Stück.
- Bergsteigerhämmer
- Reepschnur für Schleifen: 10 m.
- Karabiner: 4 Stück.
- Steigeisen: 6 Paar.
- Persönliche Ausrüstung
- Biwak-Ausrüstung.
Die Wiederbegehung erfolgte am 17. August 1971. Die Beschreibung wurde am 10. November 1971 erstellt.
Kommentare
Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen