BERICHT

über die Erstbegehung auf den Gipfel des Sadonhoh, über den Nordgrat, 1B Schwierigkeitsgrad, durch die Mannschaft der Nordossetischen Such- und Rettungsabteilung des russischen Innenministeriums für Notsituationen 20. September 2022

I. BERICHT ÜBER DIE BERGSTEIGERISCHE UNTERNEHMUNG

Nr.1. Allgemeine Informationen
1.1Name, Sportklasse des LeitersEgorin S.V. — Meister des Sports
1.2Name, Sportklasse der TeilnehmerKokoev D.T. — 3. Sportklasse. Shmonova N.A. — 3. Sportklasse.
1.3Name des TrainersEgorin S.V.
1.4OrganisationNordossetische Such- und Rettungsabteilung des russischen Innenministeriums für Notsituationen, UTC Cej
2. Charakteristik des Bergobjekts
2.1GebietKaukasus, Cej-Gebirgskette
2.2TalCej-Tal
2.3Nummer des Abschnitts in der Klassifikationstabelle 20202.7
2.4Name und Höhe des GipfelsSadonhoh, 3549 m
3. Charakteristik der Route
3.1Name der RouteÜber den Nordgrat
3.2Vorgeschlagene Schwierigkeitskategorie1B
3.3Grad der Erschließung der RouteErstbegehung
3.4Charakter des Reliefs der RouteFels
3.5Höhenunterschied der Route300 m
3.6Länge der Route400 m
3.7Technische Elemente der RouteI. Schwierigkeitsgrad Eis/Fels/Kombination — 200 m. II. Schwierigkeitsgrad Eis/Fels/Kombination — 120 m. III. Schwierigkeitsgrad Eis/Fels/Kombination — 60 m. IV. Schwierigkeitsgrad Eis/Fels/Kombination — 20 m. Bewegung auf geschlossenem Gletscher — nein. Abseilen (beim Abstieg) — nein.
3.8Abstieg vom GipfelÜber den Nordwesthang (n.k.), mit Ausstieg auf den Pass Sadonskij Verchnij.
3.9Zusätzliche Informationen zur RouteWasser und Mobilfunkverbindung fehlen auf der Route.
4. Charakteristik der Aktionen der Mannschaft
4.1Zeit der Bewegung4 Std.
4.2ÜbernachtungenNein
4.3Aufbruch zur Route8:00, 20. September 2022
4.4Erreichen des Gipfels12:00, 20. September 2022
4.5Abstieg zum Pass14:00, 20. September 2022
5. Verantwortlicher für den Bericht
5.1Name, E-MailEgorin S.V., e.s.128@mail.ru

img-0.jpeg

Foto 1.

1.1 Allgemeines Foto des Gipfels Sadonhoh. September 2006. Foto von den Hängen des Pik Cherevichenko. Blick von Westen.

Rot markiert ist die Route der Erstbegehung über den Nordgrat. Blau — Route 1B über den Ostgrat.

img-1.jpeg

Foto 2. 1.2. Foto des Profils der Route. September. Blick von Nordosten.

img-2.jpeg

Foto 3. 1.3. Fotopanorama des Bergsteigergebiets. Foto von einem Hubschrauber aus, August. Blick von Osten.

img-3.jpeg

Foto 4.

Auf dem Foto ist der Fußweg zu den Annäherungen zur Übernachtung bei der Stollenanlage markiert. Blick von einem Hubschrauber aus, September.

img-4.jpeg

Foto 5. 2.1. Technisches Foto der Route. Blick von Norden, August.

2.3. Technische Charakteristik der Routenabschnitte.

AbschnittCharakter des ReliefsSchwierigkeitskategorieLänge, mArt und Anzahl der Haken
R0–R1Felsig-steiniger Grat1–2100 m-
R1–R2Felsig-steiniger Grat1–380 mSicherung durch Vorsprünge
R2–R3Felsig-steiniger Grat2–460 m
R3–R4Felsig-steiniger Grat1–380 m
R4–R5Felsig-steiniger Grat1–280 m

3. Charakteristik der Aktionen der Mannschaft.

3.1.1. Beschreibung der Annäherungen zur Route:

Vom MChS (Katastrophenschutzministerium) des Cej-Gebiets steigen wir die Hauptstraße hinab bis zur Abzweigung nach links — ins Dorf Verchnij Cej. Gegenüber dem roten Stein beginnt eine neue Schotterstraße (für hochgeländegängige Fahrzeuge), die durch einen Kiefernwald zum Rand des Dorfes führt. Weiter führt die Straße nach rechts (nach Osten), vorbei an einem neuen Hotel — 1950 m — zum Cej-Sender.

Bevor man den Sender erreicht, etwa 12 km vom MChS entfernt, kommt eine Weggabelung:

  • Nach links, nach Westen, führt die alte geologische Straße, die zur Erkundungsstollenanlage führt.
  • Auf dieser, von Büschen überwucherten Straße, kann man noch 3 km mit einem Quad weiterfahren bis zu einer großen Plattform.
  • Weiter geht es zu Fuß auf den Resten der alten geologischen Straße, die stellenweise von Steinschlag blockiert ist.

Nach 2 Stunden Fußmarsch von der Weggabelung erreichen wir die alte Stollenanlage.

In den Jahren 1950–1959 befand sich hier die geologische Erkundungspartei Kol’cov, deren Teilnehmer Goncharenko O.A. diesen Zugang zum Cej-Gebirgskamm empfahl. Die Geologen hatten einen Saumpfad über einen Pass angelegt, um Ausrüstung in den Zirkus im Oberlauf des Sadon zu transportieren. Heute ist dies der Pass Kol’covskij 1A, der in der Datenbank caucatalog.ru nach seiner Begehung im Jahr 2006 durch Egorin S.V. beschrieben und eingetragen wurde.

Von der Plattform vor der Stollenanlage aus bewegen wir uns nach rechts oben (der Beginn des Pfades liegt 100 m rechts von der Stollenanlage). Der Pfad auf den Felsen ist gut sichtbar, auf den Schutthalden jedoch stellenweise nicht. Nach 200 m erreichen wir eine Rinne mit feinem rötlichem Geröll. Wir steigen die Rinne in Zickzack-Form hinauf und erreichen den Grat des Cej-Gebirgskamms. Dies ist der Pass Kol’covskij, 3170 m.

Von der Stollenanlage aus sind es 30 Minuten Fußmarsch. Der direkte Abstieg ist steinschlaggefährlich. Nach dem Erreichen des Passes wenden wir uns nach links. Auf dem breiten Schuttgrat bewegen wir uns nach Westen.

100 m vom Pass entfernt, am Nordhang des Ostgrats des Gipfels Sadonhoh, ist der Beginn des Abstiegpfades ins Tal des Sadon sichtbar. Dies sind die Reste des Saumpfades, der in den oberen Zirkus des Flusses Sadon führt.

Vorne ist die Einsattelung des Passes Sadonskij Verchnij (1A) sichtbar — unser Weg führt dorthin.

Wir steigen in den Zirkus ab, auf den Resten des alten Pfades, im unteren Teil auf Schutthalden. Wir gehen direkt hinab, in Richtung des unteren Teils der roten Schutthalde.

Der Höhenunterschied vom Pass Kol’covskij beträgt etwa 100 m.

Auf der roten Schutthalde gehen wir nach Westen, in Richtung des Passes Sadonskij Verchnij. Auf dem Weg finden wir Reste der alten geologischen Partei.

Der Passanstieg besteht aus feinem Geröll, stellenweise gibt es auf dem Hang „lebende“ Steine.

Nach 1,5–2 Stunden von der Stollenanlage aus erreichen wir den Pass Sadonskij Verchnij.

3.1 Kurze Beschreibung der Begehung der Route.

AbschnittBeschreibungNr. Foto
R0–R1Auf dem Pass wenden wir uns nach links und beginnen, auf dem felsig-steinigen Grat in Richtung des Felsaufschwungs aufzusteigen. Nachdem wir die Felsinseln passiert haben, nähern wir uns dem ersten Felsaufschwung.
R1–R2Wir bewegen uns auf dem Felsgrat mit kurzen Schuttbrücken fort. Wir gehen hauptsächlich auf der Linie des Grats. Sicherung durch Vorsprünge. Wir nähern uns dem zweiten Felsaufschwung des Grats.6
R2–R3Den Beginn des zweiten Aufschwungs umgehen wir links auf den Felsen. Danach gelangen wir hinter einer scharfen Felsnadel auf einen schmalen Übergang. Weiter steigen wir auf der rechten Seite des Grats, auf der Felsenwand, zum Gipfel des Aufschwungs auf.7
R3–R4Wir bewegen uns auf den Platten des dritten Felsaufschwungs, links von der Linie des Grats. Im oberen Teil des Abschnitts gelangen wir auf den Grat, die Felsen sind zerstört.8
R4–R5Auf dem felsig-steinigen Grat steigen wir auf, hauptsächlich auf der Linie des Grats. Am Ende des Abschnitts erreichen wir den Gipfel des Sadonhoh — 3549 m. Der Gipfel ist ein guter Panoramapunkt.9

img-5.jpeg

Foto 6. Beginn der Begehung des Abschnitts R1–R2. Aufstieg zum ersten Felsaufschwung.

img-6.jpeg

Foto 7.

Beginn der Begehung des Abschnitts R2–R3. Aufstieg zum zweiten Felsaufschwung.

img-7.jpeg

Foto 8. Begehung des Endes des Abschnitts R3–R4.

img-8.jpeg

Foto 9. Begehung der Mitte des Abschnitts R4–R5.

img-9.jpeg

Foto 10. 3.2. Foto der Mannschaft auf dem Gipfel am Kontrollturm.

Auf dem Gipfel des Sadonhoh — Egorin S.V. und Kokoev D.T.

3.3 Empfehlungen zur Route.

Der Abstieg vom Gipfel erfolgt über den Nordwesthang (n.k.), auf schneebedeckten und steinigen Hängen, mit Ausstieg auf den Pass Sadonskij Verchnij von Westen. Die weitere Rückkehr erfolgt auf dem Weg des Aufstiegs.

Die begangene Route über den Nordgrat ist logisch und sicher. Sie entspricht der 1B-Schwierigkeitskategorie bei Bewegung auf der Linie der Route. Sie ist eine gute Ausbildungsroute für die Übung von Seilschaften auf Graten und Felsen der Anfangsstufen.

Bei der Stollenanlage ist eine Übernachtung möglich. Es gibt einen Bach, der direkt daraus fließt. Bei der Stollenanlage gibt es stellenweise Mobilfunkverbindung — am besten funktioniert „Megafon“.

Auf dem Grat des Sadonhoh, an den Hängen des Pik Spasatelej und im oberen Zirkus des Flusses Sadon werden in den letzten Jahren regelmäßig Spuren von Bären gefunden.

Bei der Benennung des Gipfels sollte besser die Bezeichnung „Sadonhoh“ verwendet werden, da darunter ein Arbeitsdorf mit dem Namen Sadon liegt.

Quellen

Kommentare

Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen