PASPORt DES AUFSTIEGS

  1. Kategorie des Aufstiegs: Eis-Schnee
  2. Region des Aufstiegs: Kaukasus: 2,8: Genaldon-Tal
  3. Gipfel, Route: Pik Geodezist (4138 m): von NO über den Gletscher
  4. Voraussichtliche Schwierigkeitskategorie – 3B, Erstbegehung
  5. Charakteristik der Route:
    • Höhenunterschied – 500 m
    • Länge der Route – 770 m
    • Länge der Abschnitte mit 3B-Schwierigkeitskategorie – 640 m
    • Durchschnittliche Steilheit des Hauptteils der Route – 40°
  6. Eingeschlagene Haken:
    • Eishaken – 40 Stück
    • Felshaken – keine
    • Klemmkeile – keine
  7. Anzahl der Gehstunden/Tage – 10/1
  8. Anzahl der Übernachtungen:
      1. – auf dem Anmarsch
      1. – auf dem Abstieg
    • Biwak an einem Ort
  9. Leiter: Lewkowski Juri Wassiljewitsch – 1. Sportkategorie Teilnehmer:
      1. Bondarenko Sergei Olegowitsch – 2. Sportkategorie
      1. Bytschkow Boris Nikolajewitsch – 3. Sportkategorie
      1. Lunew Alexander Wladimirowitsch – 3. Sportkategorie
      1. Salikow Sergei Wladimirowitsch – 3. Sportkategorie
      1. Stadeew Nikolai Grigorjewitsch – 3. Sportkategorie
  10. Trainer: Proskurjakow Ruslan Pawlowitsch – Meister des Sports
  11. Aufbruch zur Route: 27. August 1994 Rückkehr zum Biwak: 27. August 1994, 12:00 Uhr
  12. Organisation: KM FA RSO

Kurze Übersicht über die Region des Aufstiegs

Die Region des Aufstiegs liegt im östlichen Teil des Zentralkaukasus, im Einzugsgebiet des Flusses Genaldon. Der Gipfel Geodezist (4138 m) liegt nordöstlich des Berges Schau-Choch und ist ein einzeln stehender, panoramischer Gipfel mit Blick auf:

  • das Kasbek-Plateau,
  • den Berg Kasbek,
  • den Berg Maili-Choch,
  • den Berg Dschimaraichoch,
  • den Berg Schau-Choch.

Das Gebiet gehört territorial zur Republik Nordossetien.

Der Gipfel wird häufig von Alpinisten auf der zuvor angelegten Route 1B der Schwierigkeitskategorie vom Göltda-Gletscher aus besucht. In diesem Gebiet wurden geologische Untersuchungen durchgeführt und eine Straße vom Dorf Tmenikau entlang des Flusses Genaldon angelegt, die 1 Stunde Fußweg vom Maili-Gletscher entfernt endet.

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Beschreibung der Route

Vom Kosh in einem grasbewachsenen Tal aufwärts steigen: zunächst über einen steilen, grasbewachsenen Hang, dann über Moränenhügel, die mit Gesteinstrümmern übersät sind, bis zum Pass "Geologe" – 4–5 Stunden. R0–R1

Auf dem Pass rechts abbiegen und auf breitem Schutthang in Richtung des Gipfels Geodezist bis zum Vorgipfel – 1 Stunde. R1–R2. Vom Vorgipfel Abstieg über einfache Felsen (10 m) auf einen schmalen Grat, auf dem man 20 m weiter auf Felsen des Grates mit Schwierigkeitskategorie 2 steigt: 50°, 40 m, danach über einfache Felsen des Grates, wobei man in der Mitte einen großen Gendarmen links auf einem Felsband umgeht. R2–R3.

Ein kurzer Abschnitt eines nicht sehr steilen Schneegrates führt zum Gipfel.

Vom Vorgipfel – 1 Stunde. Absicherung durch Vorsprünge. Abstieg auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg.

Blick von Nordosten

Vorgipfel

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Vorbereitung auf den Aufstieg

Bei der Vorbereitung auf den Aufstieg wurde eine Erkundung der Anmarschwege zum Gipfel durchgeführt, die Orientierung der Route bestimmt, eine vorläufige Bewertung vorgenommen sowie die Prinzipien der Funkverbindung festgelegt.

Es wurde festgestellt, dass die beste Verbindung von der Stadt Wladikawkas aus hergestellt werden kann, indem man eine UKW-Funkstation nutzt – von der Route aus besteht direkte Sicht, was eine stabile Funkverbindung auf dem Biwak und der gesamten Route gewährleistet.

Beschreibung des Anmarsches

Verbindung: Wladikawkas – Sanatorium "Karmadon":

  • Anfahrt mit dem Linienbus.
  • Weiterfahrt auf der Straße durch das Dorf Tmenikau, über den Kosh oberhalb des Flusses Genaldon.
  • Nach 2 Stunden führt die Straße hinab zum Fluss und verschwindet zwischen den Steinen.

Nach rechts-aufwärts abbiegen und 80 m den Bachlauf hinaufsteigen, bis man auf einen Pfad trifft, der in ein grasbewachsenes Tal mit dem Kosh führt – 30 Minuten.

Vom Kosh aus direkt aufwärts auf den Grat eines grasbewachsenen Konterforts steigen, der entlang des Baches verläuft.

Nach 1 Stunde:

  • geht der grasbewachsene Konterfort in einen Schutthang mit Felsausbrüchen über;
  • nach einer weiteren Stunde Bewegung flacht der Konterfort ab.

Vom Grat des Konterforts nach rechts-abwärts absteigen und die Schutthänge traversierend auf einem Ziegenpfad zum Bach auf den "Barani Lby" (Widder-Stirnen) gelangen. Hier bietet sich ein guter Biwakplatz.

Vom Kosh – 3 Stunden.

Beschreibung der Route

Vom Biwak aus vorwärts bewegen, die Schutthänge traversierend, Felsen umgehend, bis zum Fuß der Gletscherzunge – 1,5 Stunden.

Der Gletscher ist frei von Spalten, beidseitig von Fels-Konterforten begrenzt (die Felsen sind zerstört), im unteren Teil besteht Steinschlaggefahr, oberhalb des engen unteren Teils des Gletschers ist er sicher.

Auf einen großen Felsbrocken unter dem Gletscher zugehen – Kontroll-Tour. Vom Felsbrocken aus direkt aufwärts über den Schnee im unteren Teil des Gletschers mit einer Steilheit von 30° in den Koshacken, gleichzeitig bis zum engen Teil, der durch die zusammenlaufenden Konterforts gebildet wird – 100 m. Weiterhin steigt die Steilheit des Gletschers auf 40° an und bleibt auf diesem Niveau bis zum mittleren Teil – 270 m.

Sicherung:

  • Wechselweise
  • Durch Eishaken

Im mittleren Teil des Gletschers flacht sich die Steilheit geringfügig ab (3 Seillängen) auf 30°, und dann steigt die Steilheit erneut auf 40°. Nach 250 m erreicht man einen Schneekuppel (30°; 30 m) und steigt über ihn zum Gipfel.

Die Zeit für die Begehung der Route beträgt 8–10 Stunden. Abstieg vom Gipfel über den Ostgrat bis zum deutlich ausgeprägten Vorgipfel (Felsen der 2. Schwierigkeitskategorie, wechselweise Sicherung durch Vorsprünge) – 30 Minuten, und hinter ihm links-abwärts: zunächst über einen Schutthang, dann über einen Schutt-Kouloir zum Biwak. Vom Gipfel – 1,5 Stunden.

Die Route mit Anmarsch und Rückkehr nach Wladikawkas dauert 2,5 Tage.

Empfehlungen

Im Sommer ist die Route praktisch sicher vor Lawinen, im unteren Teil des Gletschers sollte man jedoch vor kleinen Steinschlägen von den zerstörten Konterforts auf der Hut sein. Im Winter sollte man sich vor Lawinen in Acht nehmen.

Die Route ist logisch aufgebaut, objektiv sicher bei einem korrekten taktischen Plan des Aufstiegs, und wird für Ausbildungs- und Sportgruppen empfohlen.

Angehängte Dateien

Quellen

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